Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
eigentlich haben wir es schon immer gewusst: Die Politik hat versagt und wird es vermutlich auch in den kommenden Jahren. Vielleicht ist dies auch gut so, denn das „Prinzip Wohlfahrtsstaat“ hat ausgedient. Weltweit. Von der Eigenverantwortung ist die Rede und davon, dass es nun auf einem steinigen Weg nach oben geht. Zu wünschen wäre dies, denn immer noch ist das Vertrauen der Deutschen in ihre eigene Wirtschaft auf dem Tiefstpunkt und viele Unternehmer verlassen nach wie vor das Land. Dubai lässt grüßen. Steuern sind hier ein Fremdwort.
Aufgrund unserer langjährigen Beobachtungen können wir aber auch feststellen: Der Markt der Finanzdienstleistungen mit seinen vielen Facetten hat sich stabilisiert. So ist eindeutig erkennbar, dass die meisten Menschen zunehmend offener sind Konsumverzicht zu üben, um für eine eigene Vorsorge Rechnung zu tragen. Hiervon profitieren alle – seien es die Anbieter von Versicherungsprodukten, Investmentanlagen oder eben geschlossenen Fonds. Interessant ist vor diesem Hintergrund das Ergebnis unseres jüngsten Marktbarometers. Mehr als die Hälfte der befragten Finanzdienstleister sieht in dem Thema „Rentenabsicherung/ -vorsorge“ ihre stärksten Verkaufsargumente. Daneben spielen „Steuern sparen“ oder „Schutz vor Wechselfällen des Lebens“ eine untergeordnete Rolle.
Erkennbar ist dabei auch, dass viele Anleger ihr kurzfristig auf Konten oder in offenen Immobilienfonds geparktes Kapital abziehen, um mittel- bis langfristig renditeorientierter zu investieren. Der Anleger als Kunde ist durchaus informierter als viele zu glauben scheinen. Die andere positive Nachricht ist: Die Rolle des Finanzdienstleisters in der deutschen Wirtschaft wird zunehmend akzeptiert. Viele von Ihnen haben ihren Teil dazu beigetragen, sei es durch die Stärkung von Interessenvertretungen oder Verbänden, über Qualifizierungsmaßnahmen, aber auch bspw. durch ein einheitlicheres Erscheinungsbild, oftmals gefördert durch die Zusammenschlüsse in Pools. Zu all diesen Themen möchten wir Ihnen auch in dieser Ausgabe Ideen und Anregungen für Ihre tägliche Arbeit geben und freuen uns jetzt schon auf Ihre regen Zuschriften und Erfahrungen.
Das FINANZWELT-Team wünscht Ihnen Zeit, um die ersten Sonnenstrahlen und den Frühlingsanfang genießen zu können.
Ihre
Dorothee Schöneich
Zu guter Letzt...

Umsatzsteuerpflicht – ein Gespenst, das viele Vermittler vor Augen haben. Dabei wäre es, genau genommen, nicht so dramatisch, wenn man künftige Einnahmen und die hierauf anfallenden Umsatzsteuern zukünftig mit den Steuern für Ausgaben (Vorsteuern genannt) verrechnen könnte. Nahezu jeder Kaufmann macht das. Die Problematik besteht jedoch in der Frage, ab wann sind Umsatzsteuern zu bezahlen und fallen diese ggf. rückwirkend an. Fernerhin ist zu diskutieren, ob die Anbieter bspw. von Kapitalanlagen Umsatzsteuern dann ggf. noch als Ausgaben mit in die Vertriebskosten hineinrechnen müssten. Viele Fragen also, die wir in den Beitrag von Dr. iur. Klaus R. Wagner aufgrund eines aktuellen Urteils aufgreifen. Den gesamten Aufsatz können Sie über unsere Internetseiten downloaden. Eines sei schon jetzt gesagt: Ein schöner Tag im Frühling macht noch keinen Sommer. Soll heißen: Ein Präzedenzfall ist zwar ein Zeichen für die Branche, zieht aber noch keine Allgemeinverbindlichkeit nach sich. Insofern sollte man das Thema Umsatzsteuerpflicht nach wie vor ernst nehmen – überbewerten sollte man es nicht.
Ihr
Michael Oehme