Berechtigte Wachstumshoffnungen
Ein Kommentar von Dr. Gerhard Grebe, Chief Investment Strategist der Bank Julius Bär (Deutschland) AG, Frankfurt
“Die internationale Konjunkturlage präsentiert sich zum Jahreswechsel in einer unerwartet robusten Verfassung. Der hohe Rohölpreis hat weniger Bremsspuren hinterlassen als befürchtet....
Auch die Wechselkursverschiebungen haben noch nicht ein Ausmaß erreicht, um größere konjunkturelle Schäden zu verursachen. Von den USA und China als den Wachstumslokomotiven der Weltwirtschaft werden weiterhin expansive Impulse ausgehen, wenngleich die Wachstumsraten etwas schwächer als im letzten Jahr ausfallen werden. Während das Konjunkturtempo ölpreisbedingt in der ersten Jahreshälfte 2005 noch verhalten bleibt, dürfte es sich in der zweiten Jahreshälfte wieder beschleunigen und 2006 an Kraft gewinnen. Was könnte in diesem Szenario schief laufen? Eine beschleunigte Dollarabwertung könnte zu einem Wachstumseinbruch in Europa führen. Die EZB hätte die Möglichkeit, mit einer Zinssenkung gegen zu steuern, wahrscheinlich wird sie aber wieder zu spät reagieren. Zweites Risiko wäre eine Rückkehr der Inflation in den USA, nachdem sich der Markt darauf eingestellt hat, dass die Inflationsrisiken niedrig bleiben. Auf steigende Inflationsraten in den USA müsste die US-Notenbank mit einer aggressiveren Restriktionspolitik reagieren und die Zinsen stärker als bisher erwartet erhöhen. Dies würde nicht nur den Aktienmarkt sondern insbesondere den Immobilienmarkt und damit den privaten Konsum gefährden”.






