Gewinner gegen die Direktanlageprogramme
Containerfonds
Mit sehr unterschiedlichen Steuerkonzepten warten die aktuellen Containerfonds auf. Durchgesetzt hat sich der gewerbliche Fonds, oft mit Betriebsstätte im steuermilden Ausland.
Container und Containerschiffe bilden zwei unterschiedliche Assetklassen. Noch nie hat sich ein auf Containerschiffsfonds spezialisiertes Emissionshaus in dem eigentlich naheliegenden Bereich vorgewagt, obwohl das durchaus ernsthaft bei einigen Initiatoren von Schiffsfonds erwogen wurde. Letzen Endes hat man aber doch davon Abstand genommen.
Nur den umgekehrten Weg ging unlängst der Marktführer bei Containerfonds Buss Capital. Das Unternehmen, das bislang 320 Mio. Euro Kommanditkapital (ohne den aktuell im Vertrieb befindlichen), einsammelte, kam in diesem Jahr mit seinem ersten Schiffsfonds auf den Markt. Aber der investiert nicht etwa in Containerschiffe, sondern in das Segment Hochseekreuzfahrt und Fährschiffe.
Das Geschäft mit Containern erfordert hervorragende Verbindungen zu den Leasinggesellschaften und zu den Container-Management-Unternehmen. „Es sind gute Kontakte und ein enges Netzwerk zu der Schifffahrtsszene nötig, um mit den Leasinggesellschaften ins Geschäft zu kommen und zuverlässig und regelmäßig langfristig vermietete Container beschaffen zu können", meint Marc Nagel, Geschäftsführer von Buss Capital.
Die Trennungslinie, die zwischen dem Investment in Container und der Anlage in Containerschiffe besteht, hat bislang nur Schroeder & Co überschritten. Der Initiator, der mit Container-Angeboten für Privatanleger begann, dann Containerfonds auflegte, ist derzeit mit dem Logistik Investment Fonds 2 auf dem Markt.
„Der Fonds investiert in Container und Containerschiffe und in alles, was mit Containerlogistik zusammenhängt“, erläutert Unternehmenschef Michael Schroeder.
Ob das Know-how, das offenbar bei der Beschaffung von Containern und deren Vermietung besteht, auch beim Einkauf von Containerschiffen von Nutzen ist, bleibt abzuwarten. Noch befindet sich der erste Fonds, der im letzten Jahr aufgelegt wurde, in der Investitionsphase.
Allerdings war es in der Vergangenheit schwieriger, an die geeigneten Container und die Mieter zu kommen als an Schiffe. Aber preisgünstige Schiffe sind auch äußerst rar geworden, die Emissionspausen einiger Initiatoren, die sonst regelmäßig mit Schiffsfonds auf dem Markt sind, dauern ungewöhnlich lang.
Auch beim zweiten Fonds hat Schroeder die Container bereits eingekauft. Das ist überhaupt ein Kennzeichen der derzeit am Markt befindlichen Containerfonds: Der Anleger weiß, dass die Container, in die investiert wird, bereits feststehen. „Buss Capital hatte die Container bereits eingekauft, als der Fonds aufgelegt wurde“, bemerkt Buss-Geschäftsführer Nagel. Beim Containerfonds Logistica der CH2 war das nicht von Anfang an der Fall. „Nahezu alle Containerund Logistikinvestitionen stehen inzwischen fest“, erklärt CH2-Geschäftsführerin und Gesellschafterin Antje Montag. Blind Pools stehen bei den Anlegern nicht hoch im Kurs, das berichtet der Vertrieb immer wieder.
Die Schiffsfonds genießen dank der Tonnagesteuer ein außergewöhnliches Privileg: Die Einkünfte werden nur mit einer Pauschalsteuer belastet, dadurch sind die Ausschüttungen praktisch steuerfrei. Keine andere Produktlinie der geschlossenen Fonds genießt solche Vorteile, auch nicht die Containerfonds. „Container und Containerschiffe in einem Fonds zu mischen, erfordert ein besonders ausgeklügeltes steuerliches Konzept“, meint Schroeder.
Der Logistik Investment Fonds 2 von Schroeder & Co, der wie bei den geschlossenen Fonds üblich als deutsche Kommanditgesellschaft konzipiert ist, erwirbt die Second-Hand-Containerschiffe und kann bei diesen die Tonnagesteuer nutzen. Dagegen werden die Container von einer Projekt-Tochtergesellschaft in Österreich gekauft und vermietet, die dort lediglich der Körperschaftssteuer von 25 % unterliegt, weil diese Projektgesellschaft von einer GmbH gehalten wird, die zur Firmengruppe der KG gehört. In Deutschland gilt für die Einkünfte aus der Containervermietung aber der Progressionsvorbehalt.
Mit einem ungewöhnlichen steuerlichen Konzept wartet das neu gegründete Emissionshaus CH2 (Contorhaus Hansestadt Hamburg AG) bei seinem Containerfonds Logistica auf: Der Anleger beteiligt sich wie üblich an einer KG, die ihrerseits in eine GmbH investiert, die die Container anschafft und verwaltet. Die Kommanditeinlage wird vollständig für die Kapitalausstattung in Form einer Stammeinlage und Kapitalrücklage der GmbH genutzt. Die laufenden Ausschüttungen gelten daher als Rückzahlung der Kapitalrücklage und bleiben beim Anleger steuerfrei. Geleitet wird das Emissionshaus von Antje Montag, die lange im Bereich geschlossener Fonds tätig ist und zuletzt vier Jahre bei der MPC-Gruppe arbeitete.
Auf Ebene der Investitions-GmbH sind lediglich Körperschafts- und Gewerbesteuer (insgesamt rund 28 %) zu zahlen. Weil der Exit durch den Verkauf der GmbH-Anteile erfolgt, ist der Gewinn für den Anleger ebenfalls steuerfrei. Voraussetzung ist jedoch, dass der Anleger zu weniger als ein Prozent an der GmbH beteiligt ist. „Dieses Konzept funktioniert aber nur in diesem Jahr, weil die GmbH-Anteile vor dem 1.1.2009 erworben werden müssen, damit die Veräußerung steuerfrei bleibt“, erläuterte Geschäftsführerin Montag. Im nächsten Jahr muss sich Montag also etwas anderes einfallen lassen.
Nur noch in diesem Jahr ist es auch steuerlich attraktiv, in Direktanlageprogramme zu investieren, wie sie von Marktführer P & R entwickelt wurden. 1998 ist DTF in dieses Geschäft eingestiegen und später auch Schroeder & Co. Bei diesen Programmen wurde die Tatsache genutzt, dass der Verkauf der Container am Ende der Laufzeit als privates Veräußerungsgeschäft galt. Dementsprechend war der Veräußerungsgewinn nach sechs oder sieben Jahren steuerfrei, das trug erheblich zur hohen Nachsteuerrendite bei.
Durch die Reform des Unternehmenssteuergesetzes wurde der Paragraph 23 Einkommensteuergesetz geändert und in Zukunft ist der Veräußerungserlös aus dem Verkauf der Container erst nach zehn Jahren (wie bei Immobilien oder Flugzeugen) steuerfrei. Damit wurde den Direktanlageprogrammen der Boden entzogen.
Manche meinen, es handle sich um eine Lex P & R. Denn Containeranlagen lassen sich wohl nur noch über geschlossene Fonds steuerlich attraktiv gestalten. Geschlossene Fonds müssen aber ihre Prospekte genehmigen lassen, P & R wird also zu einem transparenteren Geschäftsgebaren gezwungen. Bislang hält das Münchener Unternehmen geheim, wie sein Konzept funktioniert.
DTF trägt der ab 1.1.2009 veränderten steuerlichen Situation bereits Rechnung. Zusammen mit der Abakus-Gruppe, die seit neun Jahren weitgehend exklusiv die DTF-Anlageprogramme vermittelte, hat das Hamburger Unternehmen 2007 die Deutsche Logistikfonds GmbH (deLog) gegründet, die gerade ihren Fonds delog 1 ausplatziert hat. Dieser Fonds ist ebenso gewerblich konzipiert mit Betriebsstätte in Deutschland wie der geplante Conrendit 12. „Mit dem gewerblichen Konzept und Betriebsstätte in Deutschland bewegt sich der Fonds auf steuerlich sicherem Terrain“, erläutert Karsten Mieth, Geschäftsführer bei Abakus. DTF bietet daneben aber auch ein Container-Direktanlageprogramm an.
Daneben wird die gewerbliche Lösung, aber mit einer Betriebsstätte im Ausland, favorisiert, um die niedrigere Besteuerung im Ausland oder/und die Freibeträge in Verbindung mit Doppelbesteuerungsabkommen zu nutzen. Buss Capital verwaltet die Container für den Fonds über eine Betriebsstätte in Singapur. Dort unterliegen die Einkünfte aus der Vermietung der Container nur einer Steuerbelastung von nicht ganz 20 %. DCM greift bei dem neuen geplanten DCM Containerfonds 3 wie bei den Vorgängern auf eine Betriebsstätte auf Madeira zurück. Die portugiesische Insel verzichtet als EU-Sonderwirtschaftszone bis 2011auf eine Besteuerung der Ausschüttungen und des Veräußerungsgewinns, danach beträgt der Steuersatz lediglich 5 %. DCM hatte seinen Fonds schon fertig konzipiert und auch das grüne Licht von der BaFin, als der Initiator ein Bonitätsproblem bei einem der Mieter der Container feststellte. „Der Fonds kommt erst auf den Markt, wenn wir einen bonitätsstarken Mieter für die Container haben“, erklärt Heinz-Theo Tetsch, Vorstand der DCM AG.
Wie wichtig zuverlässige bonitätsstarke Mieter sind, haben die Anleger im ConRendit2 erfahren müssen. Zwei Drittel der Container waren von einer Firma, der Transrent, angemietet worden. Diese meldete im Januar 2007 Konkurs an, und es mussten neue Mieter gesucht werden. „Der Mittelrückfluss wird dadurch von 129,6 auf 103 % zurückgehen“, meint Fondsgeschäftsführer Torben Reuter. Aber wenn die Verhandlungen mit den Container-Versicherern erfolgreich sind, kann es auch mehr als 103 % geben. Reuter kann aber darauf hinweisen, dass zwei Containerfonds bereits erfolgreich mit überplanmäßigen Ergebnissen beendet wurden.
(Dr. Leo Fischer)







