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Studentenapartments

Bildung kann sich lohnen!

© Foto: lassedesignen - Fotolia.com

„Studentenwohnung verzweifelt gesucht!“ (BR online); „Wohin mit den Studenten?“ (Derwesten.de); „Jetzt kommt die Flut!“ (Spiegel online). Aktuelle Überschriften, die die Wohnungsnot auf dem Markt der Studentenapartments beschreiben. „Spiegel online“ berichtet von Studenten, die in Zelten, Kellern oder Sporthallen hausen müssen, weil WG-Zimmer und Wohnheimplätze zu Semesterbeginn knapp geworden sind.

Die dramatische Situation verwundert nicht, wenn man sich die Zahlen einer Analyse des Immobilien-Dienstleisters Savills Research ansieht. Demnach ist die Zahl der Studenten in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um rund 18 % auf mehr als 2,1 Millionen gestiegen. In Anbetracht der Aussetzung von Wehrpflicht und Zivildienst sowie doppelter Abiturjahrgänge in einigen Bundesländern erwartet Savills für die kommenden Jahre einen weiteren Anstieg der Studentenzahl. „Momentan stehen den Studierenden bundesweit etwa 181.000 öffentliche Wohnheimplätze zur Verfügung – fast zwei Millionen Studenten sind als potenzielle Mieter am freien Wohnungsmarkt“, so Matthias Pink und Julia Maurer, die Verfasser der Analyse.

Studentenwohnungen werden also tatsächlich „verzweifelt gesucht“. Bei der Lösung des Problems behilflich sein können möglicherweise deutsche Emissionshäuser. Sie entdecken gerade die Studentenapartments als neue Assetklasse. So befasst sich die Kapitalpartner Konzept GmbH, Leipzig, seit rund zwei Jahren mit dieser Anlageklasse. Im Sommer 2011 hat das Emissionshaus mit dem Beteiligungsangebot „Campus Neu-Ulm“ die Fondsserie „Studentisches Wohnen“ gestartet, die in den nächsten Jahren bundesweit die Errichtung von Studentenapartments beabsichtigt. Der Fonds mit einem Volumen von 6,8 Mio. Euro ist seit Ende Oktober vollplatziert, der Folgefonds „Campus Bremen“ (Fondsvolumen: rund 20 Mio. Euro) ist seit wenigen Wochen am Markt. Die Fondsgesellschaft errichtet die Neubauimmobilie „IC International Campus Bremen“. Bei der Immobilie, die planmäßig ab dem Wintersemester 2012 in Betrieb genommen werden soll, handelt es sich um ein Objekt mit 336 Apartments. Gemäß der Prognoserechnung sollen die ersten Auszahlungen in Höhe von 5 % im Jahr 2013 erfolgen, der Gesamtmittelrückfluss während der zwölfjährigen Laufzeit soll rund 229,5 % betragen. Die MPC Capital AG, Hamburg, startete im Juli mit dem „MPC Deutschland 11“ erstmals einen Fonds, der in fünf Studentenapartmentanlagen investiert. Die Objekte des Fonds in München, Greifswald, Frankfurt am Main und Karlsruhe werden von einer Tochtergesellschaft der Youniq AG gepachtet, Anbieter von Studentenapartments in Deutschland. MPC Capital prognostiziert einen Gesamtmittelrückfluss über die geplante zwölfjährige Laufzeit von rund 186 % vor Steuern auf das eingezahlte Kapital ohne Agio. Nach Angaben des Emissionshauses konnte bereits rund ein Drittel des Eigenkapitals in Höhe von 33 Mio. Euro platziert werden. Ebenfalls in der Platzierung befindet sich der Fonds „Garching SLC 2“ der Garching SLC 2 GmbH & Co. KG, Emissionshaus aus Grünwald bei München. Der Fonds investiert in ein Studentenwohnheim in Garching mit 107 Apartments, das komplett an die Jost Verwaltungs GmbH vermietet ist. Das Fondsvolumen beläuft sich auf rund 12,9 Mio. Euro, bei einem Kommanditanteil von 4,7 Mio. Euro zzgl. 5 % Agio.

Weitere Emissionshäuser haben Fonds, die in Studentenwohnungen investieren, in Vorbereitung. So hat die Fondshaus Hamburg GmbH & Co. KG (FHH) im November insgesamt 291 Apartments in Hamburg und Frankfurt am Main für den geplanten Fonds „FHH Immobilien 12 - Studieren & Wohnen“ vom Berliner Immobilienentwickler und -investor GBI AG erworben. Das Investitionsvolumen beträgt rund 27 Mio. Euro. Insgesamt plant die GBI im Rahmen ihrer studentischen Wohnentwicklungen den Bau von rund 1.100 Apartments bis zum Jahr 2015. Die nächsten Standorte sind Mainz, Darmstadt und Augsburg.

„Es wäre wenig überraschend, wenn künftig weitere Investoren diese Marktnische für sich entdecken“, schreiben auch die Autoren der Savills-Analyse und nennen Gründe. So könne davon ausgegangen werden, dass die Zielstandorte von heute im Wesentlichen auch jene von morgen sein werden, da sich die deutsche Hochschullandschaft nur über einen sehr langen Zeithorizont verändert. Zudem sei das Mietausfallrisiko überschaubar, da die Mietzahlungen in der Regel durch Elternbürgschaften gesichert sind. Zielgruppe und Standorte ließen sich klar lokalisieren. „Dass die Bildung in Deutschland auf der politischen Agenda stets weit oben angesiedelt ist, wirkt sich ebenfalls günstig auf die vorherrschenden Rahmenbedingungen aus“, so Pink und Maurer. Bildung kann sich also auch für Anleger lohnen. Der Frage der Wirtschaftlichkeit von Fonds, die in Studentenapartments investieren, wird finanzwelt in einer späteren Ausgabe nachgehen.

Darum sind Studentenapartments gute Kapitalanlagen
„Mit über zwei Millionen Studenten im aktuellen Wintersemester und voraussichtlich 2,3 Millionen im Wintersemester 2012/13 haben die Studentenzahlen in Deutschland eine neue Rekordmarke erreicht. Die bundesweit nur rund 225.000 Wohnplätze der öffentlichen Studentenwerke sind diesem Andrang kaum mehr gewachsen. Gründe für den Ansturm auf die Universitäten sind neben verkürzten Schulzeiten und doppelten Abiturjahrgängen vor allem auch der Wegfall der Wehrpflicht sowie zunehmendes Interesse ausländischer Studenten am Standort Deutschland.“ Fondshaus Hamburg GmbH & Co. KG, Hamburg (Pressemitteilung)

„Durch die wachsende Bedeutung des Themas Bildung auf politischer und gesellschaftlicher Ebene sowie die steigenden Studentenzahlen und die damit einhergehende Wohnungsknappheit bildet sich zunehmend ein Markt für studentisches Wohnen auf privater Ebene heraus. Vorteile dieses Anlagetyps sind stabile Erträge durch konjunkturunabhängige Nachfrage, eine Diversifikation auf unterschiedliche Top-Universitätsstandorte und höhere Sicherheit durch eine sehr breite Mieterbasis.“ MPC Capital AG, Hamburg (Emissionsprospekt „MPC Deutschland 11“)

„Die Wohnsituation von Studenten in Deutschland ist insgesamt als problematisch und kritisch einzustufen, da dringend benötigter Wohnraum prinzipiell sehr knapp ist und die Nachfrage hiernach das Angebot bei weitem übertrifft. Aufgrund der jährlich zunehmenden Studentenzahlen wird die Tendenz zu knappem Wohnraum weiterhin bestehen. Besonders deutlich wird die Notwendigkeit von Wohnraumschaffung im Studienjahr 2011 und in den Folgejahren werden. Zum einen nimmt die Quote der Studienanfänger seit Jahren kontinuierlich zu, mit anhaltender Tendenz. Zum anderen rechnen Experten aufgrund des doppelten Abitur-Jahrgangs mit nachdrücklich mehr Einschreibungen.“ Kapitalpartner Konzept GmbH, Leipzig (Emissionsprospekt „Campus Bremen“)

(Dieter E. Jansen, Kim Brodtmann)


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