Das bewegte Leben Teil II
Durch systematisches Training zum Erfolg
Bewegung ist der Motor des Lebens, sonst geht nichts vorwärts. Früher war der Mensch tagtäglich zwölf Stunden auf den Beinen, zuerst als Jäger und Sammler, später auf dem Feld. Heute erleichtern Computer und Maschinen die Arbeit und wir bewegen uns durchschnittlich nur noch 25 Minuten am Tag! Doch wer sich zu wenig bewegt, rostet ein und wird krank (siehe auch FINANZWELT 6/2004, S. 90 f.). Hier erfahren Sie, wie Sie durch systematisches Training zum Erfolg kommen....
> Warum konsequentes Training in einer Energiezone Sinn machtVielleicht kennen Sie das? Beim Radfahren strampeln Sie ganz locker Ihr Pensum herunter. Plötzlich werden Sie überholt. Was machen Sie? Sie beschleunigen, Ihr Puls steigt höher und höher. Tempo rausnehmen? Nein, ich doch nicht. Wie gut, dass sich an der nächsten Kreuzung die Wege trennen. Sie nehmen jetzt den Druck heraus, fahren die nächsten Kilometer langsamer, um sich zu erholen. Der Puls beruhigt sich. Dann kommt ein Berg. Sie wechseln den Gang und ziehen an. Der Puls steigt wieder. So geht das Spiel vielleicht noch ein paar Mal. Kein sehr cleveres Training. Warum? Weil ständige Tempoverschärfungen für den Körper Chaos bedeuten: er weiß nicht, was Sie von ihm wollen. Erst hat er genügend Sauerstoff für die Fettverbrennung, dann benötigt der Körper plötzlich Glukose. Und schließlich übersäuert er und muss seine Pufferkapazitäten nutzen. Der Körper weiß nicht mehr, was läuft - so viele unterschiedliche Reize. An welchen soll er sich denn anpassen?
> Ziele festlegen und gezielt verfolgen
Egal, welche Ziele Sie erreichen wollen - Fettreduktion, Stressabbau, mehr Gesundheit und bessere Leistung - Sie werden nur mit einem strukturierten Training in den einzelnen Energiezonen Fortschritte erzielen, das persönliche Potenzial nutzen und Übertraining vermeiden. Um erfolgreich zu trainieren, müssen wir uns an bestimmte Regeln der Natur halten. In den Trainingswissenschaften sprechen wir von den so genannten Trainingsprinzipien (Superkompensation, Kontinuität, Schwellenreiz, Variabilität, Periodisierung). Wir müssen einen Plan davon haben, was wir bisher gemacht haben und wohin wir wollen, also Ziele festlegen. Nur wenn wir die Trainingsprinzipien respektieren, wird es uns gelingen, unsere Fitness zu stabilisieren und uns systematisch zu verbessern.
> Zum Beispiel die 10 Prozent-Regel
Wenn Sie an einem Tag 30 Minuten gejoggt oder gewalkt sind, sollten Sie bei der nächsten Trainingseinheit nicht mehr als 33 Minuten joggen oder walken, auch wenn Sie es könnten. Ihr Herzkreislaufsystem wird sich sehr schnell an die Belastung gewöhnen, Ihr passiver Stützapparat, also Knochen, Bänder, Sehnen und die Gelenke aber leider nicht.
Training erfordert Geduld. Lassen Sie sich also Zeit. Es gibt leider keine Abkürzungen zum Erfolg, auch wenn Ihnen das häufig in der Werbung versprochen wird. Aber auch in Fitnessstudios erreichen nur sechs Prozent der Mitglieder ihr Ziel. Zwar sind viele durchaus mit Engagement bei der Sache, die wenigsten aber haben einen Plan, der sie nach Vorne bringt.
Bewegung sei das „Medikament des Jahrhunderts“, sagt Professor Wildor Hollmann, ein weltweit geschätzter Sportwissenschaftler. „Bewegung ist die beste Investition, die Sie machen können. Richtig dosiertes Training zahlt sich immer aus, kurzfristig - und vor allem langfristig“, weiß Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, Erfahrungsmediziner und „Doc“ des FC Bayern München und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.
Für Ihren Erfolg ist es allerdings wesentlich, dass Sie sich den richtigen Sport aussuchen, Bewegung, die Ihrem Körpertyp liegt, und diesen Sport dann auch gezielt trainieren. Vielleicht fragen manche jetzt: ja, was ist denn der Unterschied zwischen Training und Bewegung? Bewegung ist im Prinzip immer gut, aber leider nicht immer zielführend. Richtiges Training muss systematisch aufgebaut sein. Nur systematisches Training führt zum gewünschten Erfolg.
Unser Körper kann viel ertragen
Das Geniale und das Problem zugleich ist, dass unser Körper sehr viel ertragen kann. Erst wenn wir bei 30% der normalen Organfunktion angekommen sind, merken wir dies. Dann ist es jedoch bei vielen leider schon zu spät. Wir dürfen nicht vergessen, woher wir kommen. Nur wer die lange Geschichte der Evolution völlig außer Acht lässt, steht ratlos vor dem massenhaft auftretendem Phänomen so genannter Zivilisationskrankheiten (Übergewicht, Burnout, Bandscheibenvorfälle, Diabetes, Depressionen).
Besser Trainieren
tipp 1
Machen Sie entgegen aller Tipps von irgendwelchen Fitnessgurus nicht nur 30 Minuten, sondern mindestens 45 Minuten Ausdauertraining, denn erst bei diesem Umfang kommt es zu strukturellen Veränderungen im Stoffwechsel-, im Immun-, im Nerven- und im Hormonsystem, d.h., Sie verbrennen besser Fett, Ihre Immunglobuline vermehren sich, Ihr vegetatives Nervensystem schaltet auf Entspannung um und Ihr Körper benötigt weniger Insulin (Stichwort: Zuckerkrankheit).
TIPP 2
Trainieren Sie Ausdauer nach dem LSD-Prinzip: „long, slow, distance“. Oder wie Dieter Baumann so schön sagte: „Seitdem ich langsam laufe, bin ich schnell.“ Profis trainieren lange Zeit mit einer sehr geringen Intensität. Auch ein Hermann Maier trainiert viel mit einer Herzfrequenz von vielleicht 110 – 130.
TIPP 3
Machen Sie eine Spiroergometrie, oder auch wie ein Kunde von mir sarkastisch sagt „eine Maulgasanalyse“. Nur so kann man erkennen, wo Ihre Fettverbrennung ist und ab welcher Intensität Sie dem Körper schaden. Experten können Sie auf der Homepage www.lebenskraft.com erfahren.
Slatco Sterzenbach studierte Diplomsportwissenschaften mit dem Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation. Seit über 20 Jahren widmet er sich dem Thema Training und Gesundheit.
Mit seiner Firma „LEBENSKRAFT“ organisiert er Healthmanagement-Incentives für internationale Großfirmen. Exklusives Coaching für Führungskräfte ist neben seinen Seminaren durch sein Netzwerk von Spezialisten und Personal-Trainern ein klarer USP (Unique Selling Proposition). Über 5.000 Trainer hat er mittlerweile ausgebildet. Seine praktischen Leistungssport-Erfahrungen sprechen für seine Authentizität. Wie kein anderer schafft er es, die Tricks der Leistungssportler für Manager nutzbar zu machen. Unter anderem ist er der Fitnessexperte und spezieller Berater für die neue Bewegungskampagne von McDonald’s.
Kontakt
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(Slatco Sterzenbach)







