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Geschlossene Fonds

"Die AG ist kostengünstiger"

Die Anlagebranche entdeckt die Land- und Forstwirtschaft. Darüber sprach finanzwelt mit Matthias Graf von Westphalen, einem der größten privaten Landbesitzer in Deutschland. Er managt für die Familie land- und forstwirtschaftliche Betriebe und ist zusammen mit zwei Private Equity-Experten einer der Initiatoren der Privatplatzierung AgroEnergy AG, die landwirtschaftliche Betriebe erwirbt, pachtet und bewirtschaftet.

finanzwelt: Seit 700 Jahren investiert Ihre Familie in die Landwirtschaft. Mit welcher Rendite rechnen Sie für die Aktionäre der AgroEnergy?
Graf von Westphalen: Im operativen Geschäft sind erfahrungsgemäß Renditen um die 3 % zu erzielen. Unter Berücksichtigung des Wertzuwachses halten wir für die Anleger über zehn Jahre eine Rendite von 8 % für möglich.

finanzwelt: Im letzten Jahr wurden zwei geschlossene Agrarfonds platziert. Sie wählen aber die Rechtsform der AG. Warum?
Graf von Westphalen: Über die Aktiengesellschaft ist die unmittelbare unternehmerische Beteiligung an landwirtschaftlichen Betrieben möglich. Die AG ist vor allem gegenüber der geschlossenen KGBeteiligung die kostengünstigere Lösung.

finanzwelt: Die hohen weichen Kosten bei den geschlossenen Fonds erklären sich zum Teil aus dem Vertrieb. Wie wollen Sie die Aktien an den Anleger bringen?
Graf von Westphalen: Wir wenden uns direkt an Family Offices, Vermögensverwaltungen und Privatbanken. Zum Teil kommen diese auch unmittelbar auf uns zu.

finanzwelt: Warum eine Mindestbeteiligung von 500.000 Euro?
Graf von Westphalen: Wir signalisieren damit, dass ein Agrarinvestment trotz langfristig hervorragender Perspektiven aufgrund der wachsenden Bevölkerung und der steigenden Nachfrage nach höherwertigen Lebensmitteln kein Produkt für den Kleinanleger ist.

finanzwelt: Die AgroEnergy AG hat den ersten landwirtschaftlichen Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern erworben. Warum liegt der Fokus auf den neuen Bundesländern?
Graf von Westphalen: Dort sind eher großflächige Betriebe zu finden als in Westdeutschland. Zudem sind die Landpreise noch günstiger und es gibt mehr Flächen auf dem Markt. Betriebe mit größeren Flächen können ihre Maschinen besser auslasten und effizienter arbeiten. In drei bis fünf Jahren soll die AgroEnergy bis zu 18.000 Hektar bewirtschaften.

finanzwelt: Welche Rolle spielen Sie dabei?
Graf von Westphalen: Die Graf von Westphalen GmbH sucht und bewertet die Flächen, die für den Ankauf in Frage kommen, berät bei der Bewirtschaftung und übt das Controlling aus.

finanzwelt: Welche Gemeinsamkeiten haben land- und forstwirtschaftliche Investments?
Graf von Westphalen: Es geht um Produkte des Bodens, der trotz Produktivitätsfortschritten nicht beliebig vermehrbar ist. Und Agrar- und Holzinvestments entsprechen dem Megatrend zur Nachhaltigkeit. Steigende Nachfrage wird in beiden Assetklassen mittelfristig zu weiter steigenden Flächen- und Produktpreisen führen. Beide Bereiche haben bisher eine niedrige Korrelation zu den Finanzmärkten. Und als klassische Real Assets bieten sie eine hohe Sicherheit gegen Wertverluste, insbesondere bei Inflation.


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