„Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis“
Anleger sind nicht mehr ewig an geschlossene Fondsbeteiligungen gebunden – das ist doch schon einmal eine gute Nachricht! Allerdings dürfte sich nicht jeder Fonds für den Zweitmarkt eignen. Stark steuerorientierte Fonds beispiels-weise dürften wohl kaum einen Verkaufs-wert erzielen, der der ursprünglichen Beteiligungshöhe auch nur ansatzweise entspricht. Doch wie bildet sich der Preis für Zweitmarktpolicen an der Deutsche Fondsbörse Hamburg, welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?FINANZWELT sprach hierüber mit deren Vorstand Dr. Bernd Dous.
FINANZWELT: Erst einmal eine grundsätzliche Frage: Wer legt den Preis für Zweit-marktbeteiligungen fest?Dr. Dous: Die Deutsche Fondsbörse Hamburg unterscheidet sich, was das anbelangt, nicht von anderen Börsen – auch bei uns bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Für uns sind allerdings nur die Anleger interessant, die bereit sind, einen bestimmten Kurs zu bezahlen. Diesen Geldkurs veröffentlichen wir auf unserer Börsenplattform.
FINANZWELT: Welches Volumen haben Sie im vergangenen Jahr bewältigt?
Dr. Dous: Wir können erhebliche Umsatzsteigerungen verzeichnen z.B. von 2003 auf 2004 von 17 Mio. auf ca. 24 Mio. Euro. Das sind satte 40 %.
FINANZWELT: Welche Kosten entstehen?
Dr. Dous: Käufer sowie Verkäufer zahlen im Falle einer erfolgreichen Vermittlung eine Courtage in Höhe von 2,5 % vom Kurswert, mindestens 250 Euro. Darüber hinaus können Notargebühren oder Bearbeitungs-/Umschreibungsgebühren seitens der Initiatoren/Treuhänder anfallen. Wichtig: Für die genannte Courtage kümmert sich die Deutsche Fondsbörse Hamburg Beteiligungsmakler AG um die gesamte Verkaufsabwicklung.
FINANZWELT: Ist ein Rating oder sonstige Verbraucherinformationen Voraussetzung für Ihren Handel?
Dr. Dous: Grundsätzlich gibt es keine Auflagen für Emissionshäuser, Ratings oder andere Anlegerinformationen zur Verfügung zu stellen. Mit der Einführung des Premiumsegments an der Deutsche Fondsbörse Hamburg mussten allerdings die Initiatoren der Forderung des Marktes Rechnung tragen, mehr Transparenz, Fungibilität und Informationsweiterleitung zu bieten. Auch mussten sich diese Initiatoren verpflichten, „Ad Hoc“-Meldungen und Geschäftsberichte zu veröffentlichen, wie es an den Aktienbörsen üblich ist.
FINANZWELT: Wo sind die Engpässe?
Dr. Dous: Derzeit besteht ein Nachfrageüberhang. Im Börsenjargon würden wir dazu sagen: Uns fehlt „Brief“ und „Geld“ haben wir genug, denn: Um unseren Markt richtig liquide machen zu können, wäre uns sehr daran gelegen, wenn uns mehr „Brief“, das heißt, mehr Verkaufsangebote von Fonds vorliegen.







