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Prognose 2009

Ein schwieriges Geschäft

Wie entwickeln sich die weltweiten Finanzmärkte im neuen Jahr?

Die Volkswirte der Banken haben vor Weihnachten traditionell Hochbetrieb, die Prognosen für das neue Jahr müssen gestrickt und damit die Projektionen für die Zinssätze und die Kurse von Wertpapieren und Devisen zu Papier gebracht werden.

Das ist immer ein heikles Geschäft, aber selten wohl so riskant gewesen wie für dieses Jahr: So brachte die Commerzbank-Crew um Chef-Volkswirt Jörg Kremer ihre Zahlen am 8. Dezember heraus. Und dann mussten sie doch nachsitzen, schon am 19. Dezember war die Revision fällig. Und damit blieben die Commerzbanker nicht allein, Mitte Januar korrigierte etwa Goldman Sachs die Zahlen für Euroland deutlich nach unten, der Abschwung kommt eben schneller und steiler als erwartet.

Wie schnell auch die besten Schätzungen von der Realität überholt werden, zeigt wohl am besten das vielbeachtete Herbstgutachten der Sachverständigen, die Mitte November für das deutsche Wachstum 2008 noch +1,7 % schätzten und eine glatte Null (0,0 %) für 2009 vorhersagten. Diese Schätzung ist längst Makulatur, denn schon im IV. Quartal 2008 ging es steiler abwärts, als es sich die fünf Weisen vorstellen konnten: Mitte Januar wurden Werte von 0,5-1 % für 2008 und für 2009 von -1,5 % bis -3 % gesehen.

In diesen schnellen Revisionen kommt eine starke Unsicherheit zum Vorschein. Einen guten Grund dafür liefert der Blick auf die Prognosen von vor 12 Monaten: Den tiefen Fall in eine weltweit spürbare Rezession im Gefolge der US-Immobilienkrise hatte niemand auf der Rechnung; abgesehen vielleicht von den üblichen Crash-Propheten. Allerdings zeigt auch eine stehende Uhr halt mindestens einmal täglich die korrekte Zeit. Das Standard-Szenario in den Köpfen der Prognostiker sah indes vor, dass die Subprime-Krise spätestens im Herbst 2008 überwunden werden sollte. Das Argument: Die im September 2007 begonnenen Zinssenkungen in den USA müssten bis dahin ihre positive Wirkung entfalten, zumal auch bald das im Sommer dann realisierte Programm mit den Steuerrabatten eingerechnet werden musste. Das ergab unterm Strich einen mit der Konjunktur übers Jahr stärker werdenden Dollar (von Kursen um 1,45-1,50 USD/Euro zu Kursen um 1,35 USD/Euro). Entsprechend der anziehenden Konjunktur sollten die Anfang 2008 bei rund 4 % stehenden Renditen für 10-jährige T-Bonds anziehen, bis an die 5 % sollten es werden. Es kam bekanntlich anders, die Renditen sind beiderseits des Atlantiks tief gefallen und mit einer anziehenden Konjunktur rechnet wohl niemand vor dem Herbst dieses Jahres.

Die aktuell vorliegenden Schätzungen für Euroland zeigen bei Schrumpfungsraten („Negativwachstum“) für 2009 zwischen -0,7 % und -2,5 % und einer schwachen Erholung 2010 mit Wachstum zwischen 0,5 % und 1,2 % (siehe Tabelle 1). Mitte Oktober hatten die Forschungsinstitute in der Gemeinschaftsdiagnose für 2009 noch ein kleines Wachstum (+0,2 %) erwartet. Der Sachverständigenrat sah vier Wochen später wenigstens noch eine Null. Nun weist das von den Bank-Volkswirten einheitlich zugrunde gelegte Muster eine klare Rezession aus, die erst ab Herbst überwunden wird. Die Zahlen speziell für Deutschland zeigen auch sehr deutlich, dass sich die heimische Wirtschaft nicht vom Trend für Euroland lösen kann, was auch schon rein statistisch sehr schwierig wäre, solange Deutschland der mit Abstand schwerste Brocken im Euroland ist und daher den Gesamttrend maßgeblich beeinflusst.

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