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Editorial

Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,

die mit großer Spannung erwartete Branchenstatistik Stefan Loipfingers für 2006 liegt auf dem Tisch und bietet einige faustdicke Überraschungen. Die wichtigste: Der vielfach befürchtete Einbruch blieb aus. Es gab lediglich einen moderaten Rückgang von 5,3 % des platzierten Eigenkapitals. Angesichts des kompletten Ausfalls der Medienfonds und durch Gesetzesänderungen erzwungene Rückabwicklungen im dreistelligen Millionenbereich darf dieses Ergebnis durchaus als Erfolg gewertet werden. Die Erwartungen lagen zu Jahresbeginn bei Rückgängen zwischen 10 und 25 %. Erwartungsgemäß hat das Segment Private Equity am stärksten zugelegt mit einem Anstieg des Marktanteils von 11 auf 19,5 %. Eine Übersicht sowie ein Rating der aktuellen Dachfonds-Angebote finden Sie auf den Seiten 36 bis 39.

Wirklich überraschend gut haben sich dagegen die Immobilien geschlagen: Die seit 2000 kontinuierlich zurückgehenden Immobilienfonds Deutschland konnten ihren Marktanteil um die Hälfte steigern von 12 auf 18 %. Diese Renaissance der Immobilien geht sogar über alle Formen hinweg: Zusammengenommen stieg dieser Marktanteil von 32 auf fast 43 %.

Auf dem absteigenden Ast finden sich neben den praktisch verschwundenen Medienfonds die Lebensversicherungsfonds, die von 12,4 auf 7,3 % mehr als 5 % vom Markt einbüßten, und erstaunlicherweise auch die Schiffe, die mit 21,9 nach 24,1 % allerdings immer noch ihre Spitzenstellung vor Private Equity und Immobilien Deutschland halten konnten.

Eine Randnotiz mit weniger guter Ausstrahlung auf den Vertrieb bildet die Initiatorenstatistik. Die Zahl der mit mindestens einem Angebot am Markt aktiven Anbieter stieg per Saldo um 30 von 343 auf 373, was freilich unter Einrechnung des Ausscheidens von 81 Anbietern des Jahres 2005 bedeutet, dass 111 Newcomer am Markt waren, was einem Anteil von 30 % entspricht! Das ist kein gutes Omen für die Qualität. Die Zunahme an Anbietern bei stagnierendem Marktvolumen weist auf einen kommenden Verdrängungswettbewerb zwischen den Anbietern hin. Verdrängungswettbewerb hat schon in vielen Branchen einen schleichenden Verlust an Qualität gebracht, weil Zugeständnisse beim Preis verdeckt kompensiert wurden. Gerade der freie Vertrieb wird gut daran tun, die Qualität der Angebote kritischer denn je zu prüfen und sich der Kundschaft mit unbestritten soliden Produkten zu präsentieren. Schließlich zeigen die vielen Erfolge ja auch, dass es ausreichend gute Produkte gibt – auch vereinzelt unter den Newcomern.

Eine sehr hohe Qualität an Ausstellern und Beratern zeichnete der FONDS professionell Kongress in Mannheim aus. Über 5.000 Besucher verzeichnete die Nr.1 im Investmentbereich dieses Jahr! In über 160 Fachvorträgen konnten die Kongressteilnehmer ihr Wissen durch hochkarätige Referenten ergänzen. Eine ausgezeichnete Veranstaltung – herzlichen Glückwunsch und „Hut ab“ an das Team von FONDS professionell! Das ist gleichzeitig ein Ansporn an uns alle, denn das Jahr 2007 ist noch jung. Es gibt viel zu tun und Ihre Dienstleistung wird mehr denn je benötigt!

Viel Erfolg!

Ihre

Dorothee Schöneich



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