Die Immobilie erlebt eine kurze „Ost-Renaissance“
Erbpachtfonds als Steuersparmodelle
Sie heißen - zumindest bislang - Falk Premium Ertragswertfonds 80 und Hahn Einzelhandelsfonds 133 und zeichnen sich im Vertrieb insbesondere durch folgendes Detail aus: Sie bieten Steuervorteile. Das verschafft ihnen einen erkennbaren Wettbewerbsvorteil.
Denn während die konservativ „gestrickten“ Immobilienfonds derzeit gerade einmal mit rund 20 Prozent anfänglicher Verlustzuweisung aufwarten können, lässt ein Urteil des Bundesfinanzhof (BFH) gute alte Zeiten wieder aufleben. Siebzig Prozent und mehr Verlustzuweisung sind drin, zumindest kurzfristig, denn fieberhaft arbeitet man in der Finanzverwaltung an einer Gegenstrategie. Erst Ende 2003 stellte der BFH klar, dass Entgelte für die Überlassung eines bebauten oder unbebauten Grundstücks wie Pacht zu behandeln sind (IX R 65/02). Zahlt man diese Pachtzahlungen im Voraus, sind sie sofort abzugsfähig und führen zu den gewünschten Verlustzuweisungen. Das lockt. Dennoch wollen viele Initiatoren nicht auf den fahrenden Zug aufspringen und sind zurückhaltend. Auch eine kurzfristig durchgeführte Umfrage von FINANZWELT zeigt, dass das Gros der Immobilienfondsanbieter wohl keinen Erbpachtfonds auflegen werden. Auch die Beraterschaft zeigt sich skeptisch: „Die Finanzverwaltung wird alles versuchen, um das BFH-Urteil nicht anwenden zu müssen“, meint Andreas Steimel von Ernst & Young in München.
Und der Blick für den wirtschaftlichen Hintergrund der Anlage ebenso. Denn die desaströsen Erfahrungen mit den „steuerinduzierten“ Ostfonds lehrt, dass es eben auf die Immobilie und deren Vermietungswahrscheinlichkeit ankommt und nicht auf mögliche Steuervorteile. Sonst kippen derartige Modelle innerhalb weniger Jahre. Anbieter wie die Münchner Falk Capital AG nehmen derartige Chancen dennoch mit - vielleicht auch deshalb, weil sich die derzeit guten Einkaufsbedingungen vertrieblich sinnvoll mit einer hohen Taktzahl im Verkauf verbinden lassen. Thomas Engels, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Falk-Gruppe: „Die Krise am Immobilienmarkt, die wir wie andere Unternehmen derzeit durchleben, bietet auch Chancen: Wir können attraktive Objekte zu vernünftigen Preisen erwerben und bieten Anlegern somit interessante Zukunftsperspektiven.“ Der Turbo, da sind sich alle einig, dürfte allerdings dennoch im Steuergeschenk liegen.
(Michael Oehme)







