"Zuhören ist Silber,
Beobachten ist Gold!"
Die Körpersprache spielt in unseren alltäglichen Beziehungen eine enorm wichtige Rolle. Wer die versteckten Botschaften des Körpers richtig zu deuten weiß, ist seinen Mitmenschen immer einen entscheidenden Schritt voraus.
„Im Anfang war das Wort “– so steht es in der Bibel geschrieben. Dennoch: Der Mensch spricht nicht allein mit Worten. Gerade einmal 20 Prozent aller Informationen, die wir aus einem Gespräch gewinnen, erreichen uns über die gesprochene Sprache.
Darauf weisen einschlägige wissenschaftliche Untersuchungen über das menschliche Kommunikationsverhalten hin. Der weitaus größere Teil der persönlichen, zwischenmenschlichen Kommunikation –so haben die Wissenschaftler herausgefunden –findet auf der nonverbalen Ebene statt.
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Einige Menschen spüren mitunter rein intuitiv, wenn Worte und Körpersprache des Gesprächspartners nicht „deckungsgleich “ sind, wenn über Gestik und Mimik Botschaften ausgesendet werden, die mit der verbalen Aussage nicht in Einklang stehen.
Dazu ein Beispiel: Der Vorgesetzte, der auf den Vorschlag eines Mitarbeiters mit den Worten „Oh, das klingt ja sehr interessant!“ reagiert, sich dabei aber gleichzeitig in seinem Sessel zurücklehnt, die Arme vor dem Brustkorb verschränkt und die Stirn runzelt, signalisiert über seine Körpersprache Desinteresse, wenn nicht gar Ablehnung.
Womit wir bei einer weiteren, wichtigen Erkenntnis angelangt wären: Der Körper lügt nicht! Denn anders als das gesprochene (und erst recht das geschriebene) Wort basiert die Körpersprache vor allem auf unbewussten Reflexen, die sich kaum willentlich steuern lassen. Wenn also Talleyrand vor fast 200 Jahren sagte:„Die Sprache ist dem Menschen gegeben, um seine Gedanken zu verbergen.“, dann meinte er damit ganz sicher nicht die Körpersprache.
Wie differenziert der Körper tatsächlich „sprechen “kann, wie vielschichtig seine Ausdrucksmöglichkeiten sind, zeigt sich nicht zuletzt am Beispiel der Pantomime, die die Körpersprache zu einer faszinierenden Form der darstellenden Kunst erhebt.
So verwundert es denn auch nicht, dass einer der anerkanntesten Körpersprache Experten der Gegenwart ein weltberühmter Pantomime ist: Samy Molcho. Der als „Magier der Stille “gefeierte Tänzer, Schauspieler und Regisseur, der sich 1987 endgültig von der Bühne verabschiedete, lehrt heute als ordentlicher Professor am renommierten Max Reinhard Seminar der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst Körpersprache. Darüber hinaus stellt er sein Wissen über die Körpersprache seit etlichen Jahren Fach- und Führungskräften aus der Wirtschaft, Politikern, Diplomaten, Ärzten und Therapeuten zur Verfügung.
„Der Körper ist der Handschuh der Seele, seine Sprache das Wort des Herzens“, sagt Samy Molcho. Über Mimik und Gestik drückt sich eine innere Haltung aus, werden verborgene Seelenzustände, Wünsche und Bedürfnisse unwillkürlich nach außen getragen.
Nach Professor Molcho kommt der Körpersprache damit eine entscheidende Bedeutung in der persönlichen Kommunikation zu: Wer die Botschaften des Körpers bewußt beobachtet und richtig zu entschlüsseln weiß, versteht seinen Gesprächspartner besser, vermeidet Mißverständnisse und kann an gemessener auf ihn eingehen. In letzter Konsequenz führt dies zu einer Verbesserung des Dialogs.
Im Bereich der unternehmensinternen Personalentwicklung, der Schulung von Führungskräften und Mitarbeitern findet der Ansatz von Professor Molcho, dem „Vater der ganzheitlichen Kommunikation “großen Anklang. In seinen Seminaren und Vor trägen zeigt er Wege auf, wie sich über das Entziffern und Verstehen der Körpersprache eine neue Dialogfähigkeit entwickeln kann.
Davon profitiert nicht nur der einzelne Seminarteilnehmer, sondern das Unternehmen als Ganzes –sowohl nach innen wie auch nach außen: Der Außendienst lernt, wie man die Bedürfnisse der Kunden besser erkennt. Da bleibt die Erfolgssteigerung im Verkauf nicht aus. Und auch die Kommunikation zwischen Kollegen am Arbeitsplatz, zwischen einzelnen Abteilungen sowie zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten wird spürbar verbessert. Viele Firmen haben mittlerweile erkannt, dass der offene Dialog mit dem Kunden und der respektvolle Umgang mit den Mitarbeitern zu den Grundvoraussetzungen des unternehmerischen Erfolgs gehört. Wer allerdings die Körpersprache im Kommunikationsprozeß ausblendet, wird das Ziel nie erreichen.
„Das Ignorieren körpersprachlicher Signale ist wie das Überfahren einer roten Ampel “, warnt Samy Molcho. „Irgendwann kommt es garantiert zum Crash!“
(Siegfried Haider)







