Hauptnavigation & Suche:

Unternavigation:


Zurück zur Übersicht

Was kommt nach der Finanzdienstleistung?

“Die Zahl der freien Finanzberater halbiert sich bis 2005”

Wie Sie jetzt gemeinsam mit Ihren Kunden auf Zukunft setzen.

Rückkehr des Wachstums?

Die Negativhypothek der Märkte ist die hohe Weltwirtschaftsverschuldung, verschärft durch das gigantische Wachstum von 1998 - 2000. Heraus kam das im New-Economy-Crash, der zudem die Finanzmarktstrukturen beschädigte und für Jahre Volatilität hinterlässt. Die Folge ist eine breite Kapitalratio-nalisierung: Investoren bremsen, Banken erschweren den Zugang. Firmen schalten deshalb um von Produktivität auf Rentabilität, erhöhen Rationalisierungsquoten. Die Folge: Massive Konzentrationsprozesse mit Restrukturierung der Marktwirtschaft inklusive Aufreibung des Sozialstaates. Das anschließende Wachstum verläuft deutlich differenzierter, da Kapitalgeber zukünftig vorsichtiger und breit gestreuter investieren, Unternehmen nicht mehr so schnell und risikofreudig Kapital aufnehmen und ausgeben. Zudem wächst die Vermögensspaltung, hervorgerufen durch 1. den gigantischen Vermögenszyklus von 1998-2000, 2. einer zunehmenden Einkommensdifferenzierung, die sich mit der Arbeitsmarktkonzentration auf Hochqualifizierte beschleunigt und 3. durch die demografische Minusentwicklung, die vor allem zur Verengung des Erbschaftstrichters führt: Immer weniger Kinder erben immer mehr Geld. Zukunftseffekt: Die Zahl der Anleger schrumpft, ihr Investitionsvolumen steigt. Es kommt zu einer Kapitalmonopolisierung kleiner Investoren- und Konsumentenschichten mit hohem Kommunikations- und Serviceanspruch, was zu längeren und teuren Kommunikations- und Vermarktungszeiten führt.

Kontakt:
www.futurebusinessgroup.de

Die Finanzdienstleistung nach der Finanzdienstleistung

Neuer Liquiditätsboom: Geburtenstarke Jahrgänge der 50er - 70er investieren vermehrt in die private Alterssicherung. Das erhöht Aktivität und Dominanz institutioneller Anleger an der Börse, da Banken, Versicherer und Investmentfonds aus Renditedruck in höher rentierliche Märkte investieren müssen. Dieser "Entladungseffekt" (Schwarzmann 2001) des aufgestauten und neu entstehenden Renditezwangs führt zwar in steigende Kapitalisierung, aber auch in eine wachsende Volatilität, da die Kapitalaufnahmekapazität deutscher Märkten wegen der laufenden Wachstumsschwäche eingeschränkt ist. Deshalb internationalisieren sich Investitions- und Konsumströme, um globale Marktchancen vor allem in Osteuropa, Russland und China zu nutzen. Die Steuerpolitik verstärkt zudem die Kapitalflucht.
Eigentlich sind es gute Beraterzeiten: Durch Marktvolatilität und Individualisierung der Investoren steigt der Kommunikations- und Servicebedarf. Dazu verteilt sich der Finanzmarkt auf drei Gruppen: 1. bisherige Konsumsparer werden Altersvorsorgesparer, ihr Ziel ist die Sicherung persönlicher Zukunftsressourcen, 2. kurzfristig orientierte Kapitalanleger verfolgen die Verfügbarkeit von Lebensqualität und 3. Senioren setzen auf den Genuss des Alters und sind in einigen Jahren die attraktivste Anlegerschicht. Allen ist eines gemeinsam: Waren Investoren bisher produktgetrieben, sind sie nun marktorientiert. Damit verliert die verkäuferische, produktgeführte Finanzdienstleistung, beschleunigt vom Ende der Verlustprodukte. Was folgt ist eine extreme Vertriebskonzentration auf wenige große Marken, die standardisierte Finanzprodukte in mittleren Einkommensschichten anbieten. Einzelkämpfer und kleine Beraterteams schließen sich Großvertrieben an, um von deren Organisationsstärke und Markenmanagement zu profitieren. Die Zahl der freien Finanzberater halbiert sich bis 2005. Dieser Trend wird begleitet von Markenrückgang und Angebotsbereinigung, für Anbieter lohnt sich eine breite Produktdistribution nicht mehr. Die Bereinigung wird bis 2003/2004 abgeschlossen sein. Verstärkt durchsetzen wird sich die "organisatorische Finanzdienstleistung", die einer Renaissance der Vermögensverwaltung entspricht. Qualität, Transparenz, Service, Sicherheit und mittel- bis langfristige Geschäftsbeziehungen sind die benchmarks. Privatbanken besetzen verstärkt diesen Markt, weil 1. sie den Bankenbonus besitzen, und 2. wegen ihrer Struktur individualisierter handeln können als Großbanken, die in erster Linie mit der eigenen Organisation beschäftigt sind. Die von mir 1991 prognostizierte Expertenwelle wird sich wie vorhergesagt nicht im Massengeschäft durchsetzen. Es gelingt nur wenigen, sich von der Verkaufsebene zur unabhängigen Expertenebene zu verlagern. Der Rest fällt der Vertriebskonzentration zum Opfer, die zudem von fallenden Provisionssätzen wegen des Kostendrucks begleitet wird. Das Massengeschäft fällt zunehmend an den elektronischen Direktvertrieb. Financial Planning bleibt eine sinnvolle Ergänzung in der organisatorischen Finanzdienstleistung, als eigenständiger Markt kann Finanzplanung nicht existieren. Firmenkunden im Kommen: Wegen der Kapitalisierungsentwicklung und Basel-II-Konsequenzen diversifizieren Unternehmen ihre Finanzstruktur. Gefragt sind Beteiligungsmodelle, Cash-flow-Management, Vermögensgestaltung, betriebliche Altersvorsorge im Kontext der Steuerberatung.

(Oliver W. Schwarzmann)


Zusatz-Informationen:

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

finanzwelt für unterwegs: Die neue finanzwelt-App bringt Ihnen die wichtigsten News des Tages auf Ihr Handy.

finanzwelt-App

finanzwelt.tv

Film: Alle Filme ansehen

Abo-Bestellung

Bestellen Sie die nächste Ausgabe der finanzwelt.

Jetzt abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie ab jetzt unseren kostenlosen finanzwelt-Newsletter.

Newsletter abonnieren

Fußzeile: