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Neue Märkte, neue Macher

Ein neuer Initiator – Gold und Silber als Kriseninvestment

„Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles“. Der Seufzer von Margarete in Goethes Faust ist uns allen bekannt. Weniger das, was sie anfügt: „Ach, wir Armen …“. Ob wir arm sind oder reich – derzeit, wie immer, wenn sich Krisen andeuten, ist Gold als sichere Anlage höchst begehrt (fw/DJ).

Zum Umfeld

„Gold schlägt Geld" wusste schon der begnadete Wirtschaftsjournalist Dr. Paul C. Martin und schrieb sogar ein Buch mit diesem Titel. Viele Autoren wie Martin beschreiben die Faszination des gelben Metalls. Keiner von ihnen hat aber letztlich begründen können, warum Gold als Krisen- Buster so perfekt sein soll. Es bringt keine Zinsen und ist kaum zum Brötchenkaufen geeignet. Wie dem auch sei. Gold ist auf jeden Fall Gefühl und Psychologie und seit Beginn des Jahrtausends ein Preisrenner. Im Frühjahr 2008 erreichte Gold seinen bisherigen Höchststand von über 1.000 US-Dollar pro Feinunze (31,1 Gramm). Derzeit kostet die Feinunze etwa 900 US-Dollar (fw/DJ).

Zu den Fonds

Die SOLIT Kapital GmbH, Hamburg, wurde Ende 2008 gegründet und legt ihr erstes Beteiligungsangebot vor. Geschäftsführer sind Karsten Dümmler und Robert Vitye, zugleich führende Köpfe der Vertriebsplattformen Netfonds und Fondsvermittlung24.de. Branchenerfahrung und ein platzierungsstarker Hintergrund sind somit gegeben. Das Konzept sieht vor, direkt in physisch existierende Gold- und Silberbarren zu investieren, die zollfrei in versicherten Tresorräumen in der Schweiz gelagert werden. Anleger können sich ab 5.000 Euro plus 5 % Agio als Direktkommanditisten oder Treugeber am Fonds beteiligen. Die Aufteilung auf Gold und Silber wird individuell festgelegt. Die Finanzierung des Fonds erfolgt grundsätzlich aus Eigenkapital. Die Zeichnungsfrist endet spätestens Ende 2009. Das geplante Fondsvolumen beträgt 20 Mio. Euro. Das Mindestvolumen von 50.000 Euro ist bereits um ein Vielfaches überschritten worden. Die - ausschließlich prozentual anfallenden - fondsbedingten Kosten der Investitionsphase inkl. Agio belaufen sich auf rund 9,5 % des Gesamtvolumens. Der Rest wird in Gold und Silber investiert. Die Fondsgesellschaft ist auf unbestimmte Zeit errichtet.

Der Prospekt enthält keine Ergebnisprognose und es erfolgen keine laufenden Ausschüttungen. Eine Kündigung durch Anleger ist jederzeit möglich. Der Abfindungsanspruch entspricht dem tagesaktuellen Rückkaufswert der zuzurechnenden Edelmetallmenge. Alternativ ist eine Auszahlung in Form von Gold-/Silberbarren möglich, sofern der Wert der Beteiligung mindestens dem Wert der kleinsten vom Fonds erworbenen Barrengröße entspricht. Für Gold sind dies aktuell mehr als 20.000 Euro (1-Kilo-Barren), für Silber rund 1.600 Euro (5-Kilo-Barren). Etwaige Differenzbeträge können von Anlegern ausgeglichen werden. Bei Kündigung innerhalb der ersten drei Jahre nach dem Beitritt wird eine Gebühr von 3 % des Guthabens - maximal 1.000 Euro - erhoben.

Nach Ablauf eines Jahres sind etwaige Gewinne aus der Veräußerung der Beteiligung oder der Edelmetalle laut Prospekt steuerfrei. Die deutsche Umsatzsteuer für Silber entfällt beim Erwerb. Allerdings ist eine Nachversteuerung vorzunehmen, sofern Silberbarren am Ende der Beteiligung entnommen und über die Schweizer Grenze ausgeführt werden. Es erfolgt eine externe Mittelverwendungskontrolle durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Der sukzessive Erwerb der Edelmetalle hat bereits begonnen.

Gold und Silber gelten als Krisenbarometer: In Zeiten wirtschaftlichen Niedergangs und einbrechender Weltbörsen stehen sie im Blickfeld der Öffentlichkeit und steigen massiv im Wert. Dadurch haben sie eine stabilisierende Wirkung auf jedes Anlageportfolio. Umgekehrt ebbt der „Hype" auch regelmäßig wieder ab, sobald sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld bessert. Die Rendite von Investitionen in physisches Gold entsteht - wenn überhaupt - einzig aus der Wertsteigerung. Zinsen, Dividenden oder sonstige laufende Erträge fallen nicht an. Im Gegenteil: Durch die Verwahrung und Versicherung entstehen laufende Kosten. Beim vorliegenden Fonds belaufen sich die jährlichen Gesamtkosten auf 1,8 % des Edelmetallvermögens. Zur Begleichung soll kontinuierlich ein entsprechender Anteil des Edelmetallbestandes veräußert werden. Ohne Wertsteigerung würde sich somit ein effektiver Kapitalverzehr ergeben.

Auch ohne Berücksichtigung der Kosten lagen die Erträge aus Goldinvestments im langfristigen Vergleich deutlich unter den Ergebnissen anderer Anlageformen. Insofern eignet sich ein Edelmetall-Investment keineswegs als Alternative zu traditionellen Anlageprodukten, sondern lediglich als beigemischte, stabilisierende Komponente im Anlageportfolio. Als solche wird sie allerdings von nahezu allen führenden Vermögensverwaltern als sinnvoll erachtet.

Akzeptable Ergebnisse mit Edelmetallen kann nur erzielen, wer das richtige Timing beim Kauf und Verkauf an den Tag legt. Das aktuelle Kursniveau erscheint historisch gesehen bereits vergleichsweise hoch. Allerdings lagen die Goldpreise 1980 im Schatten der Irankrise und des sowjetischen Einmarsches in Afghanistan bereits bei rund 850 US-Dollar je Feinunze Gold. Aufgezinst um die Inflation entspricht dies heute einem Kursniveau von mehr als 2.000 US-Dollar. Zugleich lässt das - auch als Folge der Rettungsprogramme zur Bekämpfung der Finanz- und Wirtschaftskrise - aktuell stark erhöhte globale Geldmengenwachstum steigende Inflationsraten unausweichlich erscheinen. Insofern könnte durchaus noch deutlich „Luft nach oben" bestehen. Eine genauere Prognose über die weiteren Kursentwicklungen erscheint jedoch gewagt, zumal auch exogene Faktoren wie Aufkäufe und Verkäufe von Notenbanken eine gewichtige Rolle bei künftigen Kursentwicklungen spielen können.

Für Anleger, die sich bewusst für eine Edelmetallinvestition entschieden haben, könnte es sich bei dem Beteiligungsangebot um eine interessante Anlageoption handeln, zumal die - moderat angesetzten - einmaligen Fondskosten planmäßig durch Großhandelsrabatte beim Ankauf kompensiert werden.

Laut Robert Vitye wurde mit der Konzeption des Fonds ein vielfach geäußerter Wunsch von Kunden und Vermittlern nach einem physischen Edelmetallinvestment aufgegriffen, das Anlegern „einen unmittelbaren und unabdingbaren Besitzanspruch an den erworbenen Edelmetallen ermöglicht - ohne Emittentenrisiko". Dies sei konsequent, bis hin zur bankenunabhängigen Einlagerung in der Schweiz, umgesetzt worden. „Unsere Investoren profitieren ferner von attraktiven Einkaufsvorteilen, da wir die Edelmetalle direkt bei den Herstellern beziehen, sowie vom mehrwertsteuerfreien Erwerb von Silber".

(Karsten Ewert)


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