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Kaptialanlagen 2008

Ein schreckliches Jahr

Der Umsatzeinbruch verschont keine Produktlinie und sorgt für eine schrumpfende Zahl von Initiatoren.

Die Krise macht vor den Beteiligungsmodellen nicht halt, im Herbst 2008 riss auch die Platzierung der unternehmerischen Beteiligungen ab. Insofern dürfte das Jahr 2008 als ein absolutes Ausnahmejahr in die Geschichte der Branche eingehen: Ausgerechnet das traditionell umsatzstärkste IV. Quartal (Oktober-Dezember), das häufig mehr als den halben Jahresumsatz brachte, war diesmal allen Hinweisen zufolge extrem schwach. Konsequenz: Die Platzierung (gesammeltes Eigenkapital) brach um rund ein Fünftel (rechnerisch -19,3 %) ein und das Volumen der Fonds sogar etwa um ein Drittel (-32,7 %). Das ergibt sich aus der nunmehr bei der Bad Homburger Feri EuroRating Services angedockten Marktstudie, mit der Stefan Loipfingers Marktstatistik fortgeführt wird.

Dieser Umsatzeinbruch schmälert natürlich auch die Erträge. Der Gesamtertrag der Branche aus der reinen Emissionstätigkeit liegt gewöhnlich zwischen 12 % und 15 % des platzierten Eigenkapitals, womit die kumulierten Bruttoerträge entsprechend zurückgingen. Folge dieser verschärften Marktverhältnisse war eine schrumpfende Zahl von Anbietern: Während 2007 noch 395 Anbieter aktiv waren, wurden im letzten Jahr nur noch 367 Initiatoren auf dem Markt gesichtet – von denen allerdings 66 Neulinge waren. Rechnerisch sind mithin 94 oder ziemlich exakt ein Viertel ausgeschieden. Von hierher ergibt sich dann ein geschätzter Rückgang der durchschnittlichen Bruttoerträge pro Anbieter von 4,3 auf 3,75 Mio. Euro, also rund ein Achtel, was wohl zur Schrumpfung der Branche beigetragen hat.
Die negative Entwicklung hatte bereits Spuren hinterlassen, weil die börsennotierten Emittenten über den schlechten Geschäftsgang berichtet und Sparmaßnahmen, etwa durch Personalabbau, angekündigt hatten.

Von dem Einbruch blieb keine Produktlinie verschont. Die Immobilienfonds landeten trotz eines leicht überproportionalen Rückgangs (-22,7 %) auf dem Spitzenplatz mit einem Marktanteil von 34 % und einer Platzierungsleistung von etwa 3,5 Mrd. Euro. Das ist absolut gesehen das schwächste Ergebnis seit Beginn der Erhebungen 1993. Die Verluste treffen alle etablierten nationalen Märkte, auf denen die deutschen Initiatoren aktiv sind: In Objekte des Inlands wurde gerade noch 1 Mrd. Euro Eigenkapital gesteckt, was relativ zur absoluten Spitze (1996) mit fast 5,8 Mrd. Euro eher wenig ist. Fast halbiert hat sich das Aufkommen an US-Engagements, die von rund 1 Mrd. Euro auf etwa 570 abstürzten. Angesichts der Krise auf dem US-Markt changieren die Kommentare zwischen den Extremen „massenhafte Falschberatung“, weil jedes Investment in den steil abstürzenden Markt für die Anleger verbranntes Geld bedeutet, und „positive Überraschung“, dass trotz der negativen Nachrichtenlage immer noch so viel Geld zusammenkommt. Noch schlimmer traf es die UK-Fonds: Im vergangenen Jahr konnten lediglich noch knapp 90 Mio. Euro (nach etwa 540 Mio. 2007) an Anlegermitteln für Objekte im Vereinigten Königreich mobilisiert werden.

Bei den derzeit gegebenen Aussichten für 2009 ist allerdings eine Trendwende denkbar, sofern nachvollziehbar und transparent aufgebaute Angebote mit konservativen Finanzierungsstrukturen auf den Markt gebracht werden. Die Knackpunkte wären mäßige Hebel beim Einsatz von Fremdkapital, bei dem insbesondere auch auf Renditeturbos durch Finanzierung durch fremde Währungen (Franken, Yen) verzichtet werden sollte. Sicherheit dürfte Trumpf sein beim Vertrieb und der Kundschaft.

Dies gilt umso mehr, als die 2008 noch verhältnismäßig erfolgreichen Schiffsfonds 2009 mit einer Welle schlechter Nachrichten rechnen müssen. Die Schrumpfung 2008 gegenüber 2007 von etwa 3,6 auf rund 3 Mrd. Euro (-16,4%) war im Wesentlichen der allgemein schwachen Verfassung der Märkte geschuldet. 2009 dürfte sich nunmehr schmerzhaft bemerkbar machen, dass der Yen extrem stark wurde und damit die in Dollar erzielten Chartererträge und Schiffswerte im Verhältnis zu den Lasten des zu großen Teilen auf Yen lautenden Fremdkapitals 30 % abgewertet wurden. Diese zusätzliche Belastung trifft die Fonds in einer Situation, in der die Charterraten so schnell wegbrechen wie Aktienkurse in den Panikwellen des letzten Jahres. Damit kommen die Reedereien in die Klemme. Diese Schwierigkeiten werden sie über kurz oder lang an die Fonds weitergeben müssen. Den 2008 erstmals geschehenen Insolvenzen von Schiffsfonds könnten 2009 weitere folgen. Es wäre jedenfalls keine Überraschung.

 

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