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Interview mit Ralph Gasser

„Italiens Weg nach vorne“

Ralph GasserRalph Gasser

Nun soll es Mario Monti, anerkannter Wirtschaftsfachmann mit Erfahrung auf dem europäischen Parkett, richten. finanzwelt sprach mit Ralph Gasser, Produktspezialist Festverzinsliche bei Swiss & Global Asset Management, über die Zukunftsoptionen des kränkelnden Staates.

finanzwelt: Welche Szenarien erscheinen Ihnen gegenwärtig am plausibelsten?

Gasser: Wir erachten Italiens fundamentale Probleme für durchaus lösbar und die ersten Ankündigungen durch die Regierung Monti gehen in die richtige Richtung. Vergleichbare Sanierungen des Staatshaushaltes wurden beispielsweise in den 80er Jahren auch schon gemeistert. Italien ist nachhaltig bis zu einer durchschnittlichen Zinslast von 7 bis 8 % solvent. Zudem besteht aus unserer Sicht in Italien, anders als in gewissen anderen Euro-Mitgliedsländern, ein breiterer gesellschaftlicher Konsens darüber, dass zur Krisenbewältigung nicht nur wenige und immer die anderen, sondern alle werden beitragen müssen. Dies sollte die politischen Ausführungsrisiken reduzieren.

finanzwelt: Ist Italien mittelfristig wiederum für ein Investment interessant?

Gasser: Durchaus, ein solides Nervenkostüm vorausgesetzt. Wir erachten beispielsweise 2 bis 4-jährige italienische Staatsanleihen bei einer Verfallrendite von rund 6 bis 6,4 % als interessant für eine Portfoliobeimischung. Bei Anleihen italienischer Banken sind wir weiterhin zurückhaltend, was auch aus relativer Bewertungssicht auf italienische Unternehmensanleihen zutrifft.

(Das Gespräch führte Alexander Heftrich)


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