Kurztrip an den Lago Maggiore und Lago Lugano
Der Sonne entgegen
Sechs Monate hat der Winter gedauert, und der Frühling traute sich nicht so richtig hervor. Unsere Stimmung war nach den langen, kalten, grauen Monaten am Boden, nur diejenigen unter uns, die entweder eine eiserne Disziplin besitzen oder aber das Seelenleben eines Betonpfeilers haben, konnten noch herzhaft lächeln. Erstaunliche Tatsache: Woanders war der Frühling schon viel früher sehr rege, wahrscheinlich wurde er so lange an der italienischen oder schweizer Grenze aufgehalten? Immerhin eine mögliche Erklärung. Wer also auf Nummer sicher gehen will und der Sonne entgegen fahren möchte... Tasche packen, in den Wagen und dorthin fahren, wo der Frühling nun schon fast zum Sommer geworden ist, nämlich an den Lago Maggiore und den Lago Lugano.
Lago MaggioreUnsere erste Station ist der Lago Maggiore, und zwar die italienische Seite, das Ufer gesäumt von morbiden alten Palazzi, die sich hinter hundertjährigen Rhododendren, jeder so groß wie deutsche Eichen, den neugierigen Blicken entziehen. Das Grand Hotel Majestic, 1870 errichtet, an einem knapp einem Kilometer langen, eigenem Seegrundstück, umfängt den Reisenden mit dem unaufdringlichen Luxus einer leider vergangenen Epoche. Mit nur 90 Zimmern ist das Grand Hotel Majestic ein Ort von beschwingter Ruhe, und der riesige hundertjährige Garten direkt am See ein Traum aus förmlich explodierender Blütenpracht. Auf der Terrasse speist es sich hervorragend mit Blick über den Lago Maggiore an einer seiner schönsten Stellen, ein Pool und modernste Wellnes-Einrichtungen sind vorhanden. Und ganz versteckt, wie eine Erscheinung aus einem Sophia- Loren Film, liegt ein kleiner Privatstrand mit eigenem Bootsanleger, gegenüber der Insel des Familiensitzes der Borromeos, einer alten Adelsfamilie. Auf diesem kleinen Stück des Paradieses, inmitten rauschender Blüten und glucksenden Wassers, lässt sich durchaus eine Weile träumen. Grand Hotel Majestic, Verbania, Tel: 0039 0323 - 50 43 05 www.slh.com/majestic/ Ein „Muss“ ist auch eine Bootsfahrt zu den Garteninseln der Familie Borromeo, der Isola Bella und der Isola Madre, verwunschene Paläste inmitten verschwenderischer Gärten. Nach einem langen Tag der Erholung und Besichtigung speisen Sie sehr gut und günstig im familiengeführten Ristorante Hotel Novara, direkt am Hafen von Pallanza. Fragen Sie nach der Fischsuppe, es lohnt sich. Piazza Garibaldi 30, Verbaia Pallanza
Lago Lugano
Nur ein Tal und eine Autostunde weiter vom Lago Maggiore befindet sich der Lago Lugano. Abseits der Stadt Lugano säumen historische Villen alter russischer und europäischer Adelsfamilien das Seeufer, eingebettet in eine fast tropische Vegetation. Erholung ist hier programmiert: Einfach am Seeufer träumen, einen Bummel durch die Schweizer Uhrengeschäfte machen, oder aber eine Bergtour mit dem Mountainbike unternehmen. Das Hotel Villa Castagnola direkt am Seeufer ist ein guter Ausgangspunkt für alle Aktivitäten. Ehemals die Sommervilla einer russischen Familie wurde vielfach modernisiert und bietet neben einem Gourmetrestaurant, einem Wellnessbereich und eigenem Seezugang luftige Zimmer und Suiten mit Blick auf den See und die umliegenden Berge. Der freundliche Concierge hilft kompetent bei allen Fragen. Direkt hinter der Villa Castagnola liegt die Talstation der Zahnradbahn, auf deren Bergstation man Mountainbikes für die Abfahrt an den See aus knapp 1.000 Meter Höhe mieten kann. Sightseeing auf die sportliche Art. Grand Hotel Villa Castagnola au Lac, Viale Castagnola 31 Tel. 0041 0 91 - 973 25 55, www.slh.com/villacastagnola/ Ein Geheimtipp ist in Lugano das Restaurant Antica Osteria del Porto, direkt am See. Hervorragende Speisen und gepflegte Weise zu wirklich sehr fairen Preisen. Besonders die Fischspezialitäten sind hervorragend. Antica Osteria del Porto, Via Force 9, am Yachthafen Tel: 0044 0 91 - 971 42 00, www.osteriadelporto.ch
(CHRISTOPH SIECIECHOWICZ)







