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Boutique statt Fondskaufhaus

„Wir wollen nach ganz oben und in einem Zug mit den besten Adressen für Schiffsfonds genannt werden“, sagt Thomas Wenzel, Mitbegründer des Hamburger Emissionshauses OwnerShip. Diesem Ziel sind er und sein Partner Olaf Pankow schon ein großes Stück näher gekommen. Bereits im...

Gründungsjahr 2004 hat das Emissionshaus 39 Millionen Euro Eigenkapital eingesammelt. Ein durchschlagender Erfolg. Nach eigenen Angaben war dies das beste Ergebnis, das ein Emissionshaus bisher im ersten Jahr seines Bestehens erwirtschaftet hat. Im zweiten Jahr hat das Unternehmen das platzierte Kapital sogar mehr als verdoppelt.

Ihr Erfolgsrezept: Ein 16-köpfiges hochqualifiziertes Mitarbeiterteam, ein gut ausgebautes Netzwerk aus Beratern, Reedereien und Werften und eine klare Unternehmensstrategie. „Das Konzept, das wir den Banken vorgelegt haben, hatte Hand und Fuß, deshalb hat es mit einer Anschubfinanzierung gleich geklappt. Außerdem haben wir einen günstigen Zeitpunkt für unseren Unternehmensstart getroffen“, erklärt Wenzel. „Die Charterraten waren seit ihrem Tiefstand vom 11. September unentwegt gestiegen und führten zu Renditen im zweistelligen Bereich. Schiffsfonds hatten sich 2004 längst vom Verlustzuweisungs- zum Renditemodell entwickelt, so dass eine immer größere Anlegergruppe in diese Anlageklasse einsteigt“.

Schiffsfonds nach Maß. Das Profil des jungen Emissionshauses ist klar: „Wir verstehen uns als Boutique für Fonds im Bereich Schiffe und Logistik und nicht als Fondskaufhaus. Eine Ausweitung der Produktpalette auf andere Segmente kommt für uns nicht in Frage“, so Pankow. „Wir machen das, was wir können. Wir schneidern Schiffsfonds für jeden Anlegertyp“. Bisher hat das Emissionshaus elf Fonds emittiert. Schiffsfonds mit einem oder mehreren Schiffen, mit verschiedenen Schiffsgrößen und -typen – Container, Tanker oder Mehrzweckfrachter – auf Euro- oder Dollarbasis, als Kombi- oder Tonnagesteuermodell.

Auf solch fachspezifisches Know-how kann nur aufbauen, wer langjährige Erfahrung in der Branche gesammelt hat. Wenzel ist so jemand. Bei seinem vorherigen Arbeitgeber – der HCI, eines der führenden Emissionshäuser Deutschlands – hat er bereits Schiffsfonds entwickelt. Dort war der studierte Jurist als Geschäftsführer im Bereich Konzeption tätig. Den Einstieg in die Branche machte er als Schifffahrtskaufmann. Es folgten mehrjährige Tätigkeiten bei den Hamburger Reedereien GeFo und Hapag Lloyd. Sein Geschäftspartner Olaf Pankow war beim selben Emissionshaus auf Geschäftsführer-Ebene für den Vertrieb zuständig. Davor war Pankow, ein gelernter Bankkaufmann, als Aktien- und Rentenhändler und dann als Filialleiter bei der Vereinsund Westbank tätig.

Trotz ihres Erfolges haben die beiden Inhaber die Beine fest auf dem Boden: „Wir wollen nicht um jeden Preis wachsen. Deshalb kommt ein Börsengang für uns nicht in Frage. Dem Umsatzdruck möchten wir uns nicht aussetzen“, sagt Wenzel. „Wir wollen keinen Aktionären oder anderen Gesellschaftern verpflichtet sein, denn dann entstehen leicht Interessenkonflikte mit den Anlegern. Bei uns stehen solide kalkulierte und bedarfsgerechte Fonds im Fokus. Wenn es keine Schiffe am Markt gibt, die sich für den Anleger rechnen, emittieren wir eben auch einmal keinen Fonds“.

Flexibel durch Unabhängigkeit. Großen Wert legen die zwei Inhaber auf die Unabhängigkeit ihres Unternehmens von Banken, Reedern oder Werften. Dadurch sei ein hohes Maß an Qualität gewährleistet. Denn das Emissionshaus kann so jedes Mal mit den Partnern zusammenarbeiten, die das spezifische Wissen, die besten Kontakte und Konditionen bieten. „Wir sind frei zu entscheiden, ob wir auch mal ein Schiff vor dem Ende der Laufzeit des Fonds verkaufen, wenn wir am Markt gerade einen sehr guten Preis erzielen. Natürlich nur, wenn es sich für den Anleger lohnt“, versichert Wenzel. Das sei schwieriger, wenn die Reederei Teil der Unternehmensgruppe ist, denn diese habe – anders als der Anleger – das Interesse, dass das Schiff möglichst lange für sie arbeitet. Um ihre Unabhängigkeit abzusichern, haben Wenzel und Pankow deshalb erst im Oktober das Stammkapital von 50.000 Euro auf zwei Millionen Euro erhöht. Denn auch in Zukunft wollen sie ihrer Maxime treu bleiben: „Wir bringen nur Fonds raus, in die wir selbst investieren.“

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