Finanzwelt im Gespräch
Big Deal
Trotz Finanzkrise: Die „Entwickler“ der MIG Fonds sind auch mit dem Jahr 2008 mehr als zufrieden. Besonderes Highlight war dabei die Bekanntmachung des vom MIG-Zielunternehmen AFFiRiS größten, jemals in Österreich abgeschlossenen Biotech-Lizenzdeals. FINANZWELT sprach mit den drei Machern der MIG Fonds: Dr. Matthias Hallweger, Vorstand und Management des HMW Emissionshauses, Michael Motschmann, Vorstand der MIG Verwaltungs AG, sowie Alfred Wieder, Vorstand der Alfred Wieder AG.
FINANZWELT: Welche Auswirkungen hat die Finanzkrise auf Venture Capital und auf Ihre MIG Fonds?
Dr. Hallweger: Keine. Die MIG Fonds sind reine eigenkapitalbasierte und börsenunabhängige Fonds. Aus diesem Grund sind weder Börsenschwankungen noch erhöhte Anforderungen für Fremdkapital in irgendeiner Form relevant.
FINANZWELT: Und auf Ihr Portfolio an Zielunternehmen?
Motschmann: Die Auswahlkriterien für ein MIG-Zielunternehmen sind vielfältig und nur mit hoher Unternehmensqualität zu erreichen. Börsenentwicklungen oder der Zustand der Banklandschaft zählen nicht dazu. Es besteht überhaupt kein Grund, das langfristig orientierte und sehr stabile Portfolio an Zielunternehmen in irgendeiner Form zu ändern. Im Gegenteil, gerade diese Finanzmarktkrise zeigt auf, dass ein eigenkapitalorientierter Venture Capital Fonds der Fels in der Brandung eines in Turbulenzen geratenen Portfolios der Privatanleger ist.
FINANZWELT: Einige Marktteilnehmer haben jedoch mit Platzierungen in diesem Jahr zu kämpfen. Wie sieht es bei den MIG Fonds aus?
Wieder: Wir sind mehr als zufrieden. Die Alfred Wieder AG wird als exklusiver Vertrieb der MIG Fonds in 2008 einen Rekordumsatz verzeichnen können und mehr Anteile an MIG Fonds vertreiben als je zuvor.
FINANZWELT: Im letzten Jahr erhielten Ihre Anleger 32 Mio. Euro Vorabausschüttung durch den Etkon Verkauf. Wird es in diesem Jahr wieder Ausschüttungen geben?
Dr. Hallweger: Im Jahr 2008 schütteten wir noch weitere 5,2 Mio. Euro an unsere Anleger aus. Damit ist für einen Anleger des MIG Fonds 1 z. B. dessen Investitionssumme zu 45 % wieder an ihn zurückgeführt. Und dies nach gerade einmal drei Jahren und zudem steuerfrei.
FINANZWELT: Der MIG 7 ist Ihr letzter abgeltungssteuerfreier Fonds. Ist hierdurch ein Zuwachs spürbar?
Wieder: Die Themen Abgeltungssteuer und Finanzmarktkrise sind im Vertrieb wie Brems- und Gaspedal gleichzeitig bedient spürbar. Der MIG 7 Fonds soll in den kommenden Jahren zu abgeltungssteuerfreien Ausschüttungen an die Anleger führen. Insofern ist durch die Abgeltungssteuerthematik ein Zuwachs jedenfalls bei MIG 7 spürbar.
FINANZWELT: Was spricht für diese Beteiligung?
Dr. Hallweger: Der MIG 7 ist nicht nur der letzte abgeltungssteuerfreie Venture Capital Fonds für Privatanleger, sondern er überzeugt zudem schlicht und einfach durch sein Portfolio, das eine breite Streuung über verschiedene Industriezweige mitbringt und vor allem sein primäres Ziel erfüllt: Die reine Eliten-Förderung in wachsenden Märkten.
FINANZWELT: Vor einigen Wochen durften sich Ihre Anleger über den Megadeal mit AFFiRiS freuen. Erläutern Sie uns doch die Hintergründe.
Wieder: Die AFFiRiS GmbH, ein Beteiligungsunternehmen auch des MIG Fonds 7, entwickelt unterschiedliche Projekte wie z. B. Impfstoffe gegen Alzheimer, Arteriosklerose, Parkinson und anderen Indikationen. Alleine das Projekt einer Impfung gegen Alzheimer, das sich derzeit in der klinischen Studie Phase I befindet, wurde Gegenstand des größten Lizenzpharmadeals Österreichs und eines der größten vertraglichen Pharma-Abkommen Europas der letzten Jahre. Glaxo Smith Klein, einer der umsatzstärksten Pharmakonzerne der Welt, wird über viele Milestones in den kommenden Jahren hinweg rund 430 Mio. Euro in die AFFiRiS GmbH einzahlen und darf sich im Falle einer Zulassung die Einnahmen alleine aus dem Alzheimer-Projekt mit der AFFiRiS GmbH in einem bestimmten Schlüssel teilen. Das heißt mit anderen Worten: Für die AFFiRiS fließen aus der Vermarktung dieses Produktes nochmals vermutlich mehrere Milliarden Euro in die Kassen. An der AFFiRiS gehören den MIG Fonds rund 45 % des Unternehmens. Das Unternehmen ist alleine mit diesem Pharmadeal ausfinanziert und kann seine weiteren Projekte gegen Arteriosklerose, Parkinson und weitere Indikationen vorantreiben.
FINANZWELT: Gab es im Jahr 2008 weitere Beteiligungen mit „neuen“ Unternehmen, und wie sehen die Wachstumsraten aus?
Motschmann: In 2008 werden wir insgesamt bis zum Jahresende 5 bis 7 neue Beteiligungsunternehmen in unser MIG-Portfolio aufgenommen haben. Die unsererseits prognostizierten Wertsteigerungsmöglichkeiten für diese Unternehmen weisen jedes für sich das Potenzial auf, die investierte Summe in den nächsten Jahren mindestens mit dem Faktor 8 zu vervielfachen.
FINANZWELT: Gibt es schon neue Zielunternehmen auf Ihrem Radar?
Motschmann: Wir haben permanent Unternehmen auf dem Radarschirm der Neu-Investitionen. Die Erfolge unserer Unternehmen wie der AFFiRiS Lizenzdeal, der Deutsche Umweltpreis für Dr. Zinke von der B.R.A.I.N. AG oder auch die hervorragende Entwicklung der Antisense Pharma GmbH aus Regensburg sorgen da - rüber hinaus für eine erhebliche Wahrnehmung in der gesamten Branche an Elite - unternehmen. Wir sind neben zwei finanzstarken Family-Offices mit den MIG Fonds der stärkste Venture Capital Geber im Bereich der Life Science Industrie.
FINANZWELT: Welche Aufgabe hat das noch recht frische Emissionshaus HMW?
Dr. Hallweger: Im Jahr 2009 wird die HMW Emissionshaus AG zuerst die klassischen MIG Fonds 8 und 9 auf den Markt bringen. Darüber hinaus wird im zweiten Quartal 2009 ein Fonds im Bereich des eigenkapitalfinanzierten Buy-out-Sektors auf den Markt kommen. Weitere Vermögensanlagen im Bereich der Unternehmensbeteiligungen sind in der Planung, und das Jahr 2009 wird zeigen, ob hieraus noch weitere zur Marktumsetzung gebracht werden.
FINANZWELT: Wie sind Ihre Erwartungen und Ziele an das neue Jahr?
Wieder: Wir wollen in 2009 das Rekordjahr 2008 deutlich überbieten, was die Platzierungszahlen betrifft. Wir werden neben den MIG Fonds 8 und 9 jedenfalls ein weiteres Produkt anbieten. Wir haben sowohl bei den bereits getätigten Investitionen bei unseren MIG-Beteiligungsunternehmen als auch bei den künftigen Investitionen viele spannende Entwicklungen im Jahr 2009 zu erwarten.
(Das Gespräch führte Marc Oehme)







