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Interview mit Klaus Eisenblätter

Augenscheinlich im Visier!

Klaus EisenblätterKlaus Eisenblätter

Ist es wirklich möglich, hinter die Stirn eines Menschen zu blicken? Ja, erklärt Klaus Eisenblätter, Verwaltungsratspräsident der Schweizer Global Profiling AG, und gibt finanzwelt einen Einblick in die Methodik der Morphoanalytik, die auch schon in der Finanzbranche mit großem Erfolg zur Rekrutierung und Qualifizierung der Mitarbeiter eingesetzt wird.

finanzwelt: Herr Eisenblätter, welche Idee steckt hinter der Global Profiling AG?
Eisenblätter: Die Global Profiling AG ist auf einer Systematik gegründet worden, der soziogenetischen Morphologie, die in ihrem Verwandtschaftsgrad aus der Täterprofilermittlung – Fachrichtung organisiertes Verbrechen – gewachsen ist. Der Anwendungsbegriff, die Morphoanalytik, integriert modernste Wissenschaften, wie u. a. Neurobiologie, Zwillingsforschung sowie Verhaltenspsychologie.

finanzwelt: Können Sie die Methodik beschreiben?
Eisenblätter: Die soziogenetische Morphologie ist eine Form- und Gestaltlehre, basierend sowohl auf der genetischen als auch der soziologischen Konditionierung. Dadurch können wir die individuelle und einzigartige Charakterkompetenz eines jeden Menschen aussagekräftig beschreiben. So kennt doch jeder von uns die gebräuchlichen Redewendungen wie: „Das Ergebnis steht ihm buchstäblich ins Gesicht geschrieben“ oder „Ihr Lächeln ist mit Stolz erfüllt“. Oft hören wir Aussagen und stellen fest, dass Mimik und Gestik nicht folgen. Dies erklärt: Der Körper lügt nicht!

finanzwelt: Konkret bedeutet dies?
Eisenblätter: Ähnlich wie die Akupunkturpunkte haben wir um den gesamten Kopf so genannte Verknüpfungspunkte, die miteinander korrespondieren, und erst durch die Verknüpfung dieser Merkmale können eindeutige Aussagen zur Person abgeleitet werden.

finanzwelt: Klingt schwer nachvollziehbar. Könnten Sie uns ein Beispiel geben?
Eisenblätter: Ein lockeres Beispiel zu geben, ist schon dadurch sehr schwierig, dass alleine die Stirn bereits über 100 Einzelinformationen enthält. Nur einmal so viel vorab: Durch die Hirnforschung wissen wir, dass das Stirnhirn verantwortlich für die kognitiven Fähigkeiten ist – die so genannten höheren Verstandes- und Vernunftskräfte. Sie lassen Rückschlüsse auf die Art des Denkens und der intellektuellen Verarbeitung zu, zum Beispiel ob ein Mensch mit aufsteigender Stirn sehr sicherheitsorientiert – damit ausgesprochen nachdenklich und analytisch – oder einer fliehenden Stirn damit eher risikofreudig und ungeduldig ist. Dies besagt allerdings noch nichts über seine Handlungswege aus. Denken und Handeln können dabei im Ungleichgewicht sein. So kennt doch jeder von uns den Typ Mensch, der kaum nachdenkt und voreilig handelt, oder den dauerhaften Analysten, der jedoch nicht den Mut hat, zu handeln.

finanzwelt: Klassifizieren Sie dabei nicht den Menschen in Schubladen?
Eisenblätter: Nein, denn die Morphoanalytik bewertet nicht. Die Aussagen, die getroffen werden, sind ausschließlich Feststellungen ohne Wertung. So können wir keinen Menschen aufgrund seiner soziogenetischen Herkunft in eine Schublade stecken. Schließlich bleibt jeder Mensch einzigartig und somit etwas Besonderes! Stellt sich alleine die Frage: Ist er in der Lage, seine Talente und Potenziale zu erkennen und Rahmenbedingungen zu schaffen oder vorzufinden, die diese fördern?

finanzwelt: Welcher Nutzen entsteht hierbei für den Finanzdienstleister?
Eisenblätter: Der Finanzdienstleister oder der Unternehmer, der höchsten Anspruch an sich und seine Mitarbeiter stellt, bekommt durch die Global Profiling AG ein System an die Hand, das ihm sowohl im strategischen als auch operativen Geschäft außerordentliche Wachstumsraten sichert. Da Menschen unabhängig von ihrer Position für Erfolg bzw. Misserfolg ihres Unternehmens verantwortlich sind, ist es wichtiger denn je, das Talent und Potenzial eines Menschen auf den ersten Blick zu identifizieren, um ihn auf seine entsprechende Karriere vorzubereiten. Das System lässt es zu, dass Sie von Ihrem Gegenüber in wenigen Minuten Fähigkeiten und Einstellungen, Motivationen und Bedürfnisse, Ängste und Konflikte und einiges mehr erkennen können. Unser Unternehmen bietet hierbei zwei unterstützende Maßnahmen an: Zum einen den direkten unmittelbaren operativen Einsatz, wie zum Beispiel die Einstellungsberatung bei der Suche nach neuen Mitarbeitern. Zudem bieten wir Business- Coaching und Führungskräfteworkshops zum Thema Morphoanalytik im Rahmen von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen.

finanzwelt: Arbeiten Sie mit dieser Methodik ausschließlich in der Finanzbranche?
Eisenblätter: Nein. Grob gesagt ist die Morphoanalytik überall dort zu Hause, wo es um das Thema Menschen und professionelle Menschenkenntnis geht. Wir ermitteln und erstellen Profile, um strategisches Wachstum unserer Auftraggeber zu gewährleisten. Derzeit bewegen wir uns zusätzlich zur Finanzbranche im internationalen Filmbusiness (Casten von Haupt und Nebenrollen), im Profisport (Schwerpunkt Fußball) und in Zusammenarbeit mit internationalen Ermittlungsbehörden (Erstellung von psychologischen Täterprofilen).

finanzwelt: Ist die Wissenschaft denn neu?
Eisenblätter: Es ist eine über Jahrhunderte gewachsene Wissenschaft, die vor allen Dingen die letzten 100 Jahre durch das Aufkommen angrenzender Wissenschaften – wie zum Beispiel Hirnforschung, Quantenphysik und Erkenntnisse aus der Hormonforschung – sowohl an Glaubwürdigkeit als auch Ernsthaftigkeit zugenommen hat.

finanzwelt: Worin unterscheidet sich die Morphoanalytik von gängigen diagnostischen Verfahren in der Finanzbranche?
Eisenblätter: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Systemik der Morphoanalytik mit keinem bekannten diagnostischen Modell zur Typisierung des menschlichen Charakters vergleichbar. Wir sind das einzige System weltweit, was ohne Fragebogen und unnötigen Zeitverlust auskommt und zudem die höchste Genauigkeit bietet. Die Problematik der gegenwärtig anderen vorhandenen Diagnostikmodule, wie z. B. der Bio-Struktur-Analyse, dem MBTI oder DISC-Verfahren, ist, dass die Fehlerquelle Mensch in der Selbst- und Fremdbildbetrachtung aufgrund aktuell statistischer Daten über 50 Prozent voneinander abweichen. Dies bedeutet im Klartext: Wenn jede zweite Antwort aufgrund der Selbstwahrnehmung falsch ist, wie kann dadurch ein Charakter-Test richtig ausgewertet werden?

(Das Gespräch führte Marc Oehme)


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