Interview mit Slobodan Cvetkovic
„Die Stimme der Vernunft ist leise, aber sie ruht nicht“
Slobodan CvetkovicExklusiv-Interview mit Slobodan Cvetkovic, Geschäftsführer der Prosperia Unternehmensgruppe, der die Chancen eines kapitalstarken, jungen Emissionshauses gerade in Zeiten großer Veränderung sieht.
finanzwelt: Herr Cvetkovic, auf Ihrer Internetseite wird man mit dem Einstein-Zitat konfrontiert: „Nur ein für andere gelebtes Leben ist lebenswert“. Ist das überhaupt zeitgemäß?
Cvetkovic: Was ist denn zeitgemäß? Die derzeitige Finanzmarktsituation, auch bei den geschlossenen Fonds, zeigt doch, dass es konventionell nicht weitergeht.
finanzwelt: Im bisherigen Sinne sicher nicht. Aber welchen Ansatz sehen Sie denn als zukunftsweisend?
Cvetkovic: Es ist sicherlich schwierig, Aussagen über die Zukunft zu treffen. Doch finde ich unseren Ansatz im Sinne aller Beteiligten als einzig und alleine Erfolg versprechend.
finanzwelt: Erklären Sie das bitte …
Cvetkovic: Hierzu muss ich etwas ausholen. Ich bin vor einigen Jahren mit einem innovativen Fondskonzept in diesen Markt gekommen und habe die Widerstände und eigenen Regeln dieser Branche völlig unterschätzt. Schnell war mir klar: Eine Chance hat nur, wer richtig aufgestellt in diesem Markt agiert. Ein weiterer Aspekt drängte sich schier auf: Wenngleich das Beteiligungsgeschäft an sich interessant ist im Sinne von Geld verdienen für alle Seiten, schien mir die Kommunikation zwischen allen Beteiligten – also Anbietern, Vertrieb und Kunden – befremdlich eingeschränkt. Jeder fühlt sich irgendwie benachteiligt, keinem kann man es anscheinend recht machen. Das habe ich als Herausforderung angenommen.
finanzwelt: Und sich erst einmal ein Emissionshaus gekauft.
Cvetkovic: Sie haben mich mit meinem Lieblingszitat von Einstein konfrontiert, daher sage ich Ihnen jetzt, dass man diesen Anspruch nur durch zwei Aspekte erfüllen kann: die richtige Strategie und geschicktes Handeln, dies durchzusetzen. Ich halte es daher eher mit dem Zitat von Sigmund Freud: „Die Stimme der Vernunft ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör verschafft hat.“
finanzwelt: Mit dem Kauf der CSA Unternehmensgruppe haben Sie sich aber nicht nur Rosinen ins Haus geholt.
Cvetkovic: Hinsichtlich der bisherigen Asset Allocation in den Fonds würde ich Ihnen zustimmen, aber mich haben die Unternehmensstruktur und die Mitarbeiter überzeugt. Ich habe selten so kompetente und engagierte Mitarbeiter erlebt wie in unserer Hauptzentrale in Würzburg. Dies ist mit ein Grund, dass wir in diesem Jahr planen, Aktienoptionen an die Mitarbeiter zu vergeben.
finanzwelt: Sie planen so viel, über was können Sie denn schon konkret sprechen?
Cvetkovic: Na ja, wir planen nicht nur, wir setzen auch schon um. Diverse neue Prosperia-Fonds mit institutionellen Partnern aus dem Bankenbereich, für FORMAXX und für weitere ungebundene Finanzdienstleister. Immer mit der Zielrichtung absoluter Fairness für den Vertriebspartner, den Kunden, aber letztendlich auch für uns.
finanzwelt: Wie verstehen Sie Ihr Unternehmen denn?
Cvetkovic: Gewissermaßen als Plattform, die in allen Bereichen Erfahrungen mitbringt und somit Produkte generieren kann, die allen Belangen entsprechen.
finanzwelt: Wo sehen Sie die Zukunft des Kapitalanlagevertriebs in Deutschland? Glauben Sie, dass mehr Qualität nötig ist?
Cvetkovic: Ich glaube schon, dass sich der Kapitalanlagevertrieb in den kommenden Jahren im Sinne von mehr Qualität noch einmal verändern wird. Wir starten deshalb gemeinsam mit FORMAXX noch in diesem Jahr in eine Qualitätsoffensive mit einem einheitlichen und zertifizierten Qualitätssicherungssystem. Wir wollen da aber nicht vorgreifen. Dafür haben Sie sicher Verständnis.
(Das Gespräch führte Dorothee Schöneich)







