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Datum: 27.07.2011

„Amundi erweitert Produktpalette“

Valerie BaudsonValerie BaudsonAnsicht vergrößern

Mit dem Listing von drei neuen ETFs baut die Amundi-Gruppe ihr Angebot in Deutschland auf 69 auf Xetra gehandelte Produkte weiter aus. Auch das Thema Nachhaltigkeit wird in das Portfolio integriert. finanzwelt hatte die Gelegenheit eines Interviews mit Valérie Baudson, Leiterin von Amundi ETF.

finanzwelt: Vor kurzem haben Sie mit drei ETFs ihr Angebot in Deutschland weiter ausgebaut. Bitte bringen Sie uns den ETF mit Fokus Nachhaltigkeit etwas näher und erläutern die Charakteristika.

Valérie Baudson: Das Listing der drei neuen Amundi ETFs auf Xetra im Juni – darunter der Amundi ETF Green Tech Living Planet – ist ein weiterer Schritt der Expansionsstrategie von Amundi ETF in Europa. Gerade in Zeiten der Energiewende sehen wir bei Anlegern in Deutschland eine wachsende Nachfrage nach einfachen, liquiden und transparenten Investments im Bereich Green-Tech. Mit der Lancierung des Amundi ETF Green Tech Living Planet ebnen wir Anlegern den Zugang zu diesem exklusiv entwickelten Index.
Ziel des Amundi ETF Green Tech Living Planet ist es, die Wertentwicklung des Living Planet Green Tech Europe möglichst genau abzubilden. Der Index wurde gemeinsam von Living Planet Fund Management Co. S.A., eine Tochtergesellschaft des WWF International, und dem SRI-Team von CA Cheuvreux für nachhaltige Vermögensanlagen entwickelt. Anleger profitieren vom Know-how der Indexentwicklung führender Experten, wobei Sektoren, Ausschlusskriterien, die Liquidität und natürlich der Umsatzanteil im Bereich Green Tech berücksichtigt werden.

 

finanzwelt: Welche Bereiche werden vom Green Tech Universum abgedeckt?

Valérie Baudson: CA Cheuvreux analysiert sieben so genannte Green-Tech-Cluster: Regenerative Energien, Energieeffizienz, Wassermanagement, alternative Energie und Transport, Öko-Produkte und -Dienstleistungen, Abfallmanagement und Biomasse. Mit Hilfe der Hilfe der Living-Planet-Ausschlusskriterien, die auf Kriterien des WWF basieren, wird das Anlageuniversum im nächsten Schritt von unerwünschten Segmenten bereinigt. Neben klassischen Negativkriterien, wie z. B. Waffen, Glücksspiel, Tabak, Alkohol etc., sind auch Unternehmen mit Aktivitäten in der Energieerzeugung mit nuklearen oder fossilen Brennstoffen kategorisch ausgeschlossen. Zudem qualifizieren sich nur Unternehmen für den Index, die mehr als 20% ihres konsolidierten Umsatzes mit grünen Technologien erwirtschaften. Amundi ETF kann dank dieser Indexmethodologie Investoren ein flexibles Anlageprodukt anbieten, mit dem sie ihre Wertvorstellungen beim Investment umsetzen können.         

 

finanzwelt: Der ETF-Markt ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Wie sehen Sie die weitere Entwicklung für 2011?

Valérie Baudson: Der ETF-Markt hat sein dynamisches Wachstum im ersten Halbjahr mit einem Plus beim verwalteten Vermögen von 13,1% (Quelle: BlackRock)  fortgesetzt. Grundsätzlich erwarten wir, dass sich der ETF-Markt auch künftig positiv entwickeln wird. Kurzfristige Prognosen sind jedoch infolge der aktuellen Unsicherheit an den Kapitalmärkten äußerst schwierig. Global war zu beobachten, dass sich durch den Markteintritt neuer ETF Anbieter der Wettbewerb erneut intensiviert hat. Letztlich werden davon die Anleger profitieren – in Form von höherwertigen ETFs zu geringeren Kosten. Dieser Trend geht Hand in Hand mit unserer Zielsetzung, Anlegern äußerst wettbewerbsfähige Konditionen, eine hohe Qualität hinsichtlich der Replikation und stetige Innovationen zu bieten. 

 

finanzwelt: Zuletzt standen ETFs im Kreuzfeuer der Kritik (Statements von BIZ und IWF). Was halten Sie den Kritikern entgegen?

Valérie Baudson: Zunächst einmal muss man unterscheiden zwischen den UCITS-regulierten ETFs und anderen börsengehandelten Produkten wie ETNs, ETPs und ETCs, die nicht denselben strengen Anforderungen hinsichtlich Index-Methodologie, Diversifikation, Gegenparteirisiko sowie Transparenz- und Veröffentlichungsbestimmungen unterliegen. Wie andere Anlageprodukte auch sind ETFs gewissen Risiken ausgesetzt. ETF-Anbieter haben ihre Anleger umfassend darüber zu informieren. Im Fokus der aktuell veröffentlichten Berichte standen sowohl die Forderung nach mehr Transparenz als auch die Notwendigkeit eines umfassenden Verständnisses hinsichtlich der mit ETFs verbundenen Risiken – unabhängig von ihrer Struktur – insbesondere mit Blick auf die Liquidität und das Gegenparteirisiko.

 

Das Interview führte Alexander Heftrich

 


 


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