Wachstumsmarkt
Der Markt der vorbörslichen Immobilienaktien etabliert sich
In Anbetracht weitestgehender Einschränkung von Steuervorteilen und dem Wunsch vieler Anleger auch innerhalb überschaubarer Zeiten aus dem Engagement bei einer Immobilienbeteiligung herauszukommen, waren die offenen Immobilienfonds der Renner des vergangenen Jahres. Immobilien auf Aktien hätten es auch sein können, doch nach wie vor haben es die Anbieter nicht geschafft, ein breites Publikum und die Öffentlichkeit vorbehaltslos für sich zu gewinnen.
Transparenz ist gefragt
Wer sich an einer Immobilienaktie beteiligt, sollte sich klar sein, dass er Chancen und Risiken ähnlich denen der Immobilienfonds eingeht. Dennoch fließt deutlich mehr Kapital in Fonds als in Aktien. Dabei bieten Immobilienaktien diverse Vorteile: Zunächst einmal können Anleger auch mit kleineren Beträgen eine derartige Anlageform zeichnen und damit eine breite Risikostreuung erreichen. Die Erträge sind zudem nach relativ kurzer Zeit steuerfrei und die Beteiligung ist handelbar. Im Gegensatz zu offenen Immobilienfonds partizipiert der Anleger zudem von Kursgewinnen. Immer wieder wird unterstellt, dass vorbörsliche Immobilienaktien ein Transparenzproblem hätten. Dies ist richtig, da systemimmanent. Die Gesellschaften, wenn es sich nicht um Ausgliederungen aus Konzernen handelt, müssen nun einmal zunächst Geld einsammeln, um dann in einem weiteren Schritt zu investieren. Es kommt im Detail auf das Fingerspitzengefühl an, die richtige Gesellschaft zu erkennen. Hier besteht eine große inhaltliche Nähe zu „klassischen” Aktientiteln. Wichtig ist, sich aufzeigen zu lassen, welche Strategie geplant ist, welche Objekte gekauft werden sollen oder gekauft wurden, zu welchem Preis und ob derartige Immobilien wirklich attraktiv „durchhandelbar“ sind. Anlageberater, die hier kompetent beraten möchten, müssen sich daher in die Materie einarbeiten und sollten kritische Fragen an das Management nicht scheuen.
breites Angebot
In der Vergangenheit berichtete FINANZWELT mehrfach über vorbörsliche Immobilienaktien. Seit dem vergangenen Jahr ist die Rheinisch Westfälische Grundbesitz AG (RWG AG) dabei, ihr bislang eingesammeltes Kapital in Immobilien zu investieren. Sieben Objekte wurden bereits erworben, die im kommenden Jahr weiterveräußert werden sollen. Der Vorstand, Dr. Gunter Kuhlee, rechnet mit hohen Gewinnmargen, denn schon heute gäbe es interessante Anwärter für die Immobilien. Unabhängig der bereits getätigten Investitionen ist die RWG AG derzeit dabei, ihr Grundkapital zu erhöhen. Konsequenterweise wurde eine Ausgabekurserhöhung von zwei auf drei Euro pro Aktie vorgenommen, die durch die Etablierung des Unternehmens begründet wird. FINANZWELT wird in einer der kommenden Ausgaben über den Stand der derzeitigen Immobilien-AG´s und die Erfahrungswerte der Anbieter berichten.







