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Editorial

Sehr geehrter Leserin,
sehr geehrter Leser,

nur wer beim Puzzeln die richtigen Teile zusammenfügt, erhält ein stimmiges Gesamtbild. Dies trifft auch für die genaue Einschätzung unserer gesamtdeutschen Situation in den kommenden Jahren zu. Für Sie als Anlage- und Versicherungsvermittler ist dies besonders vor dem Hintergrund einer seriösen Beratung wichtig. Denn wer heute die richtige Wegstellung einschlägt, dürfte auch im Alter davon profitieren.

Doch wie sehen die Puzzleteile aus? Eine Rekordverschuldung der Bundesrepublik Deutschland macht es nötig, dass die Bürger in den kommenden zwei bis drei Jahren beispiellose Steuererhöhungen über sich ergehen lassen müssen. Alleine auf der „Koch-Steinbrück-Giftliste“ finden sich 100 so genannte Steuervorteile, die abgeschafft werden sollen. Lediglich die Begrifflichkeiten, hinter denen sich diese Steuererhöhungen verbergen (Gesetzentwurf zur Eindämmung missbräuchlicher Steuergestaltungen, Gesetzentwurf zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung, Änderung des Erbschafts- und Schenkungssteuerrechts zur Sicherung der Unternehmensnachfolge usw.) sind dabei kreativ.

Im Ergebnis geht es also ausschließlich darum, den Bürgern und Unternehmen einmal mehr in die Tasche zu greifen. Dafür soll es in 2008 zu einer Vereinfachung des Einkommenssteuerrechts und zu einer Reform der Unternehmensbesteuerung kommen. „Die Vereinfachung des deutschen Steuerrechts ist aber so wahrscheinlich wie ein Putsch der Bundeswehr und die Unternehmensbesteuerung wird wohl auch nicht kommen“, meint hierzu der ehemalige Präsident der Bundesfinanzakademie, der Steuerberater und Rechtsanwalt Horst Vogelgesang. Der Mann ist Rheinländer, Recht hat er dennoch. Und damit nicht genug: Stellen Sie Ihren Kunden doch einmal die Frage, ob ihnen bewusst ist, dass bereits in zehn Jahren ein Großteil der heute nahezu steuerfreien gesetzlichen und privaten Renten mit Steuern belegt sein werden. Die veraltete Anlagestrategie, Ausschüttungen auf den Zeitraum der steuerbegünstigten Rentenzeit zu legen, ist somit hinfällig. Anlageberater sollten also jetzt den Fokus auf die Produkte legen, die grundsätzlich (jetzt oder später) steuerfreie Erträge ermöglichen. Dazu müsste man im Prinzip die gesamte Anlagestrategie der Kunden überdenken.

Ihre Arbeit wird also nicht einfacher. Dafür aber (noch) interessanter. Mit der aktuellen Ausgabe von FINANZWELT möchten wir Ihnen dabei viele Anregungen und Hintergrundinformationen geben, die Ihnen die Arbeit erleichtern sollen. Wir verstehen uns dabei als Ihre „Interessenvertretung“ und sind folglich auf Ihren Input angewiesen. Scheuen Sie sich daher nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen. Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen und Nöte – aber auch die positiven Erlebnisse – mit.

Gemeinsam lassen sich Herausforderungen besser meistern.

Ihre Dorothee Schöneich, Michael Oehme



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