FINANZWELT-Vertriebstage
8. bis 10. Mai 2003
Das waren die besten Vertriebstage, seit es FINANZWELT gibt - die Chefredakteur Michael Oehme und Jörg Laubrinus, Leiter der FINANZWELT-Akademie, dirigierten. Ihrem Motto „Wer etwas zu sagen hat, der sagt es hier“ wurde die Veranstaltung voll gerecht: mit Vorträgen, bei erstmals zwei Podiumsdiskussionen, mit dem nagelneuen FINANZWELT Web-TV und an den Ständen der Aussteller.
Noch bevor Michael Oehme die Vertriebstage offiziell am 9. Mai eröffnen konnte, ergriff am Vorabend Hermann J. Winkler, Vertriebsvorstand der SAB Spar- und Anlageberatung AG in Bad Homburg, bei einer Sonderveranstaltung das Wort. Winkler, ehemaliger Geschäftsführer des AWD in Hannover, rückte die Immobilienanlage ins rechte Licht. Sie schlage langfristig alle anderen Anlageformen. Und Baugeld sei zur Zeit so billig wie nie. Der besondere Charme seines Angebots: die BHW Holding ist zu 40 Prozent an der SAB beteiligt. Dem Investor verheißt das eine sichere Finanzierung und einen Partner, den es in 50 Jahren auch noch geben wird, so Winkler.
Auch Erik Steuerer, bundesweit für die Betreuung der Vertriebspartner der FALK CAPITAL AG in München zuständig, sah in den historisch günstigen Zinsen und mageren Renditen auf dem Kapitalmarkt klare Kaufsignale für Immobilienfonds. FALK CAPITAL, der Marktführer unter den bankunabhängigen Initiatoren deutscher geschlossener Immobilienfonds, hat sich mit seinem neuen Zinsfonds mit einjähriger Laufzeit und acht Prozent Ausschüttung auch etwas Besonderes einfallen lassen. Denn dieser Fonds erspart die teure Zwischenfinanzierung von Immobilien bei Banken.
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion unter Leitung des Wirtschaftsjournalisten Michael J. Glück ging es um die betriebliche Altersversorgung. Sowohl Ralf Henn als auch Holger Timmermann von der HT Maklerservice in Idstein-Wörsdorf, der als Konzeptentwickler und Dienstleister in der Allfinanzbranche tätig ist, profilierten sich als Experten rückgedeckter Pensionszusagen für Gesellschafter-Geschäftsführer von GmbHs. Gemeinsam warnten sie angesichts der reduzierten Überschussbeteiligung der Lebensversicherer vor einer Rückdeckung mit der klassischen Kapitallebensversicherung. Der Grund: mögliche Liquiditätsprobleme in den Unternehmen und negative steuerliche Folgen. Beide plädierten deshalb für eine Rückdeckung mit Fonds.
Eberhard Burger, Direktionsbevollmächtigter der Continentale Lebensversicherung a.G. in München, Jan-Peter Ernst von der Gerling Lebensversicherungs-AG und Christian Held von der HDI Pension Strategy Management GmbH in Köln hatten dagegen die betriebliche Altersversorgung für alle und damit auch alle fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung hier zu Lande in ihrem Repertoire. Dabei votierten die Vertreter der Versicherungswirtschaft vor allem für die Pensionskasse, die als einziger Durchführungsweg die Förderung nach § 3, Nr. 63, nach § 10 a und nach § 40 b Einkommensteuergesetz bietet.
Curt-Rudolf Christof, Vertriebsleiter bei DCM AG bewies einmal mehr, dass Faszination Film und die wirtschaftlich wachstumsträchtige Medienfondsbranche nicht auseinander liegen müssen. Zugestanden, die ersten Sequenzen aus „Terminator 3” mit Arnold Schwarzenegger zogen (beinahe) jeden in den Bann. Aber auch mit seinen Ausführungen vermochte Christof zu begeistern, worauf bei Medienfonds zu achten ist und weshalb es besonders attraktiv sein kann, die derzeitige steuerliche Übergangsregel zu nutzen.
Alfred Wieder, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Alfred Wieder Vertriebs AG in Seefeld, legte das Schwergewicht auf die finanzielle Förderung der Technologien der Zukunft. Für die Anleger heißt das Venture Capital, bei dem die Alfred Wieder AG teilweise sogar eine Alleinstellung genießt. So sind der GC Global Chance Fund und der GA Global Asset Fund nur über die Alfred Wieder AG zu beziehen.
Ganzheitliches Bildungsmanagement präsentierten Jörg Laubrinus und Jürgen Hollstein als Verantwortliche der FINANZWELT-Akademie. Das überzeugende Angebot wurde in 1-jähriger Vorarbeit durch Marktanalysen, Unternehmer und Vermittlerbefragungen sowie etlichen Praxisworkshops konzipiert. Es ist ohne Zweifel die Lösung für viele Anbieter von Qualitätsprodukten, die auf Ausbildung statt auf Provisionen setzen. Seminare, Workshops, Feldtraining, Telefon-Coaching und eine Online Akademie werden von Praktikern an Praktiker angeboten. “Wir sind Partner für Ihren Erfolg”, das kam an. Aufträge wurden gleich erteilt.
Die Abendveranstaltung vermittelte Ergötzliches, Zauberhaftes und Lehrreiches. Volker Schilling, Geschäftsführer der Performance AG und der Performance Finanzplanungs GmbH zum Beispiel bewies, dass erfahrene Finanzplaner sogar des Zauberns mächtig sind. Michael Eller, ebenfalls Finanzdienstleister, zeigte sein kabarettistisches Können. Eher lehrreich waren die Ausführungen der beiden Ausnahmeathleten Astrid Benöhr und Roland Conar (s. Interviews i. d. Ausgabe). Fast nebenbei brachte Conar sowohl der Verlegerin der FINANZWELT, Dorothee Schöneich, als auch dem Sponsor des Abends und Chef der maxPool GmbH, Carsten Möller, die ersten Schritte beziehungsweise Hiebe im Nahkampf bei.
Ove N. Burmeister, Vorstand der DMS Deutsche Maklerservice AG in Hamburg, ließ den folgenden Tag spannend beginnen. Denn sein Referat mit dem Titel „Die EU-Richtlinien – Fluch oder Chance für den freien Vermittler“ hatte es in sich. Weniger als Fluch empfand Burmeister die Vermittlerrichtlinie für die Versicherungswirtschaft. Doch die ebenfalls bis 2005 in nationales Recht umzusetzende Wertpapierdienstleistungsrichtlinie gefährde vor allem die Existenz der rund 100.000 freien Anlageberater in Deutschland. Denn der Investment Services Directive aus Brüssel zufolge sollen künftig nur noch Wertpapierhäuser und deren Bevollmächtigte, sogenannte „tied agents“, Kapitalanlagen vermitteln dürfen. Damit wären die freien Finanzdienstleister gezwungen, dieselben Haftungsvorschriften wie Wertpapierhäuser zu erfüllen. Das aber sei ihnen nicht möglich.
Tobias König, Geschäftsführender Gesellschaft des Hamburger Emissionshauses König & Cie. GmbH & Co. KG, hieß das Auditorium „Willkommen an Bord“. Dabei vermittelte er den Reiz der Seefahrt in Verbindung mit einer rentablen und steuerbegünstigten Beteiligung an zwei neuen Rohöl- und Chemikalientankern. Zwar gelten Schiffsbeteiligungen per se als relativ renditesichere Anlagen - die sprichwörtliche Perle in der Auster finden jedoch die Anlageberater, die nach eingehender Prüfung auf derartige „Spezialschiffe” setzen.
Auch bei der anschließenden zweiten Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft der geschlossenen Fonds” ging es direkt ins „Eingemachte”. Unter der Moderation von Michael Oehme stellte Franz Landerer, Vorstand der Victory Gruppe sein neustes Fondskonzept MultiMediaFonds 23 vor, bei dem Investoren deutliche Mitspracherechte haben. Urteil von Finanzrichter Beck: „Derartige Fonds gehen in Bezug auf den neuen Medienerlass steuerlich in die richtige Richtung!” Auch wirtschaftlich sei der Fonds sinnvoll, so Landerer. Paul F. Steinhardt, Geschäftsführer bei der Deutsche Structured Finance arbeitete heraus, dass es immer schwieriger werde, gute und innovative Produkte anzubieten. Zudem stände ein höherer Erklärungsbedarf im Widerspruch zur Vertriebsleistung. Sein Unternehmen bietet derzeit einen Projektentwicklungsfonds mit einem Absicherungselement, da der Fonds zudem in einem vermieteten Bestandsobjekt investiert ist. Entwickelt werde derzeit ein Fonds mit südeuropäischen Objekten.
Dass Immobilienfonds mit deutschen Objekten weiterhin oder gerade jetzt eine Existenzberechtigung haben, stellte Analyst Stefan Loipfinger fest. Und so war das Urteil über den aktuell von der DCM AG aufgelegten Immobilienfonds 19 KG, der in seinen Grundzügen von Thomas Ulrich Model, Prokurist der DCM AG vorgestellt wurde, positiv. Das Besondere des Fonds ist eine Laufzeitbegrenzung und eine Ertragserwartung, die selbst ohne Schweizer Franken Finanzierung noch über dem Niveau offener Fonds liegt. Kontrovers diskutiert wurde die Höhe der unterstellten Inflationsrate. Diese entspräche, so Loipfinger, eigentlich bei keinem Fonds dem vom Arbeitskreis Prospektierung erarbeiteten Wert. Einen gänzlichen anderen Weg geht Michael Groß, Direktor der Schweizer Prodomo Unternehmensberatung AG mit seinem Fonds Schweizer Rendite Plus. Der Fonds sichert nicht nur das Anlegerkapital, sondern will durch alternative Finanzinstrumente - bspw. Hedge Fonds - eine Rendite deutlich über Marktniveau erzielen. Die Konzeption als geschlossener Fonds ermöglicht es dabei deutschen Finanzdienstleistern überhaupt, derartige Anlagestrategien anzubieten. Dies sei auch juristisch sauber, so Finanzrichter Beck.
Otmar Knoll, Vertriebsdirektor der fairrenta GmbH in Tübingen, stellte den „Immobilienfonds der Zukunft“ vor: Immobilien aus Zwangsversteigerungen. Dabei profitiert der Anleger vor allem vom Einkauf der Immobilien unter deren Verkehrswert. Denn: „Im Einkauf liegt der Gewinn“, betonte Knoll.
Edgar K. Geffroy, Unternehmer, Unternehmensberater, Bestsellerautor und Verkaufstrainer, zog den Schlussstrich unter die FINANZWELT-Vertriebstage 2003. Geffroy macht Mut, und so hört sich auch sein Rat an: „Machen Sie Ihre eigene Konjunktur“, empfahl er. Die macht man am besten per Netzwerk und vielen neuen Kontakten. „Clienting ersetzt Marketing“, fasste er das ökonomische Credo für die kommenden Jahre zusammen. Außerdem bemühte er den altgriechischen Gott Kairos, den Gott des Augenblicks im Olymp. Denn Spontaneität, Innovationsbereitschaft und Bewahrung von Bewährtem verhießen Gewinn in der Zukunft.
Gewinn in der Gegenwart verhieß die abschließende FINANZWELT-Tombola. Erholsame Tage in Bad Gastein, in Sonneck im Allgäu, in Tübingen oder auf Sylt winkten den Gewinnern. Auch Freikarten für ein Rolling Stones-Konzert in Oberhausen oder das Musical „Der König der Löwen“ in Hamburg warteten ebenso auf Gewinner wie ein „Leadership-Check“ durch Edgar Geffroy.
(Michael J. Glück)







