Zurück zur Übersicht
BlackRock schon wieder vor Verkauf?
Agentur-Meldungen aus den USA zufolge erwägt die US-Investmentbank Merrill Lynch (ML) den (Teil-)Verkauf ihrer Beteiligung an BlackRock, bei der die Verwaltung und das Management der Publikumsfonds von Merrill Lynch derzeit untergebracht sind. Die Umfirmierung der Fonds von Merrill Lynch International Investment Funds (MLIIF) zu BlackRock Global Fund (BGF) wurde gerade erst abgeschlossen. Die Pressemitteilung unter der Überschrift „Merrill Lynch Investment Managers vollendet Übergang zu BlackRock“ stammt vom 28. April. Merrill Lynch hält an BlackRock, nach Angaben von Reuters, einen Anteil von 49 %, dessen heutiger Wert auf etwa 6 Mrd. USD geschätzt wird. Merrill Lynch hatte 2006 für den Einstieg bei BlackRock 9,8 Mrd. USD gezahlt.
Den unbestätigten Informationen zufolge soll Merrill Lynch einen Teil-Verkauf erwägen, der die Fortsetzung der strategischen Partnerschaft der Investmentbank Merrill Lynch mit der Fondsbetreiberin BlackRock ermöglicht. Hintergrund der Verkaufsabsichten Verkaufsabsichten sind anstehende Merrill Lynch-Verluste, die aus Abschreibungen auf US-Portfolios stammen, deren Volumen mit einer Größe um 6 Mrd. USD angenommen wird. Neben der Beteiligung an BlackRock soll auch der 20 % betragende Anteil am Informationsdienstleister Bloomberg zum Verkauf stehen, der einen Erlös von etwa 5 Mrd. USD erbringen soll. Der Verkauf des BlackRock-Anteils ist allerdings nicht ohne weiteres möglich, weil das BlackRock-Management ein bis 2009 befristetes Vetorecht hat, das bei der Übernahme 2006 durch Merrill Lynch zugestanden wurde. Eine Nachfrage bei der BlackRock-Sprecherin in Frankfurt bestätigte den bereits in den Agenturmeldungen enthaltenen Hinweis, dass sowohl Merrill Lynch als auch BlackRock zu den Vorgängen und Vermutungen, jedenfalls vorläufig, nicht Stellung nehmen wollen. An dieser Zurückhaltung dürfte sich auch nichts ändern, solange nicht definitive Entscheidungen gefallen sind und daraus folgende Tatsachen zu berichten wären.