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Interview mit Ulrich Neumann

„Veränderungen sind immer vorstellbar“

Ulrich NeumannUlrich Neumann

Die Gothaer Versicherung hat Ulrich Neumann zum 1. Juli 2010 zum neuen Leiter des Maklervertriebs berufen. Neumann folgt auf Martin Gräfer, der in den Vorstand eines Kooperationspartners der Gothaer wechselt. finanzwelt sprach mit dem neuen Maklerleiter.

finanzwelt: Von der AO in die Maklerschiene. Was waren Ihre Beweggründe?

Neumann: Die Leitung eines gesamten Vertriebsweges bei einem großen deutschen Versicherer zu übernehmen ist schon an sich eine spannende neue Herausforderung. Außerdem habe ich viele Jahre im Maklervertrieb gearbeitet, bevor ich 2008 zur Gothaer kam. Von daher konnte ich mich rasch mit der Idee des Vorstandes anfreunden, mir die Verantwortung für die Maklerschiene der Gothaer zu übertragen.

finanzwelt: Müssen Sie nun nicht völlig umdenken?

Neumann: Nein, es ist zwar ein anderer Vertriebsweg, aber Vertriebler wollen sowohl im Makler- als auch im AO-Vertriebsweg auf Augenhöhe behandelt werden. Zudem war ich fast 20 Jahre für beide Vertriebswege verantwortlich, so dass der Maklervertrieb kein neues Metier für mich ist. Während der letzten zwei Jahre in der Ausschließlichkeit hat sich der Maklermarkt zwar weiterentwickelt, aber nicht völlig verändert. Zudem habe ich natürlich die Entwicklungen beobachtet, und im Vertriebsressort haben wir permanent vertriebswege - übergreifend kommuniziert und zusammengearbeitet. Meine neue Aufgabe ist also kein Sprung ins kalte Wasser.

finanzwelt: Sind mit Ihrem Wechsel Veränderungen im Vertriebskanal Makler bei der Gothaer vorstellbar?

Neumann: Veränderungen sind immer vorstellbar. Denn der Maklermarkt mit seiner Dynamik, Innovationskraft und Schnelligkeit erfordert immer wieder neue Antworten und Strategien. Schauen Sie sich an, welche neuen Rahmenbedingungen allein der Gesetzgeber in den letzten Jahren geschaffen hat. Der Maklervertrieb der Gothaer ist sehr gut positioniert und ein unverzichtbarer Seismograph und Erfolgstreiber für die künftigen Entwicklungen bei der Gothaer und im Versicherungsmarkt insgesamt. Gerade in der heutigen Zeit zeigt sich aber auch, wie enorm wichtig es für Versicherer ist, den Markt aus mehreren Richtungen zu bearbeiten, deshalb sind beide Vertriebswege gleich wichtige Standbeine der Gothaer, die maßgeblich dazu beitragen, unsere Unabhängigkeit auch in der Zukunft zu sichern.

finanzwelt: In welchen Produktsparten sehen Sie in den nächsten Monaten Vertriebschancen bzw. welche Beratungsansätze sehen Sie aktuell im Vertrieb?

Neumann: Wir setzen weniger auf den reinen Produktverkauf, sondern vielmehr darauf, unseren Maklern ganzheitliche Beratungsansätze für ihre Kunden aufzuzeigen. Lücken in der Vorsorge und Absicherung zeigen sich vor allem bei der Altersvorsorge und bei den biometrischen Risiken, hier sehen wir für unsere fondsgebundene Pflegerente und unser Dread Disease Produkt Perikon gute Ansatzpunkte.

finanzwelt: Was waren die ersten Aufgaben, die Sie im Juli erwarteten?

Neumann: Im Vordergrund stehen für mich jetzt am Anfang zwei Aufgaben: Zum einen muss ich mir möglichst schnell einen Überblick über die Prozesse und Strukturen schaffen, zum anderen ist es mir aber auch wichtig, den Kontakt zu den Maklern aufzufrischen und zu pflegen.

(Das Gespräch führte Marc Oehme)


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