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Üben für Deutschland

In Österreich können deutsche Finanzvertriebe bereits für die EUVermittlerrichtlinie in Deutschland üben, denn Österreich hat neben allen anderen EU-Ländern die Versicherungsvermittlerrichtlinie längst umgesetzt. Der Vollzug dieser Richtlinie war der EU-Kommission bis zum 15.01.2005 von den einzelnen...

Ländern zu melden. Deutschland ist diese Meldung bisher schuldig geblieben.

Nach den Vorstellungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ist die Umsetzung aber in der zweiten Jahreshälfte 2006 realistisch. Das sind jedenfalls die Aussagen von Ulrich Schönleiter, Ministerialrat in diesem Ministerium. Nach seinen Worten soll es beim bisherigen Referentenentwurf bleiben. Die Registrierung bei den Gewerbeämtern ist allerdings verworfen worden. Es ist davon auszugehen, dass die Registrierung beim bereits bestehenden AVAD (Auskunftsstelle über Versicherungs-/Bausparkassenaußendienst) in Hamburg angesiedelt wird.


Als Mindestqualifikation soll nach den Vorstellungen des Ministeriums die/der Versicherungsfachfrau/mann (BWV) gelten. Dabei soll das Berufsbildungswerk der deutschen Versicherungswirtschaft als Dienstleister für die Industrieund Handelskammern fungieren. Diese deutsche Zukunftsmusik ist in Österreich bereits Anfang 2005 umgesetzt worden. Deutsche Vertriebsgesellschaften, die – wie die OVB Vermögensberatung AG und deren Tochter Eurenta Europäische Vermögensberatung – schon lange in Österreich tätig sind, konnten deshalb schon wertvolle Erfahrungen mit dieser Richtlinie für Deutschland sammeln.

Eines kann auf Grund der Entwicklung in Österreich festgehalten werden: Auch in Deutschland wird es eine Marktbereinigung geben, kleinere undschlecht aufgestellte Vertriebe werden vom Markt verschwinden oder von größeren Vertriebsgesellschaften „geschluckt“. Größere und gut aufgestellte Vertriebsgesellschaften werden daher sowohl in Österreich als auch in Deutschland die Gewinner nach der Umsetzung der Vermittlerrichtlinie sein. Ob dies wettbewerbspolitisch gewünscht oder gewollt ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Auf jeden Fall ist die Qualität der Berater und damit die Qualität der Beratung gegenüber dem Kunden in Österreich messbar gestiegen. Die so genannten „schwarzen Schafe“ sind durch die Pflicht zur Registrierung von Beratern und zur Lizenzierung von Wertpapierdienstleistungsunternehmen vom Markt verschwunden. Aber auch diese transparente Regulierung verhindert nicht unbedingt Betrugsfälle, die der aktuelle Fall des Wiener Unternehmens AMIS Financial Consulting in Österreich zeigt. Trotz der Überwachung durch die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) wurden ca. 70 Mio. Euro Anlegergelder veruntreut.

In Österreich gibt es heute drei verschiedene Berufstypen: Versicherungsagent, Vermögensberater sowie Versicherungsmakler. Laut eines Berichtes des europäischen Dachfinanzdienstleisterverbandes FECIF tummeln sich in diesen drei Berufstypen ca. 10.000 freie Finanzberater, die natürlich registriert sind, wenn diese die Anforderungen erfüllen: Es muss eine staatliche Prüfung abgelegt werden; damit ist der Finanzberater Pflichtmitglied in der jeweiligen Fachorganisation der Wirtschaftskammer.

Alle Vertriebsgesellschaften und deren freie Mitarbeiter können auf den einzelnen Internetseiten der Aufsichtsbehörde FMA eingesehen werden (www.fma.gv.at). Die Versicherungsvermittler befinden sich in einem eigenen Register www.versicherungsvermittler.brz.gv.at). Vertriebsgesellschaften wie OVB und Eurenta haben auf Grund der langjährig in Österreich gemachten Erfahrungen letztendlich die in diesem Jahr erwartete Versicherungsvermittlerrichtlinie in Deutschland sozusagen für sich selbst längst umgesetzt. Alle Berater verfügen über die geforderte Vermögensschadenhaftpflichtversicherung und befinden sich in Aus- und Fortbildungslehrgängen, die der Richtlinie entsprechen werden.


Fakten zumösterreichischen Finanzmarkt:
- Einwohner: 8,1 Mio.
- Zahl Finanzberater: 10.000
- Durchschnittliches pro-Kopf-Fondsvolumen: 9.517 (Deutschland 5.575 )

Organisationen:
- Fachverband Finanzdienstleister in Wirtschaftskammer WKO (www.portal.wko.at)
- Finanzmarktaufsicht FMA (www.fma.gv.at)



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