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Zukunftsorientierte Assetklassen

Der Schleier ist gelüftet

Dieter E. JansenDieter E. Jansen

„Ruinöser Wandel“ titelte die Financial Times kürzlich und meinte den Wandel auf dem Markt der Gewerbeimmobilien. Nebendran stand ein Artikel mit der Überschrift „Neubauvolumen erreicht Negativrekord“.

Ruinöser Wandel findet derzeit fast auf allen Anlagesegmenten statt, auch und besonders bei geschlossenen Fonds. Selten aber liefert eine Publikation in diesen Tagen gleichzeitig Informationen über Anlageklassen, die Anlegern Chancen offerieren, wie in diesem Fall. „Rekordverdächtiger Neubaumangel bei Wohnimmobilien", diese Zeile signalisiert steigende Preise. „Was sollen wir bloß machen?", „Was läuft?", „Was rate ich meinen Anlegern?" Auf allen Kongressen, Vertriebsmeetings, internen Workshops, die ich in diesem Jahr - viel häufiger als sonst übrigens - besuchte, beherrschten diese Fragen die Vorträge und die Pausentalks. Antworten gab es selten. Systematisch, aber nur ausgewählt, ging lediglich Friedrich Wanschka bei seinem Initiatoren-/Journalisten- Treff auf Mallorca den Antworten auf diese Fragen nach.

finanzwelt wollte mehr tun. Wir haben aus allen verfügbaren Quellen (News, Internet, Prospekte, Umfragen) diejenigen Assetklassen herausgefiltert, die zukunftsorientiert scheinen und vermuten lassen, dass Krisen wie die derzeitige sie nicht oder nur gering tangieren. An erster Stelle steht der Markt für Wohnimmobilien (s. Beitrag ab S. 46), vor allem wenn Sicherheit und Risikoarmut des Investments eine wichtige Rolle bei der Anlageentscheidung spielen. In alphabetischer Reihenfolge werden immer wieder genannt: Agrarfonds, Gamefonds, Musikfonds, Öl/Gas, Patentfonds, Photovoltaikfonds (Erneuerbare Energien), Turbinenfonds, Waldfonds. Wir haben uns die Prospekte beschafft, die solche Anlagen offerieren, und sie daraufhin untersucht, was sie über zwei wichtige Bereiche mitteilen, die für den Anleger von existentieller Bedeutung sind:

Wie ist der Markt unter Zukunftsperspektiven zu
beurteilen und wie sieht das Krisenprofil der
entsprechenden Assetklasse aus?

Die Erkenntnisse haben wir tabellarisch zusammengestellt und ein (subjektives Ergebnis) erarbeitet, symbolisiert durch einen Pfeil. Der Pfeil gibt an, wie wir die Assetklassen unter den Aspekten Marktvolatilität, Sicherheit und Risikoarmut beurteilen. Der Pfeil gibt NICHT an, ob der Fonds gut oder schlecht zu beurteilen ist. Das mag unvollständig klingen, ist es aber nicht. Bevor nämlich investiert wird, sollten Berater und Anleger gemeinsam überlegen, welches Anlagesegment für den Investor spezifisch ist. Erst wenn er das weiß, werden Prospekte und Zeichnungsunterlagen beschafft, Ratings studiert und mit dem Berater über mögliche Fondskandidaten diskutiert. So und nicht anders sollte diese Entscheidungshilfe angewendet werden.

Übrigens: Entgegen meinen Erwartungen, dass sich Emissionshäuser, veranlasst durch die Erlebnisse in diesen Krisenzeiten, ihr Emissionsportfolio vornehmen, es umkrempeln, neue Assetklassen prüfen oder auflegen, ist dieses ganz und gar nicht der Fall. Unsere Umfrage unter den Emissionshäusern hat ergeben - übrigens haben überwiegend die großen geantwortet - dass über 80 % der Emissionshäuser bei ihren angestammten Anlagekategorien bleiben, und nur 20 % ziehen in Betracht, diese Strategie zu überdenken. Wenn das der Fall ist, werden Erneuerbare Energien und Auslandsimmobilien in Betracht gezogen. Ein großes Emissionshaus überprüft die Größe der Fonds, und ob es in Zukunft mehr Sinn macht, die Risikostreuung durch Dachfondskonstruktionen zu erhöhen. Ich halte diese Ergebnisse für außerordentlich bemerkenswert und in gewisser Weise beruhigend, wenn auch irgendwie überraschend. Für den Berater hat es die klare Konsequenz, dass er seinen erlernten Stoff nicht über Bord werfen muss. Allerdings: neue Anlage-Kategorien, wie oben dargestellt, werden die Palette der in Deutschland angebotenen Fonds verändern. 

Die Begründungen und Argumente der finanzwelt-Untersuchung finden Sie im Anhang.

(Dieter E. Jansen)

Downloads:
Begründungen und Argumente der finanzwelt-Untersuchung

Zusatz-Informationen:

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