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Interview mit Bernd Neitzel

„Mehr als meinen Namen kann ich nicht hergeben!“

Bernd NeitzelBernd Neitzel

Das bisher aufs Schiffsegment spezialisierte Hamburger Emissionshaus Neitzel & Cie. plant, seine Produktpalette um Lebensmittelmärkte und Solarenergie zu erweitern. Bernd Neitzel, geschäftsführender Gesellschafter Neitzel & Cie., erläutert im Gespräch mit finanzwelt die Gründe.

finanzwelt: Wie sind die Marktverläufe bei den Schiffssegmenten Bulker, Multipurpose und Plattformversorger, auf die Sie sich spezialisiert haben?

Neitzel: Die Schifffahrtsmärkte sind seit dem letzten Jahr kräftig eingebrochen, besonders im Bereich Containerschiffe. Der Containermarkt wird noch ein bis zwei Jahre Probleme haben und auf dem aktuell niedrigen Niveau bleiben. Die Segmente der Massengut- und Multipurposeschiffe sind davon in einem erheblich geringeren Ausmaß betroffen. Die Projekte, die wir realisiert haben, zeichnen sich durch eine konstante Beschäftigung in diesem Jahr aus.

finanzwelt: Wie weit sind Sie in der Entwicklung Ihrer Serie kleiner Fachmärkte?

Neitzel: Wir gehen davon aus, dass wir im ersten Quartal 2010 mit einem entsprechenden Fonds auf den Markt gehen werden. Wir haben uns auf Lebensmittel-Supermärkte mit langfristigen Mietverträgen spezialisiert. Projekte in den Bereichen Möbel oder Feintextilien haben wir ausgegrenzt, weil wir festgestellt haben, dass sowohl Analysten als auch der Vertrieb bei diesen Segmenten zurückhaltend reagieren, während das Interesse bei Investitionen im klassischen Lebensmittel und Discounterbereich groß ist.

finanzwelt: Sie planen auch einen neuen Solarfonds. Warum gerade Solar?

Neitzel: Solar ist ein Segment, das von Investoren derzeit stark nachgefragt wird. Wir planen einen 7,4 Megawatt-Solarpark in der Nähe von Husum. Dies ist ein regionales Konzept, mit regionalen Partnern. Im Kern setzen wir es für die Bürger vor Ort um. Aufgrund der Größe des Parks und eines geplanten Eigenkapitalvolumens von ca. 6,5 Mio. Euro sind aber auch ortsfremde Investoren willkommen.

finanzwelt: Wie hat sich die Krise auf die Private Placements ausgewirkt?

Neitzel: Private Placements finden nicht mehr so einfach den Zugang zum Anleger. Es ist ein deutlich längerer Weg geworden, den Einzelinvestor zum Beispiel mit einem Solarpark zusammenzubringen. Die Prüfungsprozesse bei Investitionsentscheidungen sind in diesem Jahr deutlich umfangreicher geworden, auch wenn wir schon wieder eine gewisse Flexibilisierung beobachten.

finanzwelt: Welche Vorteile bietet ein kleineres Emissionshaus gegenüber den größeren Konkurrenten?

Neitzel: Ein wichtiger Vorteil ist die inhabergeführte Struktur des Hauses. Mehr als meinen Namen kann ich für die Projekte und die Verantwortung nicht hergeben. Ein weiterer Vorteil ist die Nähe zum Projekt, z. B. zum Reeder, zum Schiff, zur Befrachtung oder zum Pool. Diese Nähe gibt sowohl dem Investor als auch dem Vertrieb die Möglichkeit, sich persönlich mit den handelnden Personen auseinanderzusetzen.

finanzwelt: Im September sagten Sie gegenüber finanzwelt, dass Sie in 2009 von 7 bis 9 Mio. Euro platziertem Eigenkapital ausgehen. Wie ist der aktuelle Stand?

Neitzel: Mit dem Mehrzweckfrachter MS "BENTE", dem in der Prospektierung befindlichen Solarpark, einem aufgelegten Schiffs-Blind-Pool und unseren Private Placements werden wir diese Zahlen erreichen.

(Das Interview führte Kim Brodtmann)


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