Datum: 13.10.2011
„Absolute Return – Lösung für die Problematik mangelnder Erträge“
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse am Finanzmarkt, der erhöhten Volatilität sowie der Tatsache, dass eine sichere Kapitalanlage für Pensionskassen für die meisten Menschen von Bedeutung sein dürfte, ist das Thema Absolute Return hoch aktuell. finanzwelt sprach hierzu mit Jerome Schupp, Head of Financial Research bei der Schweizer Bankengruppe SYZ & CO.
finanzwelt: Wie funktionieren Absolute Return-Strategien und warum sind Sie momentan besonders empfehlenswert?
Jerome Schupp: Absolute Return Strategien sind sehr vielseitig und verschieden investiert: in reine Hedge Fonds Produkte, Dachfonds, in Produkte, die auf Derivaten beruhen, auf nur einer Anlageklasse oder, wie bei SYZ & CO, Multi Asset Produkte. Das Ziel jedoch ist immer das Gleiche: eine positive Performance bei geringer Volatilität zu erzielen – unabhängig der gegebenen Marktkonditionen. Das Hauptinteresse privater wie auch institutioneller Investoren liegt darin, große Verluste in ihren Portfolien zu vermeiden. Verzeichnet ein traditionell aufgebautes Portfolio einen Einsturz von 20 Prozent in einem Jahr, wie es einige im Jahr 2008 erlebten, dürfte es drei, wenn nicht sogar vier Jahre dauern, bis man sein Kapital wieder erlangt hat und auf null zurückgekehrt ist. Investiert man in eben diesem schwierigen Jahr in eine gut funktionierende Absolut Return Strategie (wobei einige dieser Strategien nicht immer funktionieren), wird man voraussichtlich zwei bis drei Prozent einbüßen und nach weniger als einem Jahr wieder im Nullbereich/Ausgangsbereich sein. Demnach ist es mit einer Absolut Return Strategie möglich, in einem vollständigen Marktzyklus einen höheren Ertrag bei wesentlich geringerer Volatilität zu erzielen.
finanzwelt: Erläutern Sie uns den Anlageprozess etwas näher.
Jerome Schupp: Die Investment Philosophie unserer Absolut Return Strategie bei SYZ & CO ist es, den Anlegern eine dynamische Asset Allocation, bestehend aus Cash, Fixed Income Produkten, Aktien und teilweise Hedge Fonds zu bieten. Diese Asset Allocation vereint unseren Top down- mit dem Bottom up-Ansatz. Diversifikation ist dabei der Schlüssel, um das Risiko gering zu halten. Die Konstruktion unseres Portfolios basiert auf einem verlässlichen makroökonomischen Szenario der kommenden drei bis sechs Monate. Dabei verfolgen wir bei der Kapitalverteilung ein aktives, nicht indexgebundenes, pragmatisches wie opportunistisches Management. Sowohl innerhalb einer Anlageklasse als auch in den Anlageklassen untereinander. Stets basierend auf streng reglementierten qualitativen und quantitativen Kriterien. Die strategische Allokation fußt auf unserem wirtschaftlichen Ausblick:
- Jegliche Gewichtung der Anlageklassen entspricht dem ökonomischen Szenario.
- Sowohl die Verteilung der Aktien nach Sektoren als auch Anleihenrating / Anleihenlaufzeit und Hedge Fonds Strategien basieren auf dem wirtschaftlichen Ausblick.
Die taktische Allokation ist flexibel und kann, wenn nötig, täglich angepasst werden. Sie leitet sich beispielsweise vom Geschehen am Aktien-/Bondmarkt, den aktuellen Opportunitäten des Stock Pickings oder Anleihenneuigkeiten ab. In Aktien und Anleihen investieren wir direkt. Ausgenommen hiervon sind Investitionen in Schwellenmärkte, bei denen wir ETFs (Exchange Traded Funds) vorziehen, um von der höheren Diversifikation zu profitieren. Im Bereich der Hedge Fonds favorisieren wir Investitionen in liquide Multi-Strategie-Produkte.
finanzwelt: Inwieweit ist die Flexibiltät von SYZ & Co. bei diesen Strategien gewährleistet?
Jerome Schupp: Bei SYZ & CO verfügen wir über die Flexibilität, in verschiedene Anlageklassen investieren zu können. Das heißt, in recht schwierigen Zeiten fokussieren wir uns vermehrt auf Investitionen in Cash oder Anleihen. In einer Zeit aber, in welcher der Markt eine erhöhte Transparenz bietet, wird sich die Gewichtung zugunsten Aktien und Hedge Fonds erhöhen. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass das Ertragsziel unseres Absolut Return Fonds bei LIBOR +2 Prozent liegt, bei einem monatlichen Value at Risk Limit von 95 Prozent. Das Risikobudget ist somit recht limitiert und entspricht dem Ertragsziel. Es wäre demnach unmöglich, 25 Prozent des Fonds in Aktien zu investieren, da das Value at Risk Limit dann überschritten würde.
Das entspricht den Anforderungen unserer Anleger des OYSTER Absolut Return Fonds. Sie wünschen ein Produkt, das in der Lage ist, ihnen einen Teil von den Gewinnaussichten am Aktienmarkt zu sichern, vor allem aber dafür Sorge trägt, ihr Kapital zu sichern und größere Verluste in schwierigen Zeiten wie diesen zu vermeiden.
finanzwelt: Wie heben Sie sich von analogen Angeboten Ihrer Wettbewerber ab?
Jerome Schupp: Die meisten Absolut Return Fonds unserer Wettbewerber bieten nicht die gleiche Transparenz und Liquidität wie unser OYSTER Absolut Return Fonds, da sie in andere Fonds (Dachfonds) und nicht direkt investieren. Andere Produkte versuchen eine Absolut Return Performance über eine einzige Anlageklasse zu generieren, überwiegend über Anleihen oder Hedge Fonds. Damit profitieren sie weder vom Steigerungspotenzial anderer Anlageklassen noch von Diversifikation. Unser Produkt ist somit einfach zu verstehen: Die Hauptpositionen, nämlich direkte Aktien- und Anleiheninvestitionen sind nachvollziehbar und bieten eine hohe Flexibilität, weil sie in alle wesentlichen Anlageklassen investieren können. Auch das Management des Fonds ist stimmiger als bei Multi Fonds Produkten, denn es basiert auf ein und demselben ökonomischen Szenario. Das bedeutet, sind wir hinsichtlich des Wirtschaftskreislaufs weniger optimistisch, reduzieren wir unmittelbar die Gewichtung und das Beta des Aktienanteils. Gleichzeitig erhöhen wir die Gewichtung und das Engagement auf der Anleihenseite. Bei Dachfonds besteht die Möglichkeit, dass manche Investmentfonds das Risiko reduzieren, andere es jedoch erhöhen – ohne es zu verstehen.
Das Interview führte Alexander Heftrich








