Editorial
Sehr geehrte Leserin,
sehr geehrter Leser,
vor zehn Jahren war es soweit: Damals fasste Fondsanalyst Stefan Loipfinger die Zahlen der Jahre 1993 und 1994 zusammen und brachte seine erste Studie über Beteiligungsmodelle, damals noch über steuerorientierte Kapitalanlagen, heraus. Nicht nur der Namenswechsel ist richtungsweisend für eine gesamte Branche, seitdem ist der geschlossene Fonds zu einer eigenen Assetklasse erwachsen. Mit den vielzitierten Chancen, aber auch mit erheblichen Risiken. Grund genug für FINANZWELT, dem Thema „notleidende Fonds“ einmal eine Titelgeschichte zu widmen. Nicht etwa, um in bekannter Manier auf die Anbieter einzuhauen, sondern um Ihnen als Finanzdienstleister eine Hilfe zu geben, was Sie selbst tun können, wenn Ihre Kunden mit dem Problem konfrontiert werden.
Dem Boom des vergangenen Jahres in der kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherung folgte der Kater in diesem Jahr. So jedenfalls beschreiben einige Vermittler die Situation. Viele kämpfen mit Stornoquoten zwischen 40 und 50 Prozent! Doch erstens hat es interessanterweise nicht alle betroffen und zweitens bestätigen uns jüngst viele Berater, dass das Geschäft „wie von Geisterhand gesteuert“ derzeit wieder anzieht. Sollte bei vielen Anlegern doch die Einsicht eintreten, dass man an der Eigenvorsorge, mag sie auch aussehen wie sie will, nicht vorbei kommt? Geld jedenfalls ist da, bzw. schlummert auf den so genannten Sichtkonten.
FINANZWELT vertritt künftig noch stärker Ihre Interessen: Immer wieder wurden wir – gerade aus Vermittlerkreisen – angesprochen, ob wir uns nicht diesen Fonds oder jenen Anbieter einmal genauer ansehen könnten, denn da läge einiges im Argen. Mit dem „Neuzugang“ Dr. Martin Klingsporn, den wir als stellvertretenden Chefredakteur für FINANZWELT gewinnen konnten, werden wir künftig derartigen Informationen nachgehen, um Ihnen als Finanzdienstleister noch ein breiteres Angebot an interessanten Berichterstattungen und Entscheidungshilfen bieten zu können. Herr Dr. Klingsporn war zuletzt als Chefredakteur für den DFI-gerlach-report tätig. Sie erreichen ihn unter klingsporn@finanzwelt.de.
Es ist opportun, in Anbetracht der politischen Lage ein Editorial mit einem Blick in die bekannte Glaskugel zu beenden – diesmal aber doch einmal anders: Das Volk konnte sich nicht entscheiden, also will es die Politik richten. Wir sehen eine Angela Schröder und einen Gerhard Merkelim rollierenden System Politik machen. Das hat bei den Grünen schon nicht funktioniert, aber was soll`s. Die Politik, davon sind wir fest überzeugt, wird noch einmal an Glaubwürdigkeit einbüßen. Für Sie kann das nur eines heißen: Wo politische Entscheidungen eine immer unbedeutendere Rolle spielen, kommt es auf den Einzelnen an. Die Bürger im Land haben dies längst verstanden. Vielleicht ist damit das derzeit erkennbar gesteigerte Interesse an Anlageberatung zu begründen.
Ihnen ein erfolgreiches Jahresendgeschäft
Dorothee Schoeneich Michael Oehme