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Holland-Immobilienfonds

Alter Klassiker doch kein alter Käse

Vier Holland-Immobilienfonds sind derzeit auf dem Markt, die Niederlande gehören zu den attraktiven Standorten.

Als sich das Bankhaus Wölbern, heute Wölbern Invest, im Jahr 2006 entschloss, die meisten Holland-Immobilien zu verkaufen und zahlreiche Holland-Fonds aufzulösen, hieß es vollmundig, dass man neue erst wieder auflegen würde, wenn bei der Ausschüttung eine ehrliche „sieben“ vor dem Komma stehen würde. Aber die Zeiten haben sich geändert: Inzwischen ist Wölbern, Erfinder des Hollandfonds und zusammen mit MPC Marktführer, wieder an den Markt zurückgekehrt. Zwei im Vorjahr aufgelegte Fonds wurden in diesem Jahr geschlossen, zwei befinden sich am Markt, mit Anfangsausschüttungen von 6,25 %. Auch MPC, die wie Wölbern vor einigen Jahren ein ganzes Portefeuille von Holland-Immobilien verkauft hat, bietet wieder einen Fonds für die Niederlande an.

Der Verkauf ganzer Portefeuilles ist offenbar die einzige realistische Exitmöglichkeit. Es gibt keinen Zweitmarkt für Holland-Immobilienfonds. Die holländischen Steuervorschriften, die hohe steuerfreie Ausschüttungen ermöglichen, verlangen, dass alle Gesellschafter dem Verkauf eines Anteils zustimmen. Dafür waren die Marktbedingungen im Jahr 2006 wegen der hohen Preise günstig. Die aktuellen Fonds sehen eine erste Kündigungsmöglichkeit nach 10 Jahren vor.

Für die Niederlande spricht die relative Stabilität der Wirtschaft und des Immobilienmarkts. „Die Niederlande gehört zu den attraktiveren Investitionsstandorten in Europa. Das Land kann eine relativ geringe Arbeitslosenquote vorweisen und zeigt sich gegenüber der Wirtschaftskrise als relativ robust“, meint Andreas Heibrock, Mitglied der Geschäftsleitung Real I.S. AG. Für einen Spezialfonds erwarben die Münchener gerade eine Büroimmobilie mit Firmenzentrale von Unilever in Rotterdam. „Der niederländische Immobilienmarkt ähnelt dem deutschen, er zeichnet sich durch eine geringere Volatilität in Mieten und Anfangsrenditen aus“, erklärt Martin Bernhard, Global Real Estate Analysis. Die Anleger schätzen derzeit inflationsgeschützte Core-Immobilien mit stabilem Cashflow. „Wir berücksichtigen das ausgeprägte Sicherheitsbedürfnis der Anleger und besinnen uns auf unsere Kernkompetenz“, erläutert Alexander Bergé, gebürtiger Niederländer und Vertriebsvorstand der Wölbern Invest AG.

Büroimmobilienfonds mit Anfangsausschüttungen von 6 % sind auch in Deutschland zu finden (E-Plus-Unternehmenszentrale von CFB, IVG Euroselect 18). „Aber die Ausschüttungen werden in den Niederlanden nur sehr gering besteuert“, meint Ulrich Oldehaver, Produktvorstand der MPC Capital AG. „Und jetzt, nach Wegfall des Progressionsvorbehalts bei Anlagen in EU-Ländern, ist auch in Deutschland keine Steuer mehr zu zahlen.“

(Dr. Leo Fischer)


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