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Einer, der die Probleme auf den Punkt bringt und es wert ist, beachtet zu werden

Aus dem Tagebuch eines Finanzdienstleisters

Immer wieder erreichen FINANZWELT Mails oder Briefe, die sich mit der Praxis von Finanzdienstleistern beschäftigen. Nur selten nennt jemand „Ross und Reiter”. Klaus Echtler tut es. Wir wollen dies zum Anlass nehmen, (auch Ihre) Vertriebserfahrungen unkommentiert zu veröffentlichen. Natürlich veröffentlichen wir gerne die...

Stellungnahmen der Gesellschaften hierzu.
Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Mein Name ist Klaus Echtler, geb. 1961, seit 1985 in der Branche Versicherung und Finanzen tätig. Seit 1987 als unabhängiger Makler und Mitinhaber der Firma Allgäu Kapital in Kaufbeuren, mit derzeit insgesamt 15 Mitarbeitern. Ich beobachte die Fachpresse seit vielen Jahren sehr kritisch und stelle fest, dass in fast allen Veröffentlichungen, die von oder über bestimmte Gesellschaften zu lesen sind, immer nur die tolle Qualität der Produkte, der super Service, die geniale Abwicklung und jederzeitige Erreichbarkeit beworben werden. Sicherlich bin ich nicht der einzige, der über solche Artikel schmunzeln muss. Zeitweise steigt aber beim Leser auch eine große Portion Wut und Traurigkeit hoch, die wohl eher mit dem wirklichen Leben zu tun hat. Denn im alltäglichen Geschäftsbetrieb mit den Gesellschaften entpuppen sich diese Aussagen als Farce, und man fragt sich, wo bleibt jetzt der Service, kommt er morgen, übermorgen oder nächstes Jahr? Gibt es überhaupt Menschen, die diesen leisten wollen oder können?

Alle wollen nur das Beste

Von Service, Leistungsstärke, Vermittlerorientierung, bester Bezahlung, lösungsorientiertem Denken und Handeln ist die Servicewüste Deutschland weit entfernt. Alle wollen immer nur das Beste für den Kunden, am liebsten aber sein Geld. Selbstverständlich wollen wir auch Geld verdienen, aber auf welchem Weg, in welcher Zeit und vor allem mit welchen Partnern? Ich habe in den letzten 15 Monaten viele schöne und gute Tage erlebt, aber auch Tage, an denen man am liebsten den Partnergesellschaften mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit kündigen und einen Rechtsanwalt beauftragen möchte, um die entstandenen Vermögensschäden einzuklagen.

Die Beweggründe

Deshalb habe ich mich entschlossen, zukünftig diese Vorkommnisse niederzuschreiben, wenn möglich zu veröffentlichen und dadurch zu erreichen, die Produktgeber, die ohne Zweifel notwendig und unersetzbar sind, von ihren hohen Rössern herunterzuholen und ihnen die tägliche Wirklichkeit vor Augen zu führen, damit eine Veränderung eintritt.

Schließlich sind es die Verkäufer, Vertreter, Makler, Berater usw. die dafür sorgen, dass die Maklerbetreuer, BAV-Spezies, Orgaleiter Sachversicherungen, Bezirksdirektoren, Innendienstmitarbeiter, Schadenregulierer, Vorstände und Aktionäre etc. ihr Gehalt bzw. ihre Dividende bekommen. Nur wenn der Außendienst zusammenhält und den Gesellschaften vorgibt, was an der Front notwendig und praktikabel ist und was dafür bezahlt werden muss, werden die Konzerne reagieren. So lange wir uns alles gefallen lassen, wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Im Folgenden nun eine „kurze Zusammenfassung” der vergangenen Monate mit Nennung der Gesellschaften und der Personen (soweit mir diese bekannt sind), die damit zu tun hatten.

Der Sachverhalt

Anfang 2004 haben wir 3 Bestände zusammengeführt und die Gesellschaften im November 2003 darüber informiert. Jeder Gesellschaft haben wir einen Brief mir der Erklärung des Sachverhaltes und einem Paket Unterlagen (über 30 Seiten) zugesandt. Darin enthalten waren: HRAuszug, FZ, Schufa-Auskunft, PA, AVAD... Manche Gesellschaften reagierten prompt und ohne Nachfragen, da ja alles Notwendige von uns bereits vorgegeben und veranlasst wurde. Dazu gehörten: KS Auxilia, Haftpflichtkasse Darmstadt, InterRisk, VHV, ASC, Standard Life. Einige brauchten etwas länger, was ich als normal ansehe, ca. vier bis sechs Wochen.

Viele Gesellschaften reagierten gar nicht und einige Firmen haben es bis heute nicht geschafft oder haben in den letzen Wochen die letzen Schritte erledigt. Dazu gehören die Alte Leipziger, Canada Life, Bayerische Versicherungskammer, GIP Inv. und noch zwei bis drei andere. Im Zuge dieser Aktion wurde auch die Vereinbarung mit der Zürich Leben erneuert und korrigiert. Da wir vorher bereits mehrere Monate keine Reaktion seitens der Gesellschaft erhalten hatten, riefen wir dort an und monierten die Umschreibung der Vereinbarung und der Bestände. Da außerdem im Dezember 2003 noch eine Pensionskasse dort eingerichtet wurde, hatten wir einen Provisionsanspruch, der einige Tausend Euro ausmachte und größtenteils unserem BAVSpezialisten zustand. Wir wollten eine schnelle Bearbeitung bewirken, was uns auch zugesagt wurde. Dieser Termin fand bei uns im Hause statt, innerhalb von zwei bis vier Wochen sollte alles geregelt sein, versprach man uns, inklusive Auszahlung der Provision. Das Gespräch fand im 1. Quartal 2004 statt.

Da ich nichts hörte, monierte ich des Öfteren bei der Zürich Leben. Ende Mai erfuhr ich dann nach langem Bohren, dass die Vereinbarung deshalb nicht ausgefertigt würde, weil wir angeblich bei einer anderen Gesellschaft eine Stornoquote von 47,5 % hätten! Auch die Courtage sollte nur ratierlich bezahlt werden. > Der Klärungsversuch Seit Bestehen unserer Firmen, also seit fast 20 Jahren, lag unsere Stornoquote noch nie höher als 3 %.

Deshalb machte ich mich auf, diese Anschuldigung und Rufschädigung zu klären. Es kam ans Licht, dass eine Auskunftei namens Klünder in Schwabach Informationen von Gesellschaften sammelt und diese dann auf Anfragen weitergibt. Es war schwierig herauszufinden, wer diese Firma ist. Im Internet kam eine Telefonnummer zum Vorschein. Herr Klünder gab sich dann doch zu erkennen als ich anrief, wollte mich beruhigen, versprach mir nochmalige Prüfung und rief mich zurück. Er bestätigte erneut das Ergebnis und nannte mir sogar die Anzahl der Verträge, die wir dorthin vermittelt hatten. Da es sich um eine relativ große Zahl handelte, kamen nur zwei Gesellschaften in Frage: Canada Life und die AXA bzw. die ProBAV. Es stellte sich heraus, dass es die ProBAV (AXA) war.

Ich fragte dort an, und die Begründung der Gesellschaft war haarsträubend: Weil die ProBAV damals nur knapp 50 % aller Policen richtig erstellen konnte, wurden die fehlerhaften Policen zwar berichtigt, aber die erste Police als Stornovertrag betrachtet. Ganz abgesehen davon, dass es teilweise 6 bis 7 Monate dauerte, bis die Verträge erstellt wurden, und dann in der Folge doch noch die Provision floss, wurde der Vermittler noch damit bestraft, dass er fehlerhafte Policen als Storno bewertet bekam und diese Quote dann auch noch, ohne stutzig zu werden, 2 mal einer Auskunftei bestätigt wurde.

Der Stand der Dinge

Am 8. Juni 2004 schrieb mir meine Maklerbetreuerin Frau Lubitsch, ich müsse mich mit der Korrektur noch gedulden, da die Schnittstelle zwischen ProBAV und AXA noch nicht funktioniere. Ich habe immer noch Geduld und schließe daraus, dass die Schnittstelle immer noch nicht funktioniert. Welche Stornoquote wir derzeit haben, weiß ich nicht. Wir haben auf jeden Fall keine neuen BAV-Anträge mehr bei AXA eingereicht. Ich warte heute noch auf eine Entschädigung, die uns von Herrn Lehmann, dem Chef der Direktion München, wegen der vielen Pannen zugesagt worden ist.

Ich denke, diese Geschichte zeigt jedem, wie teilweise mit freien Vermittlern umgegangen wird, die nichts weiter wollen, als ihre Mandanten gut zu bedienen und damit ihr Einkommen zu bestreiten. Ich rate allen Vermittlern der AXA und ProBAV Pensionskasse, bei der Gesellschaft schriftlich nach ihrer Stornoquote zu fragen.


Zur Person:

Klaus Echtler Geschäftsführer Allgäu Kapital GmbH und Co. KG

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