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Risiken nehmen zu

Ein Kommentar von Dr. Gerhard Grebe, Chief Investment Strategist der Bank Julius Bär (Deutschland) AG

„Die Kapitalmärkte haben bisher von der günstigen Konstellation, bestehend aus hoher Liquidität, niedriger Inflation und hohem Gewinnwachstum der Unternehmen profitiert. Bei allen drei Faktoren sind in den nächsten Monaten Veränderungen zum Negativen zu erwarten. Die Zentralbanken zeigen sich besorgt über den Liquiditätsüberschuss an den Märkten und wollen die Liquidität verknappen und verteuern. Insbesondere in den USA sind weitere Zinserhöhungen in den nächsten Monaten...

...angesagt. Das Gewinnwachstum der Unternehmen verliert an Momentum, da die Gewinnmargen durch die gestiegenen Rohstoffpreise und in den Regionen außerhalb der USA zusätzlich durch die Dollarabwertung geschmälert werden. Die Unternehmen werden versuchen, die Margenverengung durch Preiserhöhungen aufzufangen, da sich die Produktivitätsreserven erschöpfen. Die Preisüberwälzungen werden nicht nur die Zentralbanken beunruhigen, sondern auch zunehmend den Bondmarkt. Die steigenden Kapitalmarktrenditen werden wiederum die relative Bewertung von Aktien verschlechtern. Die veränderte Konstellation ergibt insgesamt noch kein Umfeld für einen Crash an den Kapitalmärkten. Dazu fehlt auch die Euphorie an den Märkten. Aber allein die Unsicherheit über die Effekte der eingetretenen Änderungen dürfte die Anleger veranlassen, vorübergehend die Risiken in ihren Portefeuilles zu verringern.”

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