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Die Immobilienmärkte werden immer schwerer

Über das vergangene Jahr und die Zukunftsaussichten

2001 war das schwerste und arbeitsreichste Jahr in meinen über 30 Berufsjahren. Was ist geschehen? 2001 konnten die Banken, erstmalig seit Bestehen der Bundesrepublik, nicht expandieren, sondern mussten sich auf die Realität einstellen. Mehrere Banken hatten selbst über Horrorszenarien zu berichten, Millionenverluste zu erleiden, teilweise mussten sie Wertberichtigungen vornehmen und die bekannt hohen Handelsspannen aus dem Fonds und Aktiengeschäft waren ebenfalls nicht zu erzielen. Mehrere Hypothekenbanken haben sich zusammengeschlossen und in dieser Zeit des sich Findens konnte man von diesen Banken keinerlei Kreditentscheidungen erwarten. Die Mitarbeiter signalisierten Traurigkeit, mussten langjährigen Finanzierungskunden ein "Nein” präsentieren. Ohne Kreditentscheidung waren Bauträger und Initiatoren gelähmt und hatten kaum Chancen, Produkte zu präsentieren.

Der Markt wurde zudem überfallen durch die Ideen und Auswirkungen des neuen Kreditwesengesetzes "Basel II". Auch wenn dieses heute noch keine absolute Gültigkeit besitzt, so haben sich doch viele Banken bereits darauf eingestellt, umgestellt und sich Monate lang mit sich selbst beschäftigt. Gestellte Kreditanträge wurden über Wochen ja Monate nicht bearbeitet, auch hier sind in der Wirtschaft schwere Schäden entstanden. Immobiliengeschäfte, die früher machbar waren, also Darlehensanträge, die "frei weg" finanziert wurden, sind heute nicht mehr realisierbar.

Als wäre dies nicht schon genug, haben 2001 die Bundesbürger an den Börsen ca. 60 Milliarden Euro verloren. 2000 waren es ungefähr 65 Milliarden Euro. Es fehlt also an liquidem Anlegerbarvermögen. Viele, die früher eine Eigentumswohnung erwarben und das nötige Kleingeld für die Nebenkosten oder gar zusätzliche Eigenmittel mitbrachten, hatten und haben kein Geld mehr, um den Start in die Steuerspar- oder Altersversorgungsimmobilie zu investieren. Dabei wäre gerade heute, wo Immobilien preislich auf einem Niedrigniveau stehen, die Kaufchance besonders geraten und sinnvoll. Der 11. September brachte weitere Probleme mit sich. Viele, die sich bereits entschieden hatten, zogen ihre Kaufentscheidungen zurück, sozusagen bis Ende November war das Neugeschäft fast auf Null. Auch die Euroumstellung erwies sich als Blocker: Viele Banken waren so mit sich selbst beschäftigt, dass zumindest ab Anfang Dezember Neugeschäft "unerwünscht" war.

Alles in allem haben die Veränderungen im Markt, wie beschrieben, viele Probleme mit sich gebracht. Viele Bauträger und Initiatoren sind mittlerweile von der Bildfläche verschwunden bzw. leiden daran, dass sie ihr häufig "überteuertes Immobilienbestandpotential" nicht mehr verkaufen können. Grundsätzlich gesehen kann man all das, was geschehen ist, verbinden mit einem Säuberungs- und Reinigungsprozess am Markt und sicherlich ist der Kunde Nutznießer davon. Denn was häufig in der Vergangenheit geschehen ist, spricht Bände.

Wie sich der Markt entwickelt ist schwer einzuschätzen. Für unser Unternehmen weiß ich, dass das Jahr 2001 besonders hat war und wir dennoch an eine positive Fortentwicklung des Geschäftes glauben. Folgende Punkte meinen wir erkannt zu haben, die Vermittler an ein Unternehmen binden und eine hohe Schlagzahl im Abschluss ermöglichen: Zum einen sollte sich der Innendienst als verlängerter Arm des Vertriebes verstehen. Reibungsverluste oder persönliche Vorbehalte sollten weitestgehend vermieden werden. Immer mehr spielen auch Finanzierungszusagen eine Schlüsselrolle im Verkauf. Wir haben daher ein System installiert, dass innerhalb kürzester Zeit verbindliche Finanzierungszusagen, aber auch absagen ermöglicht. Dass Vermittler die Objekte kennen sollen, verstehen wir als Verpflichtung seitens des Initiators, der dafür Sorge zu tragen hat. Hierzu gehört auch die altbekannte Empfehlung, dass Vermittler ihren Kunden die Objekte zeigen sollten. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit und doch werden viele Kapitalanlageobjekte ohne persönliche Inaugenscheinnahme gekauft. Schließlich haben wir umgesetzt, dass Vermittler binnen drei Tagen nach Beurkundung das bekommen, worauf sie warten und Anspruch haben, nämlich ihr Geld.

(Konsul Dieter F. Kindermann)


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