Interview mit Eduard Wallner und Andreas Schmid, Vorstände VIP AG, München
„Oft zu wenig Wert auf der Leinwand“
Mit 227 Millionen EURO platziertem Eigenkapital ist es der Münchner VIP AG innerhalb von nur drei Jahren gelungen, den Spitzenplatz unter den unternehmerisch orientierten Filmproduktionsfonds einzunehmen.
FINANZWELT: Wie erklären Sie sich den schnellen Erfolg in Anbetracht eines - sagen wir - angespannten Umfeldes?
Schmid: Dazu gibt es verschiedene Punkte: Zum Einen müssen wir heute dem Kunden, das ist sowohl der Vertriebspartner als auch der Fondskunde, ein verständliches und sicheres Anlagekonzept liefern, zum Anderen müssen wir ebenso beweisen, dass wir als Partner auch Leistung bringen.
Wallner: Die Leistung für den VIP Kunden besteht aus schneller, zuverlässiger Betreuung mit Unterstützung beim Verkauf an die Kunden und schnelle Abwicklung des Beitritts, was uns in ca. 80 % der Fälle innerhalb von 24 Stunden gelungen ist. Für die Kunden ist wichtig, dass sie neben der Sicherheit auch sehen, dass mit ihrem Geld vertrauenswürdig umgegangen wird, so konnten wir nach dem VIP 1 und 2 auch beim VIP 3 Weichkosten einsparen, nahezu 400.000 EURO, die wieder dem Kunden zugute kamen.
Schmid: Ich habe das Gefühl, dass viele Deutsche gelernt haben, dass ein toller Name eines Schauspielers alleine nicht der Grund dafür sein kann, für einen Film grundsätzlich immer viel Geld zu bezahlen - genauso wenig, wie das durch die bloße Teilnahme eines Studios gerechtfertigt ist. Vielmehr muss größerer Wert auf die Einkaufskontrolle gelegt werden, so haben wir beispielsweise in 2003 193 Filmprojekte angeboten bekommen mit einem Volumen von ca. 3 Mrd. EURO. Wir lassen die Drehbücher von zwei Lektoraten beurteilen, eins in USA und eins in Europa, danach noch vom Fachbeirat. All diese Beurteilungen wird dann unser Anlegerbeirat erhalten, nachdem er gewählt ist.
FINANZWELT: Ich verstehe Sie richtig, dass die weltweite Kontrolle der Filmproduktionen eine der wesentlichen Aufgaben für die Anbieter von Filmbeteiligungen geworden ist?
Wallner: Absolut. Oder können Sie sich vorstellen, dass Sie jemanden Ihr Haus für 15 Mio. EURO bauen lassen, ohne den Bau und die Baumaterialien laufend zu prüfen, und zu schauen, wohin er es baut? Kein Mensch käme auf diese Idee! Leider passiert dies aber noch bei viel zu vielen Produktionen. So wird viel Geld verloren, denn der Produzent und die oft bis zu hundert verschiedenen Firmen vor Ort holen sich, was sie können, und der, der alles zahlt, kontrolliert nicht - ein Wahnsinn. Dadurch kommt viel weniger Wert auf die Leinwand und mehr Geld in die Taschen der ausführenden Firmen.







