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3. Tafelrunde im Schlosshotel Kronberg

Auswirkungen von Basel II auf die Immobilien-Kapitalanlagenbranche

Um es vorweg zu nehmen: Im Kern ging es bei dieser Tafelrunde um die Frage "Wie bekommt der Kapitalanlagemarkt in Zukunft seine Bedürfnisse nach Fremdkapital in den Griff?” Hierzu wurde kontrovers diskutiert, Lösungen skizziert. Fest steht, "Basel II” und die verschärften Voraussetzungen für die Kapitalbeschaffung für Unternehmen, stellt die Anlagebranche vor neue Herausforderungen.

Doch der Reihe nach: Mehr als 40 Entscheidungsträger der Immobilienwirtschaft trafen sich auf Einladung von Prof. Dr. Karl-Georg Loritz und Rechtsanwalt Dr. KlausR. Wagner sowie der „Aktion Zukunft Kapitalanlagemarkt“ (Dorothee Schöneich und Michael Oehme) im Schlosshotel Kronberg im Taunus. Themen waren rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingen von „Basel II“ und die Auswirkungen im Umgang zwischen Banken und Anbietern sowie daraus resultierende Notwendigkeiten zur Gestaltung neuer Immobilien Kapitalanlageprodukte.

„Wenig überraschend war das Auseinanderklaffen der Meinungen der Bankreferenten Dr. Ekkehard von Heymann (Deutsche Bank) und Jürgen Stinner (Westdeutsche Immobilienbank) und des derzeit „Kredit geschädigten“ Publikums”, schreibt der Immobilienjournalist Werner Rohmert im Immobilienbrief. Dies ist symptomatisch, werden doch die an sich tragbaren neuen Bedingungen ganz offensichtlich von einigen Banken gezielt genutzt, sich aus der Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen „heraus zu stehlen”. Jedenfalls bestätigt selbst Deutsche Bank Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Breuer, „die Deutsche Bank vernichte dort inzwischen Geld.”

Ein qualitatives Bild vermittelt die im Sommer 2001 veröffentlichte Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) bei 326 über das gesamte Bundesgebiet gestreuten Sparkassen. Diese berichteten übereinstimmend über einen Ansturm neuer, von ihrer bisherigen Hausbank verprellten Firmenkunden. Bei dem Versuch, mittelständische Firmenkunden aus der Geschäftsverbindung herauszudrängen, zeigen die privaten Großbanken laut DSGV eine „fast schon bemerkenswerte Vielfalt“. Die Instrumente reichen von offener „Abschiebung“ bis hin zu „rigiden und subtilen Methoden“. So werde beispielsweise der Service für mittelständische Firmenkunden gezielt zurückgeführt, um die Kunden zu „vergraulen“. Was ist Basel II?

Im Detail wurde darüber diskutiert, welche Fonds vermutlich eher finanzierbar seien, wobei die grundlegende Frage nicht beantwortet werden konnte, ob künftig die Fondsgesellschaft oder die dahinterstehende Initiatorengesellschaft Gegenstand des für „Basel II” obligatorischen Ratings werden dürfte. Ferner konnte nicht abschließend geklärt werden, welche Konsequenzen sich für die Prospektierung ergeben.

Wie Konzepte der Zukunft aussehen könnten, zeigten die beiden Vorträge aus der Initiatorenpraxis: Edo Drijver, Geschäftsführer der Euro American Investors Group, Düsseldorf, stellte einen Projektentwicklungsfonds vor, eine „Spielart” des geschlossenen Immobilienfonds, die in Deutschland noch weitestgehend unbekannt ist. Bei diesem Konzept wird der Anleger bereits am frühestmöglichen Zeitpunkt an der Wertschöpfungskette Immobilie beteiligt und profitiert bereits nach rund zwei Jahren von einem schnellen Exit dem Verkauf der Immobilie. In Holland soll das Konzept bereits seit 20 Jahren über 20% Rendite p.a. erwirtschaftet haben, allerdings meistenteils mit amerikanischen Objekten, so Drijver. DCM-Vorstand Claus Hermuth stellte ebenfalls mögliche Fonds-Konzepte vor. Auch er sprach sich für unternehmerische Projektentwicklungsfonds aus, betonte jedoch deren Risiken. Daneben zeigte er Varianten von Teil-Blind Pool, Anspar- und Thesaurierungs Fondskonzepten auf, bei denen neben dem eigentlichen Immobilienerwerb unterschiedliche, intelligent abgestimmte, weitere Fondskomponenten genutzt werden.

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