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Private Label Fonds

„Von Unternehmern für Unternehmer“

© Foto: by-studio - fotolia.com

So genannte „Private Label Fonds“ sind zu einem der interessantesten Segmente des Fondsmarktes geworden. Hier kommen Newcomer mit innovativen Anlagekonzepten auf den Markt und bedienen sich dabei der Hilfe erfahrener Fondsschmiede aus dem Kreis der etablierten Marktteilnehmer. Diese vermarkten damit ihre Erfahrung und ihr Können beim Aufsetzen und Administrieren von Fonds.

Diesen Service hat die altehrwürdige Privatbank Hauck & Aufhäuser (H&A) zu einem ihrer wichtigen Geschäftsfelder ausgebaut: Am Standort Luxemburg bietet der H&A-Konzern praktisch eine Art Rundum-Service mit den Funktionen von Verwaltungsgesellschaft, Depotbank und Dienstleister. Von der Formulierung des korrekten, genehmigungsfähigen Prospekts bis zur Fondsbuchhaltung und Abwicklung der Transaktionen bietet H&A das volle Leistungsspektrum an. Die Initiatoren der Fonds können sich weitgehend auf die Rolle als Ideengeber und Strategen konzentrieren. Selbst die so genannten Alternative Investments wie Private Equity, Immobilien oder Hedgefonds können mittlerweile in die Produktkonstruktionen eingepasst werden.

Das Angebot wird von einer ganzen Reihe von Gruppen wahrgenommen: So spielen die bei H&A besonders gepflegten unabhängigen Vermögensverwalter eine wichtige Rolle. Daneben fühlen sich Family Offices, Pensionskassen und Versorgungswerke oder Versicherungen und Private Equity Gesellschaften gut aufgehoben als Partner von H&A. „Wir verstehen uns als Lösungsanbieter“, formuliert Dr. Volker van Rüth, persönlich haftender Gesellschafter der Muttergesellschaft Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA das Geschäftsprinzip: Der Kern der von H&A angebotenen Dienstleistungen besteht darin, aus einer guten Anlageidee ein marktfähiges und -gängiges Produkt zu machen.

Und der Service wird offenbar sehr geschätzt: Das verwaltete Fondsvolumen stieg allein zwischen 2005 und 2009 von etwa 2 auf fast 11 Mrd. Euro. Der Bestand hat sich demnach in fünf Jahren mehr als verfünffacht. Dieses Kapital steckt in rund 170 Fonds, die unter dem H&A-Dach betreut und verwaltet werden. Dabei spielen Spezialfonds erstaunlicherweise eine tragende Rolle: Obwohl diese Fonds schon wegen der vorgeschriebenen Mindestanlagesumme von 125.000 Euro nicht für das große Publikum zugänglich sind, war und ist bei den institutionellen wie erfahrenen und ausreichend ausgestatteten Privatanlegern der Bedarf überraschend groß, dieses Instrument zur Strukturierung der eigenen Portfolios zu nutzen.

So dürfte neben den rechtlichen Begrenzungen für die Portfolios von Publikumsfonds auch die steuerliche Gestaltung eine Rolle spielen.
Mit mehrstöckigen Konstruktionen, in denen Anteile von Zweck-(Objekt-) -gesellschaften in einem Spezialfonds gesammelt werden, der dann mit einem Zertifikat in ein passend gestaltetes Wertpapier umgewandelt wird, das dann wiederum in einem europaweit vertriebsfähigen Publikumsfonds seinen Platz findet, lässt sich ziemlich viel von dem verwirklichen, wovon Initiatoren (und ihre Steuerberater) träumen. „Wir sind Spezialisten für Problemlösungen“, bringt Stefan Schneider, unter anderem für die Fonds- Konzeption verantwortlicher Geschäftsführer bei der H&A Investment Gesellschaft SA (HAIG), die Kernkompetenz des Teams auf den Punkt.

Aus Sicht der Verantwortlichen der Privatbank ist auch klar, dass dieses Geschäft auf Dauer in Luxemburg beheimatet bleiben wird: „Durch die kürzlich getroffene Entscheidung, weiter in dieses Geschäftsfeld zu investieren haben die Partner des Konzerns ein klares Bekenntnis zum Standort Luxemburg abgegeben“, stellt Achim Welschoff, Geschäftsführer und Verwaltungsrat der HAIG klar. Der Finanzplatz bietet sich für diese Art Geschäft geradezu an: Der weltweit zweitgrößte und in Europa führende Fondsmarkt bietet einfach die Infrastruktur, die für dieses Geschäft benötigt wird. So werden Luxemburger Fonds in 140 Ländern der Erde gehandelt. Der Standort bietet ein stabiles und verlässliches politisches Umfeld, was auch Rechtssicherheit über weitere Zeithorizonte mit sich bringt. Zudem ist eine solche Dichte von spezialisierten, kompetenten Dienstleistern gewachsen, dass jede Art von Leistung aus dem gesamten Spektrum jederzeit bei externen Dienstleistern abgerufen werden kann.

Zudem hat das Großherzogtum gezielt daran gearbeitet, einen optimalen rechtlichen und steuerlichen Rahmen zu schaffen. Die Finanzmarktaufsicht ist entsprechend eingestellt: Die CSSF sorgt mit Augenmaß und ohne unnötige Geräusche für sauber funktionierende Märkte, ohne mehr einzugreifen als unbedingt nötig. Diese serviceorientierte Haltung der Aufsicht ist ein beachtliches Plus des Standortes.

Allerdings hat das H&A-Team eine alte Erfahrung bestätigt: Trotz des frankophonen Umfelds, vor allem in der Stadt Luxemburg, ist der Sprung über die Grenze nach Frankreich in geschäftlicher Hinsicht sehr schwierig: Deutsche Anbieter finden kaum Zugang zum französischen Finanzmarkt, auf dem immer noch recht traditionell persönliche Beziehungen eine unverzichtbare Voraussetzung für den Geschäftsabschluss bilden.

Dieses Geschäftsfeld passt sich aus Sicht Dr. Volker van Rüths bruchlos in die Grundprinzipien des H&A-Konzerns ein: Ein wesentliches Geschäftsprinzip ist die Beratung und der Service für die Kunden „von Unternehmern für Unternehmer“, wie er betont, und verweist darauf, dass jüngst der Gesellschafterkreis der Muttergesellschaft um zwei weitere renommierte Unternehmerpersönlichkeiten aus dem Mittelstand erweitert wurde. Das Kapital der Bank liegt ausschließlich bei privaten Eignern und Unternehmerfamilien.

Das klassische Kreditgeschäft spielt für diese Bank auch eine Rolle, allerdings als Teil eines umfassenden Serviceangebots insbesondere für Unternehmerkunden. Bei H&A nimmt man in der Regel nur kurzfristigere Kredite auf die eigenen Bücher. Dem Bedarf an langfristigen Finanzierungen kommen die Privatbankiers durch Vermittlung an entsprechend aufgestellte Finanzierer und, sofern benötigt, Beratungs- und Strukturierungsleistungen entgegen.

(Martin Klingsporn)


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