Sehr geehrte Leserinnen,
Sehr geehrte Leser,
die Anspielung auf den heißen Sommer hätte sicherlich dann keine Berechtigung, wenn es uns nur ums Wetter ginge. Wenngleich so mancher Finanzdienstleister darüber klagte, dass es derzeit beinahe sinnvoller sei, Beratungsgespräche im Schwimmbad zu führen. Doch auch sonst war der Sommer heiß, denn die Bundesregierung hat die Euphorie im Umfeld der Fußballweltmeisterschaft dazu genutzt, einen Marathon an Gesetzeseinführungen an den Tag zu legen. Die Wesentlichen sind wohl das Steueränderungsgesetz 2007 mit Einschnitten beim Kindergeld, bei der Pendlerpauschale, dem Sparerfreibetrag sowie der Erhöhung des Spitzensteuersatzes, und die Festlegung der Eckdaten zum Gesundheitsreformgesetz, bei dem sich schon jetzt weder Verbesserungen für gesetzlich noch für privat Versicherte abzeichnen. Dafür soll ein Gesundheitsfonds eingerichtet werden, der zumindest eines garantiert: einen erhöhten Verwaltungsaufwand und damit erhöhte Kosten für die Versicherten. Es wurde aber auch eine erneute Unternehmenssteuerreform verkündet, die nach Meinung der Mittelstandsverbände „mal wieder“ keine Erleichterungen für kleine und mittlere Unternehmen bieten, also für die Firmen, die die Mehrzahl der Arbeitsplätze bieten. Ganz ins Bild passt dann auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer (Originalzitat Angela Merkel: „Mit uns wird es keine Steuererhöhungen geben“) von 16 auf 19 Prozent im nächsten Jahr. Ganz nebenbei wurde durch neue Filmförderungsrichtlinien das Thema steuermotivierte Medienfonds nun endgültig beendet und die Androhung einer rückwirkenden Gesetzesänderung bei so genannten „Wertpapier-Hebel-Fonds“ wie die von Deutsche Bank, Macquarie und MPC hat auch diesem Thema ein vorzeitiges Ende gesetzt.
Was also tun? Um es vereinfacht zu sagen: Die Chancen, die sich aus einer Veränderung – Verschlechterung ? – des Umfeldes heraus ergeben, nutzen! Noch nie waren die Menschen so verunsichert wie derzeit. Die Reaktionen auf die Fußballweltmeisterschaft, das gelebte „Wir-Gefühl“, sind deutliche Anzeichen hierfür. Bieten Sie Ihrem Kunden das, was er braucht. Nämlich die Chance, im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten, Vorsorge zu betreiben und sinnvoll Kapital für das Alter anzulegen. Nicht umsonst setzen derzeit viele erfolgreiche Anlageberater auf die so genannte Rentenberatung – nämlich dem Kunden aufzuzeigen, welche Lücken sich bereits jetzt in der Altersvorsorge abzeichnen und wie man dem begegnen kann.
Eine letzte Anmerkung an dieser Stelle: In den letzten Jahren wurden wir immer wieder von Marktteilnehmern aus dem Vertrieb angesprochen, ob wir uns nicht stärker gegenüber der Anbieterseite einsetzen können. Für eine unabhängige Publikation ist dies natürlich schwierig. Wir haben u.a. aus diesem Grund einen Fachbeirat ins Leben gerufen, dessen Information aus erster Hand wir künftig stärker einbinden werden. Lesen Sie hierzu den Beitrag auf Seite 78 f.
Ihre Dorothee Schöneich