Datum: 04.08.2011
"Deutsch-Österreichische Connection"
Seit einem Jahr firmiert die Raiffeisenbank Kleinwalsertal AG als Walser Privatbank AG. Damit will das Institut seine Kernkompetenz, die Beratung vermögender Kunden, stärker kommunizieren. finanzwelt sprach hierzu mit Jürgen Herter, Leiter Private Banking und Markus Kalab, Leiter Marketing des Finanzinstituts.
finanzwelt: „Zwei Neueröffnungen auf einen Schlag“ – diese Zielvorgabe haben Sie mit den beiden Dependancen in Düsseldorf und Stuttgart erfüllt. Welche Hoffnungen setzen Sie in den Aufbau der neuen, dezentraleren Vertriebsstruktur?
Jürgen Herter: Das erhöhte Sicherheitsbedürfnis, das sich im Zeichen der jüngsten Finanzkrise ausgebildet hat, prägt nach wie vor die Haltung vieler Investoren. Der schwächelnde Euro, das Schuldenproblem der wirtschaftlich angeschlagenen EU-Länder und latente Inflationsängste tragen wenig dazu bei, das Vertrauen der Anleger in die Märkte zu stärken. Unter diesen Voraussetzungen ist die Nähe zum Kunden ein entscheidender Faktor, um sich als Privatbank glaubwürdig zu positionieren. Wir haben traditionell sehr viele Kunden in diesen Regionen. Ihnen können wir jetzt eine noch intensivere Betreuung anbieten. Natürlich wollen wir aber auch Neukunden gewinnen. Dabei können wir unsere Kompetenz- und Spezialisierungsvorteile, die wir im Private Banking-Bereich gegenüber Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben, ausspielen. Zudem wollen wir aber auch Kunden ansprechen, die eine bodenständige, qualitativ hochwertige Alternative zu Groß- oder klassischen Privatbanken suchen.
finanzwelt: Sie werden als beste Bank Österreichs geführt. Was zeichnet Sie im Konkreten aus?
Jürgen Herter: Transparenz, Bodenständigkeit und persönliche Nähe sind wichtige Eckpfeiler unserer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Anlagephilosophie. Sicherheitsbewusster Vermögensaufbau beginnt für uns nicht beim Produkt, sondern dem genauen Kennenlernen des Anleger-Naturells. So stellen wir etwa mit dem „RiskProfiler“ – ein durch zahlreiche wissenschaftliche Studien entwickeltes Tool zur Messung der Risikobereitschaft – sicher, dass die Anlagestrategie an die individuellen Bedürfnisse der Anleger angepasst wird. Hinzu kommt unser ausgeprägtes Risikomanagement, mit dem wir Schwankungen an den Kapitalmärkten begrenzen. Somit sind wir in der Lage, den Bedürfnissen in puncto Sicherheit und Rendite voll und ganz gerecht zu werden. Die Finanzmarktkrise ist längst nicht aus den Köpfen der Anleger verschwunden. Sie sehnen sich stärker denn je nach einem Geldinstitut, dem sie wirklich vertrauen können. Mit einer Eigenkapitalquote von 29,5 Prozent, mehr als dem Dreifachen der gesetzlich geforderten Eigenkapitaldecke, kann die Walser Privatbank auch in dieser Hinsicht punkten. Unsere Kunden schätzen uns als Ansprechpartner auf Augenhöhe. Wir nehmen uns viel Zeit für die Beratung und legen Wert auf eine faire und langfristige Partnerschaft. Ein weiterer Pluspunkt: Die Überschaubarkeit unserer Bank ermöglicht einen sehr engen und direkten Austausch zwischen unseren Kundenbetreuern und Produkt- bzw. Kapitalmarktspezialisten. Beste Voraussetzungen also, um anspruchsvollen Kunden individuelles, bedarfsgerechtes Vermögensmanagement anzubieten. Unser Selbstverständnis wird durch Auszeichnungen immer wieder untermauert: So kürte uns der renommierte „Fuchs-Report“ jüngst zum besten Vermögensmanager in Österreich. Außerdem können wir nicht ohne Stolz sagen, dass wir aufgrund unserer beständig guten Beratungsleistungen dort unter allen im deutschsprachigen Raum getesteten Vermögensmanagern in der „Ewigen Bestenliste“ den beachtlichen sechsten Gesamtrang belegen.
finanzwelt: Am 12. August 2010 wurde aus der Raiffeisenbank Kleinwalsertal die Walser Privatbank AG. Wie stellt sich der Rückblick aus Ihren Augen da?
Markus Kalab: Mit unserem neuen Namen „Walser Privatbank“ haben wir vor allem den veränderten Bedürfnissen unserer Kunden nach Sicherheit, Beratungs- und Servicequalität Rechnung getragen. Darüber hinaus fokussiert unsere neue Marken- und Vertriebsstrategie auf eine stärkere Annäherung an die Kunden in Deutschland, eine Schärfung des Profils und damit einhergehend eine stärkere Differenzierung vom Wettbewerb.
Rückblickend kann man sagen, dass wir mit dem neuen Markenauftritt die Zeichen der Zeit erkannt und die richtigen Weichen gestellt haben. Mit dem Markenrelaunch von Raiffeisenbank Kleinwalsertal AG zu Walser Privatbank vor einem Jahr haben wir unser Kerngeschäft der Vermögensberatung und -anlage auch in unserem Namen und unserer Marke konsequent umgesetzt. Damit verbinden wir heute besser als zuvor die Professionalität und den Anspruch einer Privatbank mit der Authentizität unserer Herkunft, dem Kleinwalsertal. Im Kontakt mit Kunden und Partnern erhalten wir fast ausnahmslos positive Rückmeldungen. Zudem haben wir es geschafft, auch unsere Mitarbeiter für diese strategische Neuausrichtung zu begeistern. Und auch die Fachwelt nimmt mehr und mehr Notiz davon – so wurden wir vor Kurzem erst mit dem weltweit renommierten „REBRAND 100-Award“ ausgezeichnet, der uns als erstem österreichischen Unternehmen überhaupt verliehen wurde. Zudem sind wir für den „Econ-Award“ nominiert, den das Handelsblatt auslobt und - ganz aktuell - haben wir erfahren, dass wir darüber hinaus den „Reddot- communication-award“ gewonnen haben. Alles in allem hat die Resonanz auf die neue Markenstrategie und den neuen Markenauftritt als Walser Privatbank unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen. Das gibt uns Rückenwind für unsere Aktivitäten im Kernmarkt Deutschland und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Das Gespräch führte Alexander Heftrich








