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VideoGame Fonds

Die Zukunft des Medienfonds

Die Chinesen schreiben „Krise“ (wei-ji) als eine Mischung der Schriftzeichen von „Gefahr“ und „gute Gelegenheit“.

Der Medienfonds – derzeit noch gleich zu setzen mit dem Filmfonds – befindet sich in einer solchen gefühlten Krise. Der Anleger wird über die Medien regelmäßig mit düsteren Meldungen aus der Branche konfrontiert. Erst kollabieren einst bejubelte deutsche Player wie Kinowelt und Helkon. Andere, selbst internationale Player sind nur noch Schatten ihrer selbst, wie die Kirch-Gruppe, EM-TV oder Vivendi-Universal. Unser Anleger ist verunsichert, und wird darin noch von Politik und Verwaltung bestärkt, die öffentlichkeitswirksam und in zäher Folge mehrdeutige Erlasse entwirft, zurück zieht und abändert, bis auch Fachleute ihre Auswirkungen nur noch schwer umreißen können. Und wie immer gibt es schwarze Schafe, die ganze Branchen in Verruf bringen. Der Anleger ist gegenüber dem Anlagegut Film sehr zurückhaltend geworden.


Es wundert daher nicht, dass die platzierten Volumina hinter den letzten Jahren zurück bleiben, dies voraussichtlich mit stark sinkender Tendenz über die nächsten Jahre. Eine Weiterentwicklung der Medienfonds-Branche durch Neupositionierung ist daher dringend notwendig, um auch in Zukunft neue Geschäftsfelder erschließen zu können.
Die Zukunft wird darin liegen, den Medienfonds weiter zu begreifen als nur auf „Film“ beschränkt, und den eigenen Markenkern und die Kompetenz mit andersartigen, innovativen und hoch abgesicherten Angeboten zum Anleger zu transportieren. Es gilt nun, aus der „Gefahr“ der Krise die „gute Gelegenheit“ zu machen:
Hierfür bietet sich der Bereich der VideoGames ideal an. VideoGames sind Spiel- und Unterhaltungsprodukte für Computer und so genannte „Konsolen“, d.h. spezieller Spieleplattformen. VideoGames sind immaterielle Wirtschaftsgüter, mit denen sich Anlageprodukte konstruieren lassen, die für den Anleger steuerlich ähnlich interessante Effekte wie beim Film erzielen.
Darüber hinaus kann ein VideoGame-Fonds gegenüber dem Film eine Reihe erheblicher Vorteile haben : Die Relation von Herstellungskosten und Produzentenerlösen ist im Schnitt weit besser als beim Film und die Produktions-/Auswertungs-Zyklen sind wesentlich kürzer. Beides zusammen bietet die Möglichkeit interessanter Anlegerrenditen. Die Herstellungskosten sind geringer als beim Film, es lassen sich daher bessere Risikostreuungen, auch bei kleinen Fondsgrößen, erzielen. Und der Bereich ist nicht durch Hasardeure wie am Neuen Markt in Verruf gekommen. Ganz im Gegenteil:
2002 hat der Umsatz von VideoGames in den USA mit ca. 6,9 Mrd. US$ die Umsätze an den Kinokassen überholt. In Deutschland hat er die 1,5 Mrd. Euro Grenze erreicht, weltweit wird der Umsatz von VideoGames auf ca. 15 Mrd. US$ geschätzt, bei steigender Tendenz. Video-Games sind international zu einem breiten Markt mit starkem Wachstum geworden.
Neue Speicherchips, bessere Grafikkarten, schnellere Computer und Konsolen, die bei immer mehr Leistung tendenziell billiger werden, unterstützen diese Entwicklung. Kein Aldi-Computer ist heute etwas anderes als eine hochgezüchtete Game-Maschine. Spielekonsolen wie der GameCube, die Playstation und die X-Box gehören zu den meistgekauften Items bei jungen Erwachsenen. 2002 wurden weltweit ca. 50 Mio. Spielkonsolen verkauft, die Anzahl der für Video-Games ausgelegten Computer liegt bei einem Vielfachen.
VideoGames prägen den Medienkonsum von jungen Erwachsenen und Jugendlichen zu Lasten anderer Medien. Schon jetzt ist es für TV-Sender schwer geworden gerade Jugendliche zu erreichen, denn die sitzen nicht mehr vor der Mattscheibe, sondern vor dem Monitor. Da diese Entwicklung bei jungen Menschen beginnt, wird sie sich mit der natürlichen Durchalterung rasant verstärken. Kein Wunder, dass Markenartikler bereits Werbung in VideoGames schalten.
Neue Spielarten sind die MobileGames - VideoGames, die auf dem Mobiltelefon- Display gespielt werden können. Sie werden einzeln gegen Gebühr heruntergeladen und sind möglicherweise endlich die lang ersehnte Killer-Application für die arg gebeutelten UMTS-Anbieter.
Es ist möglich, VideoGame-Fonds mit interessanten Laufzeiten und Renditen und darüber hinaus hohen festen Mindesterlösen als Anlegerabsicherung zu konstruieren, die dem Medienfonds neuen Auftrieb geben werden. Für den Initiator bedeut dies das Erlernen von neuem Know-How bei der Herstellung, der Auswertung und des Marktes, das nur oberflächlich Ähnlichkeit mit dem Filmgeschäft aufweist.
Bei einer professionellen Gestaltung eines VideoGame Fonds und seiner inhaltlichen Seite, d.h. Sicherungskonstruktion, Produkt, Herstellung und Auswertung lassen sich Fondsprodukte schaffen, die herkömmliche Filmfonds in vielerlei Aspekten schlagen.
So lässt sich durch neue Positionierung selbst in der Krise des Medienfonds eine gute Gelegenheit zum Aufbau von lukrativem Neugeschäft entdecken.

(Wolfgang Dreier)


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