Alles Gute kommt nach oben
Auch sanfte, entspannte Menschen können Erfolgstypen sein!
Eine der Hauptursachen, warum viele von uns gehetzt, verängstigt und auf Erfolg fixiert bleiben, liegt in der Sorge begründet, wir könnten, wenn wir friedlicher und sanfter wären, plötzlich unsere Ziele nicht mehr erreichen. In Wirklichkeit trifft das Gegenteil zu! Verängstigtes, hektisches Überlegen frisst eine ungeheure Menge Energie und...
entzieht unserem Leben Kreativität und Motivation. Es beraubt uns unseres größten Potenzials – vom Vergnügen mal ganz abgesehen.Ich hatte das Glück, immer wieder die Gesellschaft von sehr entspannten, gelassenen Menschen genießen zu dürfen. Es waren Autoren, Computerexperten, Vorstandsvorsitzende, Eltern und Berater darunter. Alle fanden sie eine moralische Erfüllung im Sinne einer Achtungs- und Fürsorgehaltung in dem was sie taten, und sie nutzten ihre Fähigkeiten zu ihrem Besten. Die Psychologen haben dafür den Begriff „Flourishing“ (Erblühen, Gedeihen) geprägt.
Gemeint ist damit die „optimale Entfaltung“. Wenn wir in der Lage sind, im Einklang mit uns und anderen zu leben und dabei unsere Einzigartigkeit optimal entfalten zu können, sind wir auf der Höhe unserer Möglichkeiten angekommen. Dabei spielen Gefühle eine ganz wesentliche Rolle: Unter dem Einfluss positiver Gefühle blühen unsere Fähigkeiten auf! Positive Emotionen wie Freude, Zufriedenheit und Heiterkeit erweitern nachweislich unser Denk- und Handlungsspektrum, da sie uns offener, freier, zugänglicher und integrativer machen.
Für die Arbeitssphäre in einem Team bedeutet dies beispielsweise, dass Ton und Umgang im Team eindeutig die Leistungsstärke des Teams beeinflussen – positiv gestimmte Teams erwiesen sich als flexibler, kreativer und letztendlich erfolgreicher. Positive Gefühle machen uns also nicht nur ausgeglichener und entspannter, sondern sind wesentlich für soziale Kompetenz, emotionale Intelligenz und Resilienz, sprich die Fähigkeit, Niederlagen überwinden zu können, verantwortlich.
Wenn die „guten Gefühle“ so essenziell sind, wie können wir sie wecken oder lernen, sie herbeizuführen? Wir sollten uns zunächst verdeutlichen, dass eine Kausalität zwischen Gedanke und Gefühl besteht, will heißen, dass wir uns zwangsläufig aufgrund negativer Gedanken schlecht fühlen, positive Gedanken dagegen für Wohlbefinden sorgen. Ergo: Wenn wir unsere negativen Gedanken kontrollieren, ist der erste Schritt getan! Im zweiten Schritt „hauchen“ wir den positiven Gedanken Leben ein.
Klingt simpel – ist es auch! Und das Beste: Wirkt sofort! Sie werden feststellen, dass Sie sich nicht nur gut fühlen, Dankbarkeit und Respekt ernten, sondern auch selber zum Empfänger von Wohltaten werden. Heißt das aber in der Endkonsequenz, dass wir im Grunde nur noch Gutes tun müssen, um ein erfolgreiches Leben zu führen und glücklich zu sein? Müssen wir dafür die negativen Gefühle permanent unterdrücken oder ignorieren? Der amerikanische Glücksforscher Ed Diener hat festgestellt, dass die negativen Emotionen, wie Neid, Zorn oder Traurigkeit ein nötiges Korrektiv sind, damit wir lebenstüchtig bleiben. Die perfekte harmonische Beziehung, in der es keine Meinungsverschiedenheiten, keine Reibungspunkte oder Enttäuschungen gäbe, wäre nicht nur öde, sondern auch kontraproduktiv. Ohne negative Einflüsse können wir positive nicht werten.
Auf die richtige Mischung kommt es an! Aufgrund neuester Forschungsergebnisse ist es heutzutage sogar möglich, das optimale „Mischungsverhältnis“ positiver und negativer Affekte vorherzusagen. Für die Arbeitswelt gilt beispielsweise eine Studie aus dem Jahre 1999 als wegweisend:
Um sich als erfolgreiches Team zu qualifizieren, muss das Verhältnis positiver gegenüber negativer Emotionen mindestens 3:1 betragen, für eine Zweierbeziehung gilt ein Mischungsverhältnis von 4:1. Ab einem Verhältnis von 11:1 verflüchtigt sich allerdings der „Flourishing“- Effekt.
Etwas „Unglück“ ist demnach unentbehrlich in unserem Leben. Lassen Sie uns für mehr Lebensqualität gelassen die Unzulänglichkeiten des Lebens akzeptieren und den Fundus gelungener Lebensmomente intensiv genießen!
Es gibt erlernbare Methoden für systematische Stimmungsbesserung:
Sozialpsychologe Martin Seligman, Begründer der Positiven Psychologie, empfiehlt:
• „Count your blessings“ – schreiben Sie wöchentlich einmal auf, wofür Sie sich dankbar fühlen können
• „Dankbarkeitsbrief“ – schreiben Sie jede Woche einen Brief an einen Menschen, dem sie zu Dank verpflichtet sind.
Psychologin Sonja Lyubomirski empfiehlt:
• „Akte der Freundlichkeit“ – kleine spontane oder regelmäßige Taten Psychologe Richard Carlson rät:
• Üben Sie sich in Freundlichkeit, statt in Rechthaberei
• Lernen Sie loszulassen und zu vergeben
• Entwickeln Sie Mitgefühl
Katy von Lojewski ist Expertin für angewandte Physiognomie und personale Kompetenz. Als Business-Trainerin ist sie für führende internationale Unternehmen sowie als Coach für Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft tätig.
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