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B-2-B neu definiert:

Back to Business

Katerstimmung in Sachen e-Business? Anfangs war die Euphorie groß, dass mit dem Einsatz des World-Wide-Web Handel und Wandel grenzenlos florieren könnten. Nun sind nicht nur die Versicherungsunternehmen sondern auch andere , die viele Millionen in die Internet Technologie gesteckt haben, von den schlechten Ergebnissen im e-Business unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden.

Die Fachwelt schätzt, dass weit mehr als ein Drittel aller Unternehmen negative Erfahrungen mit e-Business machen. In der neuesten Studie der Agamus Consult Unternehmensberatung GmbH, Starnberg, zu der über 350 Firmen ihre Erfahrungswerte preisgaben, wird diese Annahme statistisch belegt. Was muss sich ändern beim elektronischen B2B (Business-to-Business)? In der Agamus-Studie werden Ursachenforschung und Lösungsansätze definiert. Immerhin haben knapp 64 Prozent der befragten Firmen ihre Ziele in Sachen e-Business nicht oder kaum erreicht.

„Oftmals wurden grundsätzliche Regeln betriebswirtschaftlichen Handelns im Umgang mit e-Business einfach außer Acht gelassen,“ resümiert Dieter Ruh, Geschäftsführender Gesellschafter der Agamus Consult die Studien Ergebnisse. Die Agamus-Experten brachten die Studien-Kernaussagen zur Bedeutung der B2BIntegration auf den Punkt.

Neben der wohlüberlegten Nutzung des Internets zur Öffnung und Sicherung neuer Vertriebskanäle, liegen die Chancen im Erkennen und in der Möglichkeit, die die Internettechnologie in der Neuorganisation von Geschäftsprozesse innerhalb und zwischen Unternehmen bietet. Ein Drittel aller Befragten geht heute davon aus, dass schon bis zum nächsten Jahr 80 Prozent aller Geschäftspartner die elektronische Verknüpfung verlangen werden, sie also gar nicht darum herum kommen, interaktiv und virtuell weiterzumachen. Die Agamus-Studie zeigt drastisch auf, dass die aktive Nutzung des Internets im Business-Bereich noch ziemlich am Anfang steht, und doch gehen 42,1 Prozent der Unternehmen davon aus, dass sie in zwei Jahren 10 bis 20 Prozent ihres Umsatzes über das Internet abwickeln werden. Nur 8,5 Prozent wollen das Internet weiterhin nicht aktiv nutzen.

Besonderen Stress macht offensichtlich eine „allgegenwärtige Inkompatibilität“. Die zentrale Barriere ist in der Vielfalt der bestehenden DV-Systeme zu sehen und ihrem „nicht zu einander passen“. Nicht verwunderlich, denn 21,4 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie zehn und mehr variierende Software-Lösungen unabhängig von ihren Desktop-Programmen einsetzen.

Das kostet richtiges Geld. Annähernd jedes zehnte Unternehmen beziffert den Aufwand für das hin und her zwischen den DV-Landschaften und das damit verbundene Lösen der Schnittstellen-Problematik zwischen internen und externen Systemen mit mehr als 50 Prozent ihrer eigentlichen IT-Ressourcen.

Und wie kommunizieren die Unternehmen miteinander und mit den Kunden? 31,1 Prozent der an der Studie teilnehmenden Firmen ist sich sicher, dass tradierte Arbeitsweisen „zu Fuß“ mit Akten und viel Papier immer noch vorherrschen. 80 Prozent der Transaktionen laufen demnach manuell und papierbasiert ab.

Und doch sieht die Mehrzahl der Unternehmen (73,3 Prozent der Befragten) ihr größtes Kosteneinsparungspotential in der vollelektronischen Geschäftsprozess-Abwicklung zu Kunden und Lieferanten.

Die Zukunft des Internets wird damit wohl nicht mehr so spektakulär sein, wie seine Vergangenheit – jedoch mit Sicherheit um eine Dimension erfolgreicher.

(Ellen Bocquel)


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