Interview mit Slobodan Cvetkovic
Chancen von Private Equity nutzen
Slobodan CvetkovicNichts missfällt PROSPERIA-Fondsmanager Slobodan Cvetkovic mehr als Vorurteile. Aus diesem Grund prüft er akribisch jede Beteiligungschance für seine Fonds. Dass ein Game mehr sein kann als nur ein Spiel, machte er finanzwelt gegenüber äußerst glaubhaft.
finanzwelt: Wenn man Sie manchmal reden hört, werden Sie sehr deutlich gegenüber dem Verhalten einiger Marktteilnehmer …
Cvetkovic: Nennen wir es doch beim Namen: Ich halte viele Vermittler für Lemminge, die versuchen, einem Trend zu folgen, von dem sie meinen, dass die Kunden ihn gut finden. Das muss aber längst nicht die interessanteste Alternative für die Kunden sein.
finanzwelt: Können Sie uns hierzu ein Beispiel geben?
Cvetkovic: Gerne! Wir haben Anfang des Jahres das Angebot bekommen, die Gameproduktion von „Schlag den Raab II“ zu übernehmen. Die erste Version konnte durch sehr überzeugende Zahlen punkten. Offenbar sind Gameproduktionen – wenngleich ein interessanter Wachstumsmarkt – in Deutschland aber nicht gut beleumundet. Nach Rücksprache mit unseren Beratern haben wir uns daher entschlossen, das potenzielle Fondskonzept mit besonderen Highlights auszustatten. Hierzu gehörte eine Bankgarantie, die uns bit Composer über den Konzern Namco Bandai als Abnehmer des Games gegeben hätte, und zwar auf das Investitionskapital plus Grundverzinsung. Trotz dieser Garantie konnte der Fonds bei einer kurzen Laufzeit mit einer hohen Renditechance aufwarten. Und dennoch hat sich kein Vertrieb gefunden, der diesen Fonds platzieren wollte. Wir haben ihn dann nicht aufgelegt.
finanzwelt: Was meinen Sie, sind die Gründe dafür?
Cvetkovic: Die Gründe könnten vielfältig sein. Entweder liest keiner den Prospekt richtig und erkennt nicht die Chancen, die sich gegebenenfalls bieten, oder aber die Vermittler gehen in der Tat nur den Weg des geringsten Widerstands – dann aber auch nicht erfolgreich, wie die aktuellen Platzierungszahlen der Branche zeigen.
finanzwelt: Wie ging denn die Geschichte weiter?
Cvetkovic: Recht einfach. Nachdem ich festgestellt hatte, dass über eine Neufinanzierung keine Chance besteht, haben wir das Projekt aus Geldern der bestehenden Fonds finanziert. Das Game ist inzwischen fertig und kommt demnächst auf den Markt. Die kurzfristige Beteiligung hat uns rund 30 Prozent Rendite in weniger als einem Jahr gebracht, das Investitionskapital ist inzwischen ebenfalls zurückgeflossen.
finanzwelt: Was schließen Sie daraus?
Cvetkovic: Dass ich mir mehr Offenheit für interessante Projekte wünschen würde. Nur so kann man die Chancen von Private Equity nutzen.
finanzwelt: Aktuell konnte man einer Pressemitteilung Ihres Hauses entnehmen, dass Sie eine von mehreren Anlagen zur Herstellung von Biodiesel in den USA als Private Placement erfolgreich umgesetzt haben. Erneuerbare Energien treffen doch den Zeitgeist. Wäre das kein Retailprodukt?
Cvetkovic: Hier hatten wir ein ähnliches Problem, denn um die ersten Anlagen zu realisieren, musste schnell Kapital fließen. Das hätte mit einem geschlossenen Fonds zu lange gedauert. Die Green Gallon Anlage funktioniert hervorragend, kann aus jeglichen Formen von Frittierfett Biodiesel produzieren. Durch die direkte Anbindung an eine Großstadt ist für permanenten Nachschub gesorgt. Die Investoren sind begeistert, die Rendite weit über Marktniveau.
finanzwelt: Kommen wir noch einmal auf den Gamesbereich zurück. War „Schlag den Raab II“ eine einmalige Chance?
Cvetkovic: Im Gegenteil, aufgrund der Zuverlässigkeit unseres Geschäftes möchte der Produkthersteller die Folge-Games mit uns zusammen produzieren. Unter den gleichen außergewöhnlich guten Bedingungen. Sollte sich also ein Vertrieb finden, der für seine Anleger ein lukratives Konzept sucht – mein Team aus Rechtsanwälten, Steuerberatern und Marketingspezialisten steht für eine schnelle Umsetzung jederzeit zur Verfügung.
(Das Gespräch führte Dorothee Schöneich)







