Twin City lockt mit Apollo Business Center
Bratislava-Fonds
Hannover Leasing kommt mit dem ersten Bratislava-Fonds auf den Markt. Zentraleuropa wird auch in Zukunft ein Investitionsschwerpunkt des Unternehmens sein.
Twin City Line heißt eine neue Schiffsschnellverbindung über die Donau, die die beiden Hauptstädte Wien und Bratislava ab Juni 2006 miteinander verbindet. Twin City – so werden die Städte Wien und Bratislava auf Grund ihrer geographischen Nähe (rund 60 km Entfernung) genannt – ist eine Bezeichnung, mit der vor allem die slowakische Hauptstadt gern operiert – manchmal auch zum Leidwesen des Zwillingspartners. Warum in den engen Immobilienmarkt von Wien investieren, der gerade Eingangsrenditen von etwa 5,5 % zulässt, wenn nur eine Auto- oder Bootsstunde entfernt erstklassige Bürogebäude mit einer Rendite von etwas über 7 % zu haben sind?Der erste geschlossene Immobilienfonds. Gleichwohl: Bislang war Bratislava anders als Budapest, Prag oder Warschau nicht im Fokus der geschlossenen Immobilienfonds. Das hat sich jetzt geändert: Den ersten Immobilienfonds für Bratislava hat Hannover Leasing mit dem Fonds „Wachstumswerte Neues Europa 2“ aufgelegt. Das Fondsobjekt, das Apollo Business Center, liegt im Central Business District der slowakischen Hauptstadt, das unmittelbar an die Altstadt angrenzt und zum zentralen Büro- und Verwaltungsstandort ausgebaut wird.
Entwickelt wurde der Class-A-Büro- und Einzelhandelskomplex von der in der Region führenden Projektentwicklungsgesellschaft HB Reavis Real Estate Consultants, die auch selbst Mieter im Gebäude ist. Im letzten Jahr wurde HB Reavis von der Zeitschrift Euromoney mit dem Real Estate Award als bester Projektentwickler der neuen Märkte Osteuropas ausgezeichnet. Der Projektentwickler bleibt nicht nur als Mieter dem Objekt verbunden: HB Reavis hat eine Rückkaufoption nach zehn Jahren. „Diese Rückkaufoption war der entscheidende Grund, dass Hannover Leasing unter rund 30 Kaufinteressenten den Zuschlag erhielt“, erläutert Norbert Flath, der zuständige Assetklassenleiter von Hannover Leasing. Bratislava ist bereits das vierte Engagement von Hannover Leasing in Zentraleuropa. „Mit unseren Fonds in Prag, Warschau und Bratislava sind wir der größte deutsche Investor in Zentraleuropa“, erläutert Geschäftsführer Dr. Dierk Ernst. Dabei wurde „Rondo 1“ in Warschau, das eigentlich als weiterer geschlossener Immobilienfonds auf den Markt kommen sollte, bereits wieder mit Gewinn verkauft. Zentraleuropa werde weiter im Fokus von Hannover Leasing stehen.
Höhere Beteiligung. Inzwischen hat die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ihre Beteiligungsquote an der Hannover Leasing von 50 auf 75 Prozent aufgestockt. Verkäufer der 25 Prozent war die IVG. Der bisherige Miteigentümer IVG war mittlerweile zu einem Konkurrenten der Hannover Leasing geworden, nachdem das Unternehmen über ihre Tochter IVG Immobilienfonds immer stärker ins Emissionsgeschäft von geschlossenen Fonds (EuroSelect- Reihe) vorgedrungen ist, dem Haupttätigkeitsgebiet von Hannover Leasing. An den Mehrheitsverhältnissen habe sich im Grunde aber nichts geändert, erläuterte Ernst. Eine starke Bank zum Mehrheitsaktionär zu haben, biete erhebliche Vorteile bei der Zwischenfinanzierung und damit bei der Beschaffung von Objekten.
Eckdaten
Apollo Business Center
Mindestanlagebetrag in Euro 15.000
Agio in % des Kommanditkapitals 5
Ausschüttung in % der Kommanditkapitals 6,75 bis 7
Steuerfreibetrag in Euro 1) 2.389
1) In der Slowakei fallen bei Anlagen bis 1 40.000 keine
Steuern an. In Deutschland bleiben die Ausschüttungen
ebenfalls steuerfrei, es gilt der Progressionsvorbehalt
(DR. LEO FISCHER)







