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Editorial

Sehr geehrte Leserin,
sehr geehrter Leser,


„So überstehen Sie die große Koalition“ – könnte eine gelungene Überschrift sein, wenn man sich die derzeitigen Streichlisten und heimlichen Abgabenerhöhungen anschaut. Im Mittelstand jedenfalls „schwankt die Stimmung derzeit zwischen Wut und Resignation“, meint Professor Peter May, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Intes Akademie für Familienunternehmen. Die Situation: Anstatt den Mittelstand zu entlasten, wird der finanzielle und arbeitsrechtliche Druck noch erhöht, was zwangsläufig nicht zu mehr Beschäftigung führen kann. Das Ausland lockt indes mit Steuervergünstigungen und mehr. Also wandern viele Unternehmer ab. Zumindest zu einem Teil in die Bresche schlagen sich immer mehr Fondsanbieter mit so genannten Mittelstandsfonds. In unserer Kooperation mit der Münchener RS Rating Services AG stellen wir daher die aktuellen Angebote in Form einer „Fondsindikation“ vor. Wir begrüßen sehr das Engagement dieser Anbieter, denn ein (bislang) kleiner Schritt ist besser als gar keiner.

Aber auch auf Versicherte kommen künftig neue Herausforderungen zu. Wir haben uns bemüht, die Themen – soweit sie schon bekannt sind – in dieser Ausgabe aufzubereiten. Alles weist übrigens darauf hin, dass die Eigenverantwortung weiter ausgebaut werden soll. Für qualifizierte Vermittler und Anlageberater geht „der Stoff“ jedenfalls nicht aus, denn viele Bürgerinnen und Bürger sind im Hinblick auf ihre Versorgung sprichwörtlich gänzlich verunsichert. Eine vermeintliche sichere Anlage tätigten Anleger über viele Jahre mit den LBB später IVB Fonds. Der besondere Kick dabei war das Andienungsrecht, man konnte also Steuervorteile und Erträge mitnehmen und hatte dennoch die Chance, in einem überschaubaren Zeitraum aus der Beteiligung heraus zu kommen. So weit die Theorie. Die Praxis schaut anders aus: Darum haben wir einen Blick hinter die Kulissen beim ehemaligen Marktführer IBV geworfen. Ergebnis: Die ehemalige Bankentochter, die mit „immobilienunterlegten Wertpapieren“ warb, zeigt heute eher ein desolates Bild. Anleger müssen um ihr Kapital bangen. Alles andere als desolat ist das Bild, das sich Besuchern Dubais offenbart. Dubai lebt – und zwar mit einer Dynamik, die man kaum mehr nachvollziehen kann. Es drängt sich jedoch der Eindruck auf: Es ist nicht alleine das Geld, das im Überfluss vorhanden ist. Es sind vor allem die Chancen, die Tatendrang und Lebensfreude bei den Menschen hervorrufen, denen wir begegnet sind. Von allem würden wir uns etwas für Deutschland wünschen. Mit dieser Ausgabe starten wir eine Serie, die die Chancen für deutsche Investoren – und somit auch für Anlageberater – unter die Lupe nimmt. Wir wünschen viel Spaß beim Abtauchen in eine andere Welt, die so anders eigentlich nicht ist.

Nicht mehr abwarten müssen Sie bei der Frage, ob wir die FINANZWELT-Vertriebstage weiter fortsetzen werden. Immerhin hatten wir eine Fülle von Nachfragen aufgrund unserer „kreativen Pause“. Wir werden! Und zwar vom 25. bis 27. April 2006. An einem zentralen Standort in Deutschland. Das Programm, das viele Überraschungen bereit hält, erhalten Sie in Kürze. Also noch ein wenig Geduld.

Weihnachten steht vor der Tür und viele Unternehmen fragen sich: Was versenden wir denn dieses Jahr? Natürlich freuen auch wir uns über „Fresskörbe“, Weinpräsente, Lachs und Stollen und hatten wiederum von uns aus selbiges an Freunde und Geschäftspartner verschickt. In diesem Jahr nicht, denn Herr Manfred Brenneisen machte uns auf eine Situation aufmerksam, die nicht mehr in dieses Jahrhundert zu passen scheint: So werden in Nepal nach wie vor neugeborene Mädchen entweder gleich ermordet oder ausgesetzt. In jedem Fall haben sie keinerlei Chancen – oder sagen wir Existenzberechtigung. Lesen Sie hierzu bitte seinen Beitrag auf Seite 82 und unterstützen Sie ihn in seinem Engagement. Wir haben dies bereits getan und eine Patenschaft übernommen. Und wir werden in diesem Jahr unser Weihnachtsetat dafür verwenden, ein Klassenzimmer in Nepal einzurichten.

Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Jahresendgeschäft, genießen Sie die ruhige Zeit und starten Sie mit viel Enthusiasmus in das neue Jahr. Ihre Begeisterung wird andere Menschen anstecken.

Dorothee Schöneich, Michael Oehme



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