Boom für Beteiligungsfonds
Die Bedeutung von Rating für Beteiligungs-, PE-, Mezzanine-, VC-, Mittelstands- Fonds
Steuerpolitische Rahmenbedingungen – die die bisherige Grundlage für viele Fondskonzepte wie bei Medienfonds, Immobilien- oder Schiffsfonds sind oder besser waren – werden sich fundamental ändern, darüber ist sich die Branche einig, und die Politik lässt an ihrem Willen nicht den geringsten Zweifel aufkommen, dass bald...
schonentsprechende Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht
und in Kraft gesetzt werden.
Push. Es ist keine Kunst vorherzusagen,
dass nach Wegfall der steuerlichen
Aspekte bei Fonds voraussichtlich ab
2006 ertragsgetriebene Konzepte verstärkt
an den Markt kommen und das
Angebot dominieren werden. Dies wird
einen Wettlauf um neue renditestarke
Anlageformen auslösen. Dabei wird
auch die deutsche Wirtschaft und insbesondere
die mittelständische Wirtschaft
ins Blickfeld kommen. Schließlich gehören
98 % der ca. 3 Mio. Unternehmen
in Deutschland zum Mittelstand. Leider
sind die meisten auf den ersten Blick
nicht sehr ertragsstark, sondern haben
aus vielerlei Gründen mehr oder weniger
große Schwächen. Es gilt also diejenigen
herauszufiltern, die die erforderlichen
Erträge erwirtschaften können, bei akzeptablem
Risiko. Bei diesem Selektionsprozess
spielt das Rating – wie nachfolgend
erläutert wird – eine ganz wesentliche
Rolle.
Rendite und Risiko/Sicherheit sind die
wesentlichen Entscheidungsgrößen.
Aber eine weitere wichtige Einflussgröße
für die Fondskonzeption ist die
Nachvollziehbarkeit des Anlageziels
für den Anleger. Eine Immobilie kann
sich jeder Anleger vorstellen, ein Schiff
auch. Bei gebrauchten Lebensversicherungen
wird es schon schwieriger. In
diesen Tagen hat das Thema Arbeitsplätze
in Deutschland – für jedermann
nachvollziehbar – den höchsten Stellenwert
und die dringendste Aktualität.
Wenn ein Anleger also bewusst in die
Arbeitsplätze investiert, dann ist dies
ein nachvollziehbares und wichtiges
Motiv, das über die eigentlichen Anlageziele
wie „Rendite/Risiko“ auch
emotional deutlich hinausgeht.
Pull. Die zurzeit offensichtliche Krise
der deutschen Kreditbranche trifft die
mittelständische Wirtschaft in einer
denkbar ungünstigen Konjunktursituation. Fusionen
und Fusionsgerüchte oder Vorbereitungen sind an der
Tagesordnung. Die Liste ist lang. So schreibt Professor
Wolfgang Gehrke, der über intimste Details der
Bankenszene informiert ist: „Bei der Frage nach dem
zu erwartenden Umbruch in der Kreditwirtschaft standen
Fusionen und Fusionsgerüchte im Mittelpunkt der
Spekulationen. Deutsche Geldinstitute rangieren im
europäischen Vergleich nur noch im Mittelfeld. Das war
vor zehn Jahren noch anders.“ Und... „Der Umbau der
Bankenwelt geht weiter.“ Dies bleibt nicht ohne
Auswirkungen auf die mittelständische Wirtschaft, die
im besonders starken Maße von den Krediten der
Banken abhängig ist.
Mittelstandsfinanzierung im Wandel. Vor diesem
Hintergrund ist klar, warum es bei der Unternehmensfinanzierung,
die traditionell in Deutschland zu 3/4 aus
Krediten der Banken besteht, zu Engpässen bzw.
Blockierungen kam und kommt. Wachstum setzt die
Verfügbarkeit von Kapital voraus.
Wenn dies nicht durch laufende Cash
Flows erwirtschaftet werden kann,
muss es von außen hinzukommen.
Rating. Damit erhalten die Ratings mittelständischer
Unternehmen einen
ganz wichtigen zusätzlichen Nutzen.
Sie eröffnen den Zugang zu Fonds-
Kapital, was im volkswirtschaftlichen
Interesse liegt, und schaffen Transparenz
für die Anleger. Für Fonds wird
es zunehmend notwendig, nur in geratete
Unternehmen zu investieren und
dabei eine klare Vorgabe zu machen
über die Mindestanforderung in Bezug
auf das Ratingergebnis, auf die Einhaltung
der Investitionskriterien usw.
Derartige Ratings müssen im Gegensatz
zu den Kreditratings der Banken
insbesondere die qualitativen Faktoren
wie Produkte und Markt, Personal und
Management stärker berücksichtigen
als die Finanz-, Vermögens- und Ertragskennzahlen.
Außerdem müssen sie
neben der aktuellen Analyse des Status
Quo eine prognostische Aussagequalität
besitzen. Die Rating Services AG
führt seit 1999 Mittelstands-Ratings
durch, die genau diesen Anforderungen
entsprechen. Bisher wurden
über 300 Ratings abgeschlossen. Durch
den hohen Bekanntheitsgrad und die
spezielle Marktpositionierung hat die
Rating Services AG den Marktzugang
zu den Unternehmen, die im Fokus
zukünftiger Mittelstandsfonds stehen.
Der wichtigste Einflussfaktor bei
Finanzierungsprozessen ist die Transparenz,
weil dadurch erst das notwendige
Risikomanagement möglich wird.
Rating bewirkt nicht nur diese
Transparenz, sondern schafft durch die
Quantifizierung des Ratingergebnisses
die Voraussetzung, dass ein Portfolio,
in dem sich eine Vielzahl von Unternehmen
befindet, insgesamt bewertet
werden kann. So wird eine Portfoliooptimierung
möglich. Dies ist nach der
Portfoliotheorie von Harry M. Markowitz
die Voraussetzung dafür, dass
auch eine gewisse Anzahl von Unternehmen
mit größeren Risiken (und ggf.
auch größeren Entwicklungschancen)
neben einer Anzahl von Unternehmen
mit geringen Risiken investiert werden
kann. Die Bewertung und Überwachung
eines Portfolios von Unternehmen,
die z.B. in einem Spezialfonds
zusammengefasst sind, führt die Rating
Services seit 2003 mit gutem Erfolg
durch. Ebenso die Bewertung des
Portfolios von Zulieferfirmen in einem
der größten internationalen Explorationsprojekte
im Energiebereich.
Für Investitionsprojekte hält die Rating
Services AG ein besonderes Monitoring-
Produkt bereit. Diese Art von
Anlagekonzept zeichnet sich dadurch
aus, dass das von einem Fonds in ein
Unternehmen investierte Kapital für
einen ganz speziellen und abgrenzbaren
Zweck eingesetzt wird, z.B. der Bau
einer Produktionshalle, Maschinenausstattung,
Erweiterung durch Auslandsvertrieb
usw. In diesen Fällen bewirkt
das Monitoring, dass eine Transparenz
darüber geschaffen wird, ob die Planungen
und Zielsetzungen des Investitionsvorhabens
mit dem Mittelverbrauch
im Einklang stehen. Nur so
kann sichergestellt werden, dass bei
Abweichungen frühzeitig gegengesteuert
wird und Risken vermieden
bzw. reduziert werden können.
Für die Anleger ist das Rating zunächst
in der Entscheidungsphase von Nutzen.
Dann auch in der Investitionsphase des
Fonds. So erhält er doch eine unabhängige
und neutrale Information darüber,
was mit seinem Geld gerade geschieht,
sowie ein qualifiziertes Expertenurteil,
wie die zukünftige Entwicklung zu
sehen ist.
Wir beobachten derzeit ein typisches Marktversagen bei der
Kapitalversorgung des Mittelstands. Nach den Regeln der
Marktwirtschaft führt dies dazu, dass neue Anbieter mit
neuen Lösungen auftreten und den vorhandenen und
zukünftigen Bedarf decken werden. Wenn die Banken nur
noch in eingeschränktem Maße die Finanzierung des
Mittelstands in Deutschland im Fokus haben, wer kann dann
diesen Bedarf decken?
Vor dem „Neue Markt Debakel“ lautete die Antwort stets: Die
Börse. Dann sollten es die internationalen angelsächsisch orientierten
Beteiligungsgesellschaften und die deutschen
Nachahmer dieser Geschäftskonzepte sein. Dies stieß jedoch
auf Widerstand, als deutlich wurde, dass die Gewinnmöglichkeiten
der mittelständischen Unternehmen und die Ertragserwartungen
der Investoren („möglichst in 3 Jahren das eingesetzte
Kapital verdoppeln und dann Exit“) nicht im Einklang zu
bringen sind.
Indes, die Deckungslücke ist beachtlich. Die Bruttoinvestitionen in
Deutschland betragen gem. Statistischem Bundesamt seit 1994 ca. 400
Mrd. Euro. Tendenz der letzten Jahre abnehmend auf 384 Mrd. Euro im
Jahre 2004. Der Mittelstand in unserem Lande tätigt ungefähr die
Hälfte aller Investitionen. D.h. – hier ist ein Bedarf im dreistelligen
Milliardenbereich, von dem zukünftig ein deutlich steigender Anteil nicht
mehr von den Banken gedeckt wird. Fachleute setzen diesen Anteil mit
ca. 20-30 % an. Natürlich wird die Substitution in einem zeitlich
gestreckten Prozess innerhalb einiger Jahre ablaufen. In diesem
Investitionsbereich ist also viel Platz für die Kreativität ertragsorientierter
Konzepte geschlossener Fonds. Wenn man heute etwa ein halbes
Dutzend solcher Fonds am Markt ausmachen kann, könnten es in einem
Jahr vielleicht 20 oder 30 sein, und in 2 Jahren 100 oder mehr. Der
Investitionsbedarf des Mittelstands ist jedenfalls nicht der limitierende
Faktor. Die Anlagebereitschaft eines breiten Publikums auch nicht, wie
sich in den letzten Monaten einmal mehr gezeigt hat.
Grenzen und limitierende
Faktoren bei Investitionen
werden sein:
1. Investitionskriterien
Der größte Bedarf an neuem Kapital, absolut gesehen,
liegt im Bereich der kleinen mittelständischen
Unternehmen – allein deshalb, weil es davon so
viele gibt. 95 % der Unternehmen in Deutschland
haben weniger als 50 Mitarbeiter und
gehören damit zum kleinen und mittleren
Mittelstand. Andererseits begrenzen die unvermeidlichen
Einmalkosten einer Transaktion die
Investitionsmöglichkeiten in dieser Unternehmensklasse.
Es kommt also auf eine Spezialisierung
an, um entsprechende Skaleneffekte bei der
Suche und Auswahl der Investitionsziele zu
erreichen. Diese werden üblicherweise in den
Investitionskriterien des Fondsprospektes festgelegt.
Beispiel: Verarbeitende Industrie, positive
Ergebnisse in den letzten drei Jahren, mindestens
15 % Eigenkapitel usw. oder Ausschlusskriterien:
keine Dienstleistungsunternehmen, keine Sanierungs-
oder Turnaround-Unternehmen, stabiles
qualifiziertes Management. In allen Fällen wird
ein Rating gefordert, das z.B. besser als BB sein
muss, um die Risiken schon bei der Auswahl zu
begrenzen. Hierzu kann eine Rating-Agentur wie
die Rating Services AG als externer Dienstleister
für Fondsgesellschaften wirtschaftliche Produktangebote
einbringen.
2. Zugang zum Mittelstand
Wie findet man aus 3 Mio. Unternehmen die
10 oder 100, die optimal den Investitionskriterien
genügen und möglichst gleichzeitig
noch ein günstiges Chancenpotenzial bieten
bei geringem Risiko? So lautet die Aufgabe, die
für die Investitionsphase von Mittelstandsfonds
zu lösen ist. Traditionell haben bisher die so
genannten Hausbanken den Zugang zu diesen
Unternehmen in allen Finanzangelegenheiten
gehabt. Da sie diesen nicht verlieren wollen, kann
man kaum mit ihrer Kooperationsbereitschaft
rechnen. Die Fonds selber haben in der Regel
eine sehr kleine eigene Personalausstattung
und werden deshalb auf die Zusammenarbeit mit
anderen Zugangsmittlern zurückgreifen.
3. Win-Win-Konzept
Einerseits fordern die Investoren eine angemessene
Verzinsung ihres eingesetzten Kapitals,
andererseits benötigen auch die Unternehmen, in
die investiert wird, eine marktgängige Kapitalkostenbelastung.
In derzeitigen Niedrigzinsphasen
sind Werte über 6 bis 7 % – je nach
Sicherung – für die Anleger schon interessant,
und mit steigendem Risiko wird eine zusätzliche
prozentuale Risikoprämie fällig. Ebenso sind
Kapitalkosten bei 7 bis 9 % bezahlbar, insbesondere
wenn es sich um haftendes Kapital handelt,
für welches bekanntlich der größte Bedarf
besteht.







