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Datum: 14.09.2011

"Das kleine Wirtschaftswunder"

„Wir retten die Welt“ mit dem „kleinen Wirtschaftswunder“. Zwei zentrale Leitbegriffe aus der vom Verband Geschlossene Fonds (VGF), Berlin, gerade vorgestellten „Informationsoffensive“, die der Öffentlichkeit, besonders Investoren, Beratern und der Presse mehr über Hintergründe, Sinn, Stärken und Schwächen des Finanzierungsmodells „Geschlossene Fonds“ vermitteln soll. In einer Pressepräsentation, sinnigerweise im Literaturhauscafe an der Alster, stellte VGF-Geschäftsführer Eric Romba den acht Journalisten, die der Einladung Folge leisteten (alle Vertreter der Fachpresse), die Konzeption vor.

(fw/dj) „Wir wollen aufklären“, denn „wir sind besser geworden“. Damit meint Romba, dass die rufgebeutelten geschlossenen Fonds aus ihrer „grauen“ Ecke „heraus treten können“. Die Mitglieder des VGF, die diese Kampagne tragen (und bezahlen) werden wohl über eine Million Euro berappen müssen, um die Drei-Jahres-Kampagne umzusetzen. Die genauen Kosten wollte Romba nicht nennen. Die Pressepräsentation verlief äußerst munter. Vor allem die fehlende Präsenz der „großen“ Presse wurde von einigen anwesenden Journalisten so interpretiert, dass diese Kampagne zu klein sei und wohl von Anfang an auf verlorenem Posten steht, um das angekratzte Image der geschlossenen Fonds gerade zu rücken. Romba brachte diese Kritik nicht aus der Ruhe: „Wir versuchen es dennoch und glauben, dass unsere Botschaft ankommen wird.“

„Wir retten die Welt“, das ist das Motto einer für die Tagespresse vorgesehenen Anzeige. Ein Kind auf dem Fahrrad dient als „eye-catcher“. Im Text erklärt der VGF, dass geschlossene Fonds bleibende Werte schaffen. Einige Fragen der Pressevertreter zu dem Motiv ließen große Skepsis an der Sinnhaftigkeit dieser Werbeaussage deutlich werden. „Das kleine Wirtschaftswunder“ ist der Claim, der strategische Kern der Informationsoffensive. Im Vorfeld der Präsentation gab es bereits belustigende und kritische Kommentare zu diesem Leitsatz. „Wunder“ seien es, dass geprellte Anleger sich nicht mehr als bisher geschehen über die Branche aufregen, schrieb ein Fachjournalist. „Mit Wundern will ein rational denkender Anleger nichts zu tun haben, dieser braucht Rationalität“, formulierte ein anwesender Journalist. „Wieso kleines Wunder, ‚blaues Wunder’“, kommentierte ein Besucher die Pläne des VGF in der Pause. Begeisterung über Werbung für eine Branche, die das tägliche Brot des Fachjournalie ist, hört sich anders an.


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