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Datum: 13.09.2011

„ETPs in der Schusslinie”

Exchange-Traded-Products (ETPs) werden seit kurzem etwas genauer unter die Lupe genommen. Das starke Wachstum dieser verschiedenen Anlageformen ging mit immer komplexeren Strukturen und Referenzwerten einher. Die schnell wachsende und innovative Nische innerhalb der Finanzmärkte wird von Regulierungsbehörden kritisch beäugt. finanzwelt sprach hierzu mit Eric Wiegand, Produktmanagement bei db X-trackers.

finanzwelt: Anleger bevorzugen physische ETF, so eine aktuelle Erhebung. Gleichwohl wird häufig die Intransparenz von swapbasierten wie auch von physischen ETF kritisiert. Wie ließe sich die Transparenz verbessern?

Eric Wiegand: Zum Halbjahr 2011 hat der Anteil der synthetisch replizierenden ETFs am Gesamtmarkt im Vergleich zum Vorjahr von 46 auf 45 Prozent nur minimal abgenommen. Synthetische ETFs werden demnach aufgrund ihrer Eigenschaften weiter intensiv genutzt. Zudem sind ETFs von db X-trackers bereits viel transparenter als gesetzlich vorgeschrieben. Neben der vorgeschriebenen Veröffentlichung von Performancezahlen, Prospekten und Jahresberichten bieten wir die tägliche Veröffentlichung des Swap-Risikos und der hinterlegten Sicherheiten an. So bekommt der Anleger jederzeit alle Informationen rund um den ETF.

 

finanzwelt: Ist es, ebenfalls zur Steigerung der Transparenz, begrüßenswert und zeitgleich realistisch, einen Verband der ETF-Anbieter zu gründen?

Eric Wiegand: Als Investmentfonds werden ETFs sehr gut vom europäischen EFAMA und den nationalen Verbänden wie dem BVI vertreten. Es fehlt jedoch ein Verband, über den die ETF-Branche mit einer Stimme sprechen kann, wenn es um Themen wie liquider Börsenhandel oder effiziente Indexreplikation geht, und der dort Branchen-Standards festlegen kann. Diese Themen sind über die Fondsbranche hinaus wichtig für börsengehandelte Indexprodukte.

 

finanzwelt: Mit welchen Produktinnovationen aus Ihrem Hause kann der Anleger in absehbarer Zeit rechnen?

Eric Wiegand: Wir arbeiten vor allem auf der Rentenseite an einigen Neuerungen. Darunter ist ein neuartiges Rentenprodukt mit dem Potential unseres 2007 aufgelegten EONIA-ETF. Damals hätte keiner geglaubt, dass ein Geldmarkt-ETF zum größten ETF Europas aufsteigen könnte.

 

Das Interview führte Alexander Heftrich

 


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