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Interview mit Lorenz Lüders

Eine Menge Holz …

Lorenz LüdersLorenz Lüders

Derzeit sind wenigstens sieben geschlossene Fonds am Markt, die in Waldbewirtschaftung investieren. Dabei werden Renditen bis zu 15 % und Rückzahlungen zwischen 200 und 300 % nach Steuern in Aussicht gestellt. finanzwelt hat bei Lorenz Lüders, einem Experten der Holzbranche, nachgefragt, ob solche Erwartungen tatsächlich realistisch sind.

Lüders ist gelernter Holzkaufmann und Diplom-Betriebswirt. Seit 35 Jahren leitet er die Wilhelm Lüders GmbH & Co. KG in Prisdorf bei Hamburg, die im Bereich Holzbe- und verarbeitung sowie Imund Export tätig ist.

 

finanzwelt: Halten Sie die in Aussicht gestellten zweistelligen Renditen für realistisch?

Lüders: Diese Renditen halte ich für ausgeschlossen. Die staatliche Forstverwaltung in Deutschland arbeitet schon seit Jahren ohne bzw. mit nur sehr geringen Renditen. In Europa existiert eine nachhaltige Forstwirtschaft, d. h. dass weniger Holz eingeschlagen wird, als nachwächst. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Holzbestand nicht geringer wird. Ich bezweifele auch, dass in anderen Ländern solche Renditen erwirtschaftet werden können. Außerdem dauert es ewig, bis Renditen kommen. Beim Plantagenanbau dauert es mindestens 20-30 Jahre, bis das Holz schlagreif ist, bei ursprünglichem Wald je Holzart sogar 40 bis 80 Jahre.

finanzwelt: Wie erklären Sie sich, dass Fonds derartig hohe Renditeerwartungen formulieren?

Lüders: Das kann ich nicht beantworten. Offen gestanden sind mir diese Renditen ein Rätsel. Renditen von 7 bis 8 % schon im 1. Jahr sind praktisch ausgeschlossen. Es wird aber auch keine Nullrenditen geben, weil Holz immer gebraucht wird.

finanzwelt: Die Preise für den Rohstoff Holz hängen von der Nachfrage der holzverarbeitenden Industrie ab. Sind dort Preissprünge wahrscheinlich?

Lüders: In den letzten Jahren habe ich Preissprünge von 10 bis 20 % pro Jahr erlebt. Von Preissprüngen um 50 % habe ich noch nie gehört. Es gibt weltweit genug Holz. Eine Holzknappheit, die den Preis nachhaltig oder sprunghaft in die Höhe treiben würde, hat es schon seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben.


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